Polizei findet Messer und Drogen bei zahlreichen Personen
Schwerpunktkontrollen am Hauptbahnhof Hannover

Hannover (ost)
Im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle haben die Polizeidirektion Hannover und die Bundespolizeidirektion Hannover am Freitag, 29.05.2026, im und am Hauptbahnhof eine deutlich erhöhte Präsenz gezeigt und Kontrollen durchgeführt. Über mehrere Stunden hinweg kontrollierten Streifen, die durch den Städtischen Ordnungsdienst der Landeshauptstadt Hannover sowie Mitarbeitende der DB Sicherheit verstärkt wurden, mehrere hundert Personen. Im Fokus standen hierbei Gegenstände, die unter die Verordnung zur sogenannten Waffenverbotszone fallen. Dabei wurden nicht nur Waffen aufgefunden. Im weiteren Verlauf des Abends weitete die Polizeidirektion die Kontrollen zudem auf die gesamte Innenstadt aus.
In einem sechsstündigen Schwerpunkteinsatz im Bereich des Hauptbahnhofs Hannover und im direkten Umfeld bestreiften die Sicherheitspartner alle stark frequentierten Bereiche. Ziel war es nicht nur, Verstöße festzustellen und zu ahnden, sondern durch die erhöhte Präsenz auch das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu stärken. Die Maßnahmen wurden durch Reisende sowie Passantinnen und Passanten positiv aufgenommen.
Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Einsatzkräfte bei den Kontrollen von mehreren hundert Personen, darauf achteten, ob diese gefährliche Gegenstände, wie zum Beispiel Messer mit sich führten. Fündig wurden sie bei den mehr als 500 durchgeführten Durchsuchungen dann auch mehrfach. Herausragend war der Fund von jeweils 25 und 30 Gramm Marihuana, das zwei Jugendliche mit sich führten. Zudem leistete eine kontrollierte Person, bei der ein Messer aufgefunden wurde, erheblichen Widerstand. Als das Messer beschlagnahmt werden sollte, verweigerte der Kontrollierte die Herausgabe. Der Mann wurde unter Widerstand am Boden fixiert. Unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen konnten die Beamten das Messer verletzungsfrei abnehmen und beschlagnahmen. Es kam zu keinem Angriff auf die Einsatzkräfte. Zudem kam der Mann in den Polizeigewahrsam.
Insgesamt verzeichnete die Polizei bei dem Schwerpunkteinsatz acht Sicherstellungen beziehungsweise Beschlagnahmen, davon sechs Messer und in zwei Fällen Drogen. Zehn Platzverweise wurden ausgesprochen. Neben mehreren Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden gegen diverse Personen mehrere Ermittlungsverfahren aufgrund von Straftaten, darunter jener Widerstand, aber auch wegen Beleidigung, Bedrohung, Diebstahl und Körperverletzung sowie Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.
Am späten Abend weitete die Polizeidirektion Hannover die Kontrollen zudem auf die gesamte Innenstadt aus. Im Fokus standen auch hier die Themen Sicherheit und Ordnung, zudem nahmen die Einsatzkräfte auch die Bereiche Verkehr und Betäubungsmittelkriminalität in den Fokus. Im Rahmen der Kontrollen, die auch durch zivile Kräfte durchgeführt wurden, konnten mehrere Drogengeschäfte wahrgenommen und Tatbeteiligte Kontrollen unterzogen werden. Teilweise sprachen mutmaßliche Dealer zivile Einsatzkräfte an mit der Absicht, ihnen Drogen zu verkaufen. Mehrere Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet sowie unterschiedliche Betäubungsmittel, darunter Marihuana, Kokain und Crack, beschlagnahmt.
Bei der Überwachung des Straßenverkehrs stellten die Beamtinnen und Beamten ebenfalls diverse Verstöße fest. Zwei Dutzend Verfahren wurden durch sie wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten, die begangen wurden, eingeleitet. Teilweise wegen Fehlverhalten, darunter auch wegen der Erzeugung unnötigen Lärms und unerlaubter baulicher Veränderungen an Fahrzeugen. Auch die Beeinflussung von Fahrern durch Drogen und Alkohol stellte die Polizei fest. Einem Autofahrer wurde die Weiterfahrt untersagt, nachdem er sein Fahrzeug in der Fahrbahnmitte steuerte. Im Gespräch mit der Polizei gab er an, aufgrund einer Verletzung sein Auto nicht richtig lenken zu können.
