Eine Verkehrskontrolle am Mittwochnachmittag eskalierte zu einer Verfolgungsfahrt mit Drogen, gestohlenen Kennzeichen und Diebesgut. Mehrere Personen wurden festgenommen.
Erftstadt: Gefährliche Verfolgungsfahrt endet mit Festnahmen

Euskirchen (ost)
Am Mittwochnachmittag (10. Juni) führte eine geplante Verkehrskontrolle zu einer Verfolgungsfahrt, mehreren Festnahmen und der Sicherstellung von Betäubungsmitteln, gestohlenen Kennzeichen und mutmaßlichem Diebesgut.
Um 15 Uhr beabsichtigten Polizeibeamte in der Thomas-Esser-Straße / Franz-Sester-Straße ein Fahrzeug zu überprüfen. Das Auto war mit insgesamt drei Personen besetzt.
Nachdem die Beamten dem Fahrer des Fahrzeugs Anhaltesignale gegeben hatten, setzte der Fahrer seine Fahrt fort. Während der folgenden Verfolgungsfahrt stellten die Beamten fest, dass die am Auto angebrachten Kennzeichen zur Fahndung ausgeschrieben waren. Ursprünglich waren sie für ein anderes Fahrzeug ausgegeben worden.
Das Auto bog zunächst von der Thomas-Esser-Straße auf die Franz-Sester-Straße und dann auf die Gutenbergstraße ab. Dort hielt das Fahrzeug kurz an. Ein 20-jähriger Mitfahrer aus Euskirchen stieg aus und stellte sich