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Delbrück: Crash Kurs NRW – Realität erfahren. Echt hart

Das Auditorium ist bewegt, als Schüler von schweren Unfällen berichten. Polizei und Rettungskräfte teilen ungeschönt ihre Erfahrungen.

Bildunterschrift: Christopher Beard (Feuerwehr Paderborn), Rainer Hoberg (Polizei Paderborn), Dr. Adelheid Spils ad Wilken (Christliches Klinikum Paderborn), Klaus Krüger (Polizeiseelsorge), Andreas Drost (Polizei Paderborn), Michael Sudbrock, Alexandra Hubenthal (beide Richard von Weizäcker Berufskolleg), Pascal Hilleke
Foto: Presseportal.de

Paderborn (ost)

(md) Der Veranstaltungstitel „Crash Kurs NRW – Realität erfahren. Echt hart.“ trifft es auf den Punkt. Das Auditorium ist sichtlich bewegt, als Mittwoch, 24. Februar, rund 500 Schülerinnen und Schüler des Paderborner Richard von Weizäcker-Berufkollegs bei der Veranstaltung der Polizei Paderborn dabei sind.

An diesem Vormittag erzählt Pascal Hilleke aus Delbrück von seinem schweren Verkehrsunfall 2007 in Salzkotten-Verne, den er nur knapp überlebte. Die körperlichen Folgen: eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung, eine Lungenquetschung, Brüche aller linksseitigen Rippen und einen Leberanriss, Milzentfernung, zwei Schlaganfälle. Die seelischen, lebenslangen Verletzungen sind ein anderes Thema. Denn nichts ist mehr, wie vorher.

Das unterstreichen die weiteren Protagonisten der Veranstaltung, Polizeihauptkommissar Andrea Drost, Klaus Krüger, Notfall- und Polizeiseelsorger, und Notärztin Dr. Adelheid Spils ad Wilken. Sie alle sind Teil der Rettungskette, die nach einem Unfall in Gang gesetzt wird und teilen ungeschönt, teils mit Fotos und Videos ihre Erlebnisse bei schweren Verkehrsunfällen.

Dabei wird deutlich, dass ein Unfall mit schwerwiegenden Folgen an niemanden, auch an Beamten, die zum Beispiel Todesnachrichten an die Hinterbliebenen übermitteln müssen, nicht spurlos vorbeigeht. Statistisch belegt ist, dass von einem schwerwiegenden Unfall weit über 1 Personen aus Familie, Freunden, Angehörigen, Arbeitskollegen sowie Zeugen und Helfern am Unfallort noch im Nachgang betroffen sind.

„Unsere Protagonisten versuchen zu vermitteln, dass Verkehrsunfälle nicht einfach passieren, sondern verursacht werden. Weil Regeln missachtet wurden. Und genau deshalb sind Unfälle vermeidbar“, erklärt Polizeihauptkommissar Rainer Hoberg, Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizeibehörde Paderborn und Hauptorganisator der Crash-Kurse.

Der Crash Kurs NRW findet im ganzen Land statt. Die Verkehrssicherheitsberatung der Paderborner Polizei organisiert sechs bis sieben Veranstaltungen im Jahr an den weiterführenden Schulen im Kreis Paderborn. Ziel ist, junge Erwachsene ab der elften Jahrgangsstufe sowie Berufsschülerinnen und Berufsschüler für die Herausforderungen und Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. #LEBEN – Unter diesem Titel der Polizei NRW sorgt auch die Paderborner Polizei seit Anfang 2024 für mehr Sicherheit auf den Straßen. Der Begriff bringt die Anstrengungen der Polizei, schwere Verkehrsunfälle zu reduzieren, auf den Punkt.

Präventionsveranstaltungen wie „Crash Kurs“ sind bereits etabliert, aber dennoch ein wichtiger Aspekt der Fachstrategie Verkehr. Gleiches Ziel, neuer Weg – Respekt vor dem #LEBEN. Weniger Tote und Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen – das ist das erklärte Ziel der Vision Zero.

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen für 2023

Im Jahr 2023 gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 637.365 Verkehrsunfälle. Davon waren 63.250 Unfälle mit Personenschaden, was 9,92% aller Unfälle ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden beliefen sich auf 13.559 Fälle, was 2,13% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 3.764 Fällen registriert, was 0,59% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle betrugen 556.792 Fälle, was 87,36% aller Unfälle entspricht. Innerorts ereigneten sich 55.296 Unfälle (8,68%), außerorts (ohne Autobahnen) 17.437 Unfälle (2,74%) und auf Autobahnen 6.889 Unfälle (1,08%). Die Anzahl der Getöteten betrug 450, Schwerverletzte wurden 11.172 Personen registriert und 68.000 Personen wurden leicht verletzt.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 637.365
Unfälle mit Personenschaden 63.250
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 13.559
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 3.764
Übrige Sachschadensunfälle 556.792
Ortslage – innerorts 55.296
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 17.437
Ortslage – auf Autobahnen 6.889
Getötete 450
Schwerverletzte 11.172
Leichtverletzte 68.000

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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