Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Samtgemeinde Lüchow: Überraschende Alarmübung für Kreisfeuerwehrbereitschaft

Die Kreisfeuerwehrbereitschaft Lüchow-Dannenberg wurde unangekündigt zu einer Waldbrandübung alarmiert. Die Einsatzkräfte mussten ihre „Kaltstartfähigkeiten“ unter Beweis stellen.

Das Löschwasser wurde in Faltbehältern zwischengespeichert.
Foto: Presseportal.de

Lüchow-Dannenberg (ost)

Eine Kreisfeuerwehrbereitschaft setzt sich aus Ausrüstung und Personal der Samtgemeindefeuerwehren zusammen und wird durch weitere, spezielle Fahrzeuge des Landkreises ergänzt. Normalerweise kommt sie überregional zum Einsatz, wenn andere Landkreise eine Lage mit eigenen Kräften und Mitteln nicht mehr bewältigen können. Deshalb ist die Bereitschaft so aufgestellt, dass der lokale Brandschutz weiterhin gewährleistet bleibt, wenn diese Kreiseinheit im Einsatz ist.

Daher braucht die Kreisfeuerwehrbereitschaft im Falle einer Alarmierung auch eine gewisse Vorlaufzeit, um Marschbereitschaft herzustellen.

Am vergangenen Mittwochabend (8. Juli 2026) war aber alles anders, die Kreisfeuerwehrbereitschaft Lüchow-Dannenberg (KFB) vor eine besondere Herausforderung gestellt. Bei einer unangekündigten Alarmübung mussten 140 Einsatzkräfte ihre „Kaltstartfähigkeiten“ unter Beweis stellen. Anders als bei früheren Übungen der KFB, bei denen den Einheiten im Vorfeld oft großzügige Vorbereitungszeiten eingeräumt werden, erfolgte die Alarmierung um 18.10 Uhr durch den Kreisbrandmeister Henning Peters völlig unangekündigt.

Die Besonderheit dieser durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Thomas Constabel und Wolfgang Gätjens (Bereichsbrandmeister Ost Samtgemeinde Lüchow) ausgearbeiteten Übung lag also im Überraschungsmoment. Selbst die zuständige Leitstelle im Lüchower Kreishaus wurde von der Alarmierung überrascht. Nur der Leiter des Kreisordnungsamtes Hendrik Kunitz wusste im Vorfeld Bescheid. Zusammen mit Landrätin Dagmar Schulz und weiterem Personal aus dem Bereich Feuerwehr- und Katastrophenschutz begleitete er die Übung.

In dem fiktiven Szenario der Übung waren die Feuerwehren der Samtgemeinde Lüchow bereits bei einem großen Waldbrand im Raum Nemitz gebunden. Da kommt es in dem Waldgebiet östlich der K3 zwischen Liepe und Trebel zu einem weiteren folgenschweren Brandausbruch. Zunächst wurden die Führungsstaffel Ost der Samtgemeinde Lüchow sowie die Ortsfeuerwehr Trebel alarmiert. Die Kräfte vor Ort forderten angesichts des Ausmaßes über die Leitstelle umgehend Unterstützung an. Daraufhin wurden die Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) und die GFFF-V DAN, eine Spezialeinheit des Landes Niedersachsen, die auf Vegetationsbrandbekämpfung spezialisiert ist, zur Verstärkung alarmiert (GFFF-V steht für Ground Forest Firefighting using Vehicles).

Durch die weite Verteilung der Einheiten über das gesamte Kreisgebiet zeigte sich schnell, dass im Ernstfall mindestens eine Stunde eingeplant werden muss, bis die Bereitschaft vollzählig am Einsatzort verfügbar ist.

Vor Ort waren anspruchsvolle Aufgaben im unwegsamen Gelände zu bewältigen: Der erste und der zweite Zug der KFB hatte jeweils einen Wasserförderleitung über mehr als 1500 Meter aufzubauen und zu betreiben und für die Tanklöschfahrzeuge eine Wasserübergabestelle einzurichten. Der dritte Zug war für den Löschwassertransport in einem Kreisverkehr verantwortlich, um den kontinuierlichen Transport von Löschwasser mittels Tanklöschfahrzeugen sicherzustellen. Die Einsatzkräfte der GFFF-V bauten eine Riegelstellung auf und betrieben diese mit modernen Kreisregnersystemen.

Der Fachzug Verpflegung-Logistik-Eigenschutz von DRK und Feuerwehr stellte die Verpflegung der 140 Einsatzkräfte sicher. Sie versorgten außerdem insgesamt 30 Einsatzfahrzeuge mit dem notwendigen Betriebsstoff und leisteten den Sanitätsdienst.

Gegen 22 Uhr konnte die Übung erfolgreich beendet werden. „Das Szenario forderte den Kräften einiges ab“, sagt Kreisbrandmeister Henning Peters. Er zog ein positives, aber auch realistisches Fazit: „Die von mir definierten Übungszwecke sind voll erreicht worden. Alle Teilnehmer konnten wichtige Erkenntnisse gewinnen, die jetzt auf den unterschiedlichen Ebenen genutzt werden müssen, um eine gute KFB noch besser zu machen.“

Landrätin Dagmar Schulz dankte allen Einsatzkräften: „Dass unsere Kräfte selbst bei einer unangekündigten Übung so schnell und koordiniert agieren, zeigt, wie gut unsere Kreisfeuerwehrbereitschaft aufgestellt ist. Auf diese Leistungsbereitschaft können sich die Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft verlassen. Ich danke allen beteiligten Einsatzkräften für ihren Einsatz bei dieser anspruchsvollen Alarmübung“, betonte die Landrätin.

Quelle: Presseportal

Karte für diesen Artikel

nf24