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Wittmund: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025

Straftaten auf historischem Tiefstand bei sehr hoher Aufklärungsquote. Im Jahr 2025 sind 11.012 Straftaten registriert worden, ein Rückgang von knapp elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Foto: Depositphotos

Aurich/Wittmund (ost)

Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund: Straftaten auf historischem Tiefstand bei sehr hoher Aufklärungsquote

Kernpunkte der PKS 2025

Weniger Straftaten bei hoher Aufklärungsquote

Im Jahr 2025 sind im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund 11.012 Straftaten polizeilich registriert worden. Das entspricht einem Rückgang von knapp elf Prozent (-10,99%) und 1.359 weniger Straftaten als im Vorjahr. Im Langzeitvergleich hat die Kriminalitätsentwicklung 2025 sogar einen historischen Tiefstand erreicht. Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten war seit Bestehen der Polizeiinspektion (2004) nie niedriger. Das zweite Jahr in Folge konnte die Polizeiinspektion Aurich / Wittmund zudem eine Aufklärungsquote von über 70 Prozent erzielen. Insgesamt 7.753 Straftaten konnten aufgeklärt werden. Damit lag die Aufklärungsquote erneut deutlich über dem Landesdurchschnitt. In der Polizeidirektion Osnabrück, der die Polizeiinspektion Aurich / Wittmund angehört, betrug die Aufklärungsquote 2025 im Schnitt 66,51 Prozent.

„Für die Bürgerinnen und Bürger in den Landkreisen Aurich und Wittmund sind das gute Nachrichten“, sagt Leitender Polizeidirektor Stephan Zwerg, Leiter der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund. „Wir leben hier in einer vergleichsweise sicheren Region. Über die hohe Aufklärungsquote von über 70 Prozent freue ich mich als Inspektionsleiter natürlich ganz besonders. Wir stellen zwar insgesamt seit Jahren einen Rückgang bei der Anzahl der Straftaten fest, doch die Komplexität der Straftaten und notwendigen Ermittlungsarbeit nimmt stetig zu. Die hohe Aufklärungsquote steht damit für eine hohe Qualität der Ermittlungsarbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Rückgang bei Gewaltdelikten

Die Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, zu denen etwa Körperverletzungen, Bedrohungen und Raubtaten zählen, sind im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. 2024 wurden 2.702 Gewaltdelikte polizeilich registriert, 2025 waren es 2.365 (-12,47 Prozent). Im Jahr 2025 wurden 66 Raubdelikte erfasst, im Vorjahr waren es 70. Die Anzahl der Körperverletzungen ist von 1.763 im Jahr 2024 auf 1.526 gesunken.

Die Delikte mit dem Tatmittel Messer sind hingegen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund im Vergleich zum Vorjahr von 63 auf 85 Fälle angestiegen. Bei den 85 registrierten Taten kam das Messer in 51 Fällen – also in 60 Prozent der Fälle – ausschließlich als Drohmittel zum Einsatz. „Das ist eine Tendenz, die wir sehr genau im Blick behalten müssen“, sagt Inspektionsleiter Stephan Zwerg.

Weniger Diebstähle und Einbrüche

In dem Deliktsfeld der Diebstähle ist 2025 in der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Diebstähle insgesamt ist von 3.592 im Jahr 2024 um ein Fünftel gesunken, auf 2.873 Diebstähle im Jahr 2025. Die Fallzahlen befinden sich im Zehn-Jahres-Vergleich auf dem niedrigsten Stand.

Insbesondere die Fahrraddiebstähle und Ladendiebstähle sind zurückgegangen. Die Fahrraddiebstähle haben mit 468 Taten im Jahr 2025 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht. 2024 wurden noch 608 Fahrraddiebstähle registriert, 2023 waren es sogar 757. Seit 2016 ist die Anzahl der Fahrraddiebstähle im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund um insgesamt 60 Prozent gesunken (1.152 Taten in 2016).

Nachdem die Ladendiebstähle 2023 und 2024 noch deutlich angestiegen waren, hat sich dieser Trend in 2025 nicht weiter fortgesetzt. Die Fallzahlen lagen mit 714 Taten im Jahr 2025 deutlich unter den Fallzahlen von 2024 (843 Taten) und niedriger als 2023 (758), bewegen sich aber weiterhin deutlich oberhalb der durchschnittlichen Fallzahlen in den Jahren vor 2023.

