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Oldenburg: Polizei ermittelt nach versandten Deepfakes über Schüleraccounts

Die Polizei untersucht den Versand von manipulierten Bildern über Schüleraccounts. Die Inhalte könnten strafrechtlich relevant sein und die Ermittlungen dauern an.

Foto: unsplash

Oldenburg (ost)

Der Polizei wurde bekannt, dass in den letzten Tagen über einen oder mehrere Schüleraccounts der E-Mail-Server Oldenburger Schulen zahlreiche Nachrichten verschickt wurden.

Die Nachrichten enthielten unter anderem sogenannte Deepfakes, also manipulierte Darstellungen von Kindern und Jugendlichen. Nach einer ersten Einschätzung könnten einige dieser Darstellungen strafrechtlich relevant sein und den Straftatbestand der Verbreitung von kinder- oder jugendpornografischen Inhalten erfüllen. Zusätzlich enthielten die versandten Nachrichten Gewaltandrohungen sowie Aufforderungen zur Selbstverletzung. Die Inhalte und ihre strafrechtliche Relevanz werden derzeit ermittelt.

Es besteht der Verdacht, dass ein oder mehrere Schüleraccounts für den Versand der Nachrichten genutzt wurden. Die Ermittler prüfen, ob und wie bisher unbekannte Personen unbefugten Zugang zu diesen Accounts erhalten haben.

Die Polizei kooperiert eng mit den betroffenen Schulen. Erste digitale Spuren wurden gesichert und werden derzeit analysiert. Die Ermittlungen zur Urheberschaft und den Hintergründen der Taten dauern an.

+++ Polizei gibt wichtige Präventionshinweise +++

Der aktuelle Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, persönliche Benutzerkonten zu schützen. Zugangsdaten zu schulischen E-Mail-Konten, sozialen Netzwerken oder anderen Diensten sollten niemals mit Mitschülern, Freunden oder anderen Personen geteilt werden. Jeder Dienst sollte ein eigenes Passwort haben. Wenn möglich, sollte eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verwendet werden. Wenn der Verdacht besteht, dass Unbefugte Zugriff auf ein Konto haben, sollte das Passwort sofort geändert und die Schule oder der zuständige Administrator informiert werden.

Wenn eine Nachricht mit möglicherweise strafbaren Bild- oder Videoinhalten empfangen wird, sollte diese nicht weitergeleitet, geteilt oder die enthaltenen Dateien heruntergeladen werden. Die Nachricht sollte vorerst nicht gelöscht werden, da die enthaltenen Daten für die Ermittlungen wichtig sein können.

Kinder und Jugendliche sollten sich in einem solchen Fall an ihre Eltern, eine Vertrauensperson in der Schule und die Polizei wenden. Die Polizei steht Betroffenen und ihren Angehörigen auch beratend zur Seite und kann bei Bedarf den Kontakt zu Beratungsstellen herstellen. Entsprechende Beratungsangebote können auch eigenständig und kostenlos genutzt werden.

Eltern werden gebeten, den Vorfall zum Anlass zu nehmen, mit ihren Kindern und Jugendlichen über einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Diensten zu sprechen. Insbesondere bei manipulierten Daten sollte vermittelt werden, dass die Veränderung und Verbreitung solcher Aufnahmen für die betroffenen Personen schwerwiegende Folgen haben und auch strafrechtlich relevant sein können.

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023

Die Cyberkriminalitätsraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Anstieg. Im Jahr 2022 wurden 12917 Fälle registriert, wovon 4662 aufgeklärt wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 3226, darunter 2212 Männer, 1014 Frauen und 788 Nicht-Deutsche. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 13218, wobei 5070 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 3422, mit 2310 männlichen, 1112 weiblichen und 950 nicht-deutschen Verdächtigen. Im Vergleich dazu verzeichnete Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 12.917 13.218
Anzahl der aufgeklärten Fälle 4.662 5.070
Anzahl der Verdächtigen 3.226 3.422
Anzahl der männlichen Verdächtigen 2.212 2.310
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 1.014 1.112
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 788 950

Quelle: Bundeskriminalamt

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