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Wienhausen: Feuerwehr und Feuerwehrkapelle Oppershausen feiern historisches Doppeljubiläum

Ein ganzes Wochenende im Zeichen von Tradition, Musik und ehrenamtlichem Engagement: Vom 4. bis zum 6. September 2026 feierten die Feuerwehr und die Feuerwehrkapelle Oppershausen ihr 100-jähriges Bestehen mit einem großartigen Festprogramm auf dem örtlichen Dorfplatz.

Ortsbrandmeister Weßolleck wird durch Gemeindebrandmeister Engel befördert
Foto: Presseportal.de

Oppershausen (ost)

Ein ganzes Wochenende voller Tradition, Musik und ehrenamtlichem Engagement: Vom 4. bis zum 6. September 2026 feierten die Feuerwehr und die Feuerwehrkapelle Oppershausen ihr 100-jähriges Bestehen mit einem beeindruckenden Festprogramm auf dem örtlichen Dorfplatz. Die Veranstaltung zog neben der Dorfgemeinschaft auch zahlreiche Gäste aus Politik und Feuerwehrwesen an, um die bewegte Geschichte der beiden Institutionen zu würdigen.

Feierlicher Festakt mit prominenten Besuchern

Den festlichen Beginn machte am Freitagabend der Festakt. Ortsbrandmeister Andreas Weßolleck und sein Stellvertreter Albrecht Knief begrüßten zahlreiche Ehrengäste, darunter Landrat Axel Flader, den Bundestagsabgeordneten Henning Otte, den Landtagsabgeordneten Jörn Schepelmann sowie die Bürgermeisterin der Gemeinde Wienhausen, Kerstin Ackermann. Auch Vertreter der Feuerwehr und lokaler Institutionen zeigten der Ortswehr ihre Anerkennung, wie Regierungsbrandmeister Dirk Heindorff, Kreisbrandmeister Volker Prüsse, Brandabschnittsleiter Ost Axel Kernbach, Gemeindebrandmeister Sascha Engel, Kreisstabführerin Susanne Heger sowie Pastorin Christina Weber.

Von Ledereimern bis zur modernen Wehr: Ein Blick in die bewegte Vergangenheit

Ein großer Teil des Programms war dem Rückblick auf die lange Geschichte der Ortsfeuerwehr gewidmet, deren Ursprünge weit vor dem offiziellen Gründungsjahr 1926 zurückreichen. Schon 1895 wurde ein großer Scheunenbrand im Ort noch mit Ledereimern und Schaufeln bekämpft. 1910 brach ein heftiger Waldbrand aus, bei dem sogar die Kinder des Dorfes bei den Löscharbeiten helfen mussten, da nicht genügend Männer anwesend waren. Die Anschaffung einer Handdruckspritze brachte 1912 erste technische Fortschritte.

Der entscheidende Moment zur Gründung der heutigen Freiwilligen Feuerwehr kam jedoch 1923: Bei einem schweren Unwetter geriet ein Wohnhaus in Brand. Da sich die Männer der damaligen Pflichtfeuerwehr bei Blitz und Donner kaum an die Pumpe trauten, griff Gottfried Bock kurzerhand zu einem Besenstiel, um sie zur Arbeit zu motivieren. Nachdem die Pflichtfeuerwehr bei einem späteren Brand auf dem Lüßmannshof erneut versagte, sammelte Bock 63 Unterschriften und gründete am 18. Dezember 1926 offiziell die Freiwillige Feuerwehr Oppershausen, deren erster Brandmeister er wurde.

Die schnelle technische Entwicklung der Feuerwehr begann 1935 mit der ersten Motorspritze. Nach einem Neuanfang im Jahr 1949 mit 12 neuen Mitgliedern wurde 1954 der Grundstein für das erste Feuerwehrhaus gelegt, das 1956 zusammen mit einer neuen VW-Tragkraftspritze bezogen wurde. 1963 wurde ein VW-Bus angeschafft, gefolgt von einem Borgward 1971. 1981 konnte schließlich das “Haus der Vereine” eröffnet werden. Die 1980er Jahre waren von erfolgreichen Wettkämpfen geprägt, bei denen Oppershausen teilweise mit vier Löschgruppen antrat. Nach der Wiedervereinigung wurde 1994/95 eine bis heute bestehende Partnerschaft mit der Feuerwehr Oppershausen in Thüringen geschlossen.

