Die Polizei sucht dringend nach einem Trickbetrüger, der einem Senior 100.000 Euro gestohlen hat. Hinweise zum Täter sind entscheidend.
Öffentlichkeitsfahndung: Trickbetrüger erbeuten 100.000 Euro von Senior

Hannover (ost)
Die Polizei Hannover bittet die Bevölkerung um Hilfe bei der Suche nach einem vermeintlichen Trickbetrüger, der am 17.06.2026 in Lehrte rund 100.000 Euro von einem älteren Mann gestohlen haben soll. Der Gesuchte wird als Abholer der Gruppe beschrieben, der die Beute vom Opfer entgegengenommen und mitgenommen hat.
Nach Angaben der Ermittlungsgruppe Trick der Kriminalpolizei Hannover erhielt ein 87-Jähriger am 17.06.2026 mittags einen Anruf von einer unbekannten Person, die sich als Polizist ausgab. Der Anrufer informierte den überraschten Senior darüber, dass seine Tochter angeblich in einen Unfall verwickelt war und schwer verletzt im Krankenhaus lag. Der Anrufer behauptete auch, dass bei dem Unfall eine Person getötet wurde.
Der Anrufer forderte den 87-Jährigen während des Gesprächs auf, eine hohe Kaution zu zahlen, damit seine Tochter nicht vor Gericht erscheinen müsse. Um den Lehrter weiter zu verängstigen, war im Hintergrund des Anrufs eine weibliche Stimme zu hören, die forderte, dass der Mann alles bezahlen solle. Der Senior stimmte zu, eine hohe Geldsumme zu übergeben.
Um 14:00 Uhr desselben Tages kam ein Geldabholer zum Haus des verängstigten Mannes. Dieser nahm etwa 100.000 Euro an sich. Als Zeugen auf die Situation aufmerksam wurden und sich näherten, flüchtete der Abholer durch ein Küchenfenster auf ein Nachbargrundstück. Eine nahegelegene Videoüberwachung zeichnete den Kriminellen jedoch auf. Die Polizei sucht nun nach dem mutmaßlichen Täter anhand der Aufnahmen.
Der Abholer wird als ca. 1,60 Meter groß und sehr schlank beschrieben. Er soll zwischen 40 und 50 Jahre alt gewesen sein und dunkelhaarig sowie dunkel gekleidet. Möglicherweise hat er den Tatort mit einer großen männlichen Person verlassen.
Zeugen, die Informationen zu der abgebildeten Person haben, werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst der Polizei Hannover unter der Telefonnummer 0511 109-5555 zu melden.
Es ist bekannt, dass die Täter oft aus dem Ausland kommen und bundesweit aktiv sind. In letzter Zeit gab es auch in der Zuständigkeit der Polizeidirektion Hannover ähnliche Fälle. Die Täter erzählen den Opfern verschiedene Geschichten, um sie einzuschüchtern oder zu betrügen und Geld sowie Wertgegenstände wie Gold und Schmuck zu stehlen.
Schockanrufe/Falsche Polizeibeamte
Bei dieser Masche setzen die Täter die Betroffenen unter Druck. Sie behaupten, dass ihre Angehörigen in Unfälle oder Straftaten verwickelt seien und nur durch die Zahlung großer Geldbeträge vor einer Haftstrafe bewahrt werden könnten. Oft geben sich die Täter als Polizeibeamte aus und berichten von bevorstehenden Straftaten, von denen auch die Angerufenen betroffen sein sollen. Nur durch die Herausgabe von Geld, Schmuck und anderen Wertgegenständen könnten sich die Angerufenen angeblich vor den “Tätern” schützen. Die Täter verlangen oft, dass die Beute außerhalb des Hauses deponiert wird, wo sie angeblich von der Polizei abgeholt wird – tatsächlich nehmen die Kriminellen die Gegenstände und verschwinden.
Enkeltrick
Manchmal geben sich die Täter am Telefon als Enkel aus, die dringend Geld benötigen. Sie verlangen, dass das Geld bereitgehalten wird, bis eine “Vertrauensperson” vorbeikommt, um es abzuholen.
Falsche Handwerker
Die Täter behaupten, dass ein Schaden im Haus der Opfer gemeldet wurde und sie ihn überprüfen oder reparieren müssen. Eine Person verschafft sich so Zugang zur Wohnung und lenkt die Opfer ab, während andere nach Geld und Wertgegenständen suchen.
Verhaltenstipps
Am Telefon:
An der Haustür:
Die Polizei rufen:
Weitere Informationen zum Thema Betrug finden Sie unter folgendem Link im Internet: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023
Die Statistiken über Cyberkriminalitätsraten in Niedersachsen zeigen eine leichte Zunahme von 12917 Fällen im Jahr 2022 auf 13218 Fälle im Jahr 2023. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 4662 auf 5070. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 3226 auf 3422, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 2212 auf 2310 und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 1014 auf 1112 stieg. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 788 auf 950. Im Vergleich dazu verzeichnete die Region Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 12.917 | 13.218 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.662 | 5.070 |
| Anzahl der Verdächtigen | 3.226 | 3.422 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.212 | 2.310 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.014 | 1.112 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 788 | 950 |
Quelle: Bundeskriminalamt