Die Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüche sind im Vergleich zum Vorjahr (2024: 125 Taten) nahezu gleichbleibend, mit 124 Taten in 2025. In 66 der 124 registrierten Fälle blieb es bei einem Versuch. „Bei fast 50 Prozent der Einbruchsdiebstähle sind die Täter gescheitert. Das ist ein gutes Signal“, sagt Erster Kriminalhauptkommissar Carsten Vierkant, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund. Die Einbrüche in Gewerbeobjekte sind von 236 Taten in 2024 auf 156 Taten in 2025 gesunken.

Weiterhin hohe Fallzahlen im Kontext Häuslicher Gewalt

Die Fallzahlen im Kontext Häuslicher Gewalt sind nach einem kontinuierlichen Anstieg in den vergangenen Jahren wieder leicht rückläufig, aber weiterhin hoch. Im Jahr 2025 wurden 857 Straftaten im Kontext Häuslicher Gewalt polizeilich registriert, das waren 93 weniger als im Vorjahr. „In dem Deliktsbereich ist jedoch das Dunkelfeld sehr groß“, sagt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, Carsten Vierkant. Viele Straftaten werden leider von Betroffenen nicht zur Anzeige gebracht und sind somit in dieser Statistik nicht abgebildet.“

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen bleiben ein Thema

Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, auch bekannt als „Enkeltrick“ oder Betrug durch falsche Polizeibeamte, beschäftigten die Polizei in den Landkreisen Aurich und Wittmund auch im Jahr 2025. Es wurden in dem Deliktsbereich 2025 weniger Taten polizeilich registriert als im Vorjahr. In zwei Fällen kam es jedoch auch zu einem vollendeten Betrug, der immer mit einem finanziellen und einem hohen emotionalen Schaden für die Opfer einherging.

Kinder- und Jugendkriminalität im Fokus

Bei der Kinder- und Jugendkriminalität ist 2025 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Aurich / Wittmund ein leichter Rückgang festzustellen. Mit 1.042 Straftaten bewegen sich die Fallzahlen aber auch 2025 auf einem hohen Niveau. In 295 der 1.042 Fälle handelte es sich um Diebstahlsdelikte, in 223 Fällen um Körperverletzungsdelikte.

Fazit zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025:

„Die Straftaten gehen zurück, die Aufklärungsquote bleibt hoch – das ist erfreulich“, fasst Inspektionsleiter Stephan Zwerg die aktuellen Zahlen aus der Polizeiliche Kriminalstatistik zusammen. „Wir leben hier in einer Region, in der die Polizei noch guten Kontakt zur Bevölkerung hat. Das zeigt sich sowohl bei der Polizeiarbeit auf der Straße, als auch in der Ermittlungsarbeit. Trotzdem ist noch viel zu tun. Insbesondere mit Blick auf die Straftaten im Kontext Häuslicher Gewalt und den hohen Fallzahlen bei der Kinder- und Jugendkriminalität sind gute Netzwerke mit anderen Behörden und regionalen Beratungsstellen ein wichtiger Baustein. Hier werden wir auch weiterhin nicht nachlassen.“

Quelle: Presseportal

Raubstatistiken in Niedersachsen für 2022/2023

Die Raubüberfallraten in Niedersachsen stiegen zwischen 2022 und 2023 deutlich an. Im Jahr 2022 wurden 3370 Fälle registriert, wobei 2265 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen belief sich auf 2903, darunter 2625 männliche und 278 weibliche Verdächtige sowie 1144 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der registrierten Fälle auf 4234, wobei 2839 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 3420, davon 3115 männliche und 305 weibliche Verdächtige sowie 1459 nicht-deutsche Verdächtige. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Raubüberfällen in Deutschland mit 12625 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 3.370 4.234
Anzahl der aufgeklärten Fälle 2.265 2.839
Anzahl der Verdächtigen 2.903 3.420
Anzahl der männlichen Verdächtigen 2.625 3.115
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 278 305
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 1.144 1.459

Quelle: Bundeskriminalamt

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