Cyberkriminelle nutzen Vertrauen aus, indem sie gefälschte CAPTCHA-Seiten verwenden, um Schadcode auf Computern auszuführen.
Wilhelmshaven/Friesland: Polizei warnt vor gefälschten CAPTCHA-Abfragen

Wilhelmshaven/Friesland (ost)
CAPTCHA-Abfragen sind eine häufige Begegnung für viele Menschen im Internet. Durch das Anklicken eines Kästchens oder das Lösen einer einfachen Aufgabe soll bestätigt werden, dass es sich bei dem Zugriff um einen Menschen und nicht um ein automatisiertes Programm handelt.
Aktuell nutzen Cyberkriminelle dieses Vertrauen aus. Bei einem Betrugstrick werden täuschend echt aussehende CAPTCHA-Seiten verwendet, um Nutzer dazu zu bringen, Schadcode auf ihren Computern auszuführen.
Wie läuft der Trick ab? Betroffene gelangen beispielsweise über einen Link in einer E-Mail oder beim Besuch einer Webseite auf eine vermeintliche Sicherheitsprüfung. Dort wird zunächst der Eindruck einer gewöhnlichen CAPTCHA-Abfrage vermittelt.
Daraufhin erscheint jedoch die Aufforderung, bestimmte Tastenkombinationen zu verwenden und einen zuvor kopierten Text in das geöffnete Fenster einzufügen und auszuführen. Manchmal wird behauptet, dass die automatische Überprüfung fehlgeschlagen sei und diese zusätzlichen Schritte für eine manuelle Verifizierung erforderlich seien. Personen, die den Anweisungen folgen, können somit unbemerkt schädliche Befehle auf ihren Computern ausführen. Dies kann zur Installation von Schadprogrammen oder zum Ausspähen von Zugangsdaten und Passwörtern führen.
Die Polizei empfiehlt: – Keine unbekannten Befehle ausführen: Eine normale CAPTCHA-Prüfung erfordert nicht, dass Befehle über die Windows-Ausführen-Funktion eingegeben werden. – Keine vorgegebenen Texte kopieren und ausführen: Kopieren Sie niemals unbekannte Befehle von einer Webseite in Systemfenster oder Programme. – Misstrauisch bei ungewöhnlichen Anweisungen sein: Brechen Sie den Vorgang ab, wenn Sie aufgefordert werden, Programme zu öffnen, Dateien herunterzuladen oder Tastenkombinationen außerhalb des Browsers zu verwenden. – Browserfenster schließen: Wenn Ihnen eine vermeintliche Sicherheitsprüfung verdächtig vorkommt, schließen Sie die betreffende Webseite. – Links kritisch prüfen: Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie über unerwartete E-Mails oder Nachrichten auf eine solche Seite gelangen. Generell gilt: Eine normale CAPTCHA-Prüfung findet im Webbrowser statt. Es ist nicht erforderlich, dass Nutzer die Windows-Ausführen-Funktion öffnen, unbekannte Befehle eingeben oder Programme auf ihren Computern starten.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Niedersachsen für 2022/2023
Die Cyberkriminalitätsraten in Niedersachsen zwischen 2022 und 2023 sind leicht angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 12917 Fälle gemeldet, während es im Jahr 2023 13218 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 4662 auf 5070. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 3226 auf 3422, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 2212 auf 2310 und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 1014 auf 1112 stieg. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 788 auf 950. Im Vergleich dazu hatte Berlin im Jahr 2023 die höchste Anzahl von registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 22125 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 12.917 | 13.218 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 4.662 | 5.070 |
| Anzahl der Verdächtigen | 3.226 | 3.422 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 2.212 | 2.310 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 1.014 | 1.112 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 788 | 950 |
Quelle: Bundeskriminalamt