Ein wichtiger Moment in der jüngeren Geschichte war 2009 der Baubeginn des neuen Feuerwehrhauses, das 2012 bezogen wurde, sowie die Anschaffung eines modernen TSF-W im Jahr 2014. Um die Zukunft zu sichern, wurde 2015 die Kinderfeuerwehr “Feuerfüchse” gegründet, die heute zwischen 30 und 35 begeisterte Kinder zählt. Die Truppe zeigte ihre Einsatzbereitschaft zuletzt bei einem Großbrand eines Kuhstalls während der Corona-Pandemie 2020 sowie beim langen Einsatz während des Weihnachts- und Neujahrshochwassers 2023/24, bei dem unzählige Sandsäcke verbaut wurden. Ortsbrandmeister Weßolleck bedankte sich bei allen Familien, der Verwaltung und den Unterstützern für ihre langjährige Unterstützung.

Höchste Auszeichnung und spezielle Ehrungen für die Feuerwehrkapelle

Ebenso stolz feierte die Feuerwehrkapelle Oppershausen ihr Jubiläum, die bereits wenige Tage vor der eigentlichen Feuerwehr im Dezember 1926 vom ehemaligen Militärmusiker Adolf Havekost gegründet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Wilhelm Cammann die Kapelle ab 1948 wieder auf. Heute vereint der Musikzug unter der Leitung von Musikzugführer Günther Wedeking und dem musikalischen Leiter Ralf Hollenbach rund 40 Musikerinnen und Musiker im Alter von 11 bis 87 Jahren.

Für ihr herausragendes gesellschaftliches und kulturelles Engagement erhielt die Kapelle an diesem Wochenende die Pro-Musica-Plakette aus den Händen von Landrat Axel Flader, die höchste Auszeichnung des Bundespräsidenten für instrumentale Amateurmusik in Deutschland. Im Rahmen des Festwochenendes wurden auch verdiente Mitglieder der Feuerwehrmusik geehrt. Für ihre langjährige Treue wurden ausgezeichnet: Dagmar Rode und Tatjana Domnik für 10 Jahre, Bernd Abraham für 30 Jahre, Günther Krauel für 40 Jahre und Reinhold Kammann für beeindruckende 60 Jahre aktives Musizieren.

Ein Wochenende voller Attraktionen und einer besonderen Überraschung

Das abwechslungsreiche Festprogramm am Samstag bot für jeden Geschmack etwas: Ab 13 Uhr präsentierten sich verschiedene Blaulichtorganisationen auf dem Festgelände. Die Besucher konnten neben historischen Feuerwehr-Oldtimern auch ein Einsatzfahrzeug des THW, den Einsatzleitwagen (ELW) aus Langlingen sowie das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) aus Eicklingen aus nächster Nähe betrachten.

Eine große Attraktion am Nachmittag war die praxisnahe Vorführung zur Technischen Hilfe. Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Eicklingen zeigten den interessierten Zuschauern eindrucksvoll zwei verschiedene Methoden der technischen Rettung und befreiten dabei zwei Personen aus einem verunfallten Fahrzeug. Eines der Unfallopfer, das von den Einsatzkräften aus dem Wagen gerettet wurde, war Ortsbrandmeister Andreas Weßolleck.

Ein weiteres Highlight des Samstags war der Sternenmarsch der Blaskapellen durch das Dorf, gefolgt von einem Platzkonzert auf dem benachbarten Festzelt. Hier, umgeben von den musikalischen Darbietungen der Kapellen, wurde der zuvor gerettete Ortsbrandmeister vor den Zuschauern überraschend zum Hauptfeuerwehrmann befördert.

Am Abend sorgte die Party-Band “Memories” für Stimmung im Zelt. Den würdigen Abschluss des Doppeljubiläums bildete schließlich am Sonntag die Ausrichtung des Kreisfeuerwehrtages.

Quelle: Presseportal

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