Im Bereich Ordnung sprachen die eingesetzten Kräfte mehrfach Personen an, die unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol teilweise durch Pöbeleien, darunter auch Beleidigungen, oder durch aggressives Verhalten bis hin zu Gewalttaten auffielen. Die Polizei sprach mehrere Platzverweise aus. Auch wurden Drogen, Messer und Tierabwehrsprays, die auch in der in Teilen der Innenstadt geltenden Waffenverbotszone nicht erlaubt sind, sichergestellt. Gegen eine kontrollierte Person lag ein offener Haftbefehl vor. Nach Zahlung des haftbefreienden Geldbetrags konnte der Mann gehen. Zudem setzte die Polizei ein ausgesprochenes Aufenthaltsverbot für die Innenstadt durch, dem eine andere Person nicht nachgekommen war.
Im Rahmen der Kontrollen in der Innenstadt Hannovers wurden insgesamt weitere 100 Personen oder Sachen durchsucht und diverse Beschlagnahmungen von Drogen und gefährlichen Gegenständen vorgenommen. Zudem wurden fast 30 Platzverweise ausgesprochen und im Falle einer Person, die in den Verdacht geraten war, mit Drogen gehandelt zu haben, die Zuführung zu einem beschleunigten Verfahren, ermöglicht.
Die Kontrollen im Hauptbahnhof und in der Innenstadt bildeten den Abschluss einer gesamten Woche zum Thema Sicherheit, in denen die Polizeidirektion Hannover mit der Bundespolizei und/oder mit der Landeshauptstadt gemeinsame Kontrollen zu verschiedenen Themen durchgeführt hat. (Eine Zwischenbilanz zur gesamten Woche finden Sie hier: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/66841/6284733).
Die Polizei zog eine positive Bilanz der Schwerpunktkontrollen in und um den Hauptbahnhof herum: „Unsere Botschaft ist unmissverständlich: Waffen haben im öffentlichen Raum und erst recht in Bussen und Bahnen absolut nichts verloren. Die sogenannte Waffenverbotszone gibt uns die Möglichkeit, konsequent hinzuschauen und Verstöße zu ahnden – und genau das tun wir gemeinsamen mit unseren Partnern von der Bundespolizei, der Landeshauptstadt und der DB Sicherheit“, erklärte der Polizeivizepräsident der Polizeidirektion Hannover, Stefan Sengel. „Zugleich nehmen wir nicht nur gefährliche Gegenstände in den Fokus. Auch wer meint, unsere Stadt als Umschlagplatz für Betäubungsmittel oder als Bühne für sonstiges Fehlverhalten nutzen zu können, wird den Kontrolldruck spüren. Wir werden keine rechtsfreien Räume dulden – weder auf den Bahnsteigen noch in der Fußgängerzone.“
Ähnlich äußerte sich Michael Schuol, der Präsident der Bundespolizeidirektion Hannover: „Mit dem gemeinsamen Schwerpunkteinsatz im Hauptbahnhof Hannover bin ich sehr zufrieden! Gemeinsam mit unseren Partnern von der Landespolizei, der Landeshauptstadt und der DB Sicherheit sorgen wir für größtmögliche Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger und Reisenden im Hauptbahnhof. Wir werden auch weiterhin mit wiederkehrenden, großangelegten, gemeinsamen Kontrollen an diesem gemeinsamen Tätigwerden mit unseren Partnern festhalten, denn wir dulden keine gefährlichen Gegenstände, weder im Hauptbahnhof noch in den Zügen!“ /ram
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Niedersachsen für 2022/2023
Die Drogenraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 zeigen eine leichte Steigerung. Im Jahr 2022 wurden 35.970 Fälle erfasst, wovon 33.839 gelöst wurden. Es gab insgesamt 30.300 Verdächtige, darunter 26.376 Männer und 3.924 Frauen. 7.947 Verdächtige waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der erfassten Fälle auf 36.058, wobei 33.800 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen sank auf 29.653, mit 25.755 männlichen und 3.898 weiblichen Verdächtigen. 8.584 Verdächtige waren nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl von Drogenfällen in Deutschland mit 73.917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 35.970 | 36.058 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 33.839 | 33.800 |
| Anzahl der Verdächtigen | 30.300 | 29.653 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 26.376 | 25.755 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 3.924 | 3.898 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 7.947 | 8.584 |
Quelle: Bundeskriminalamt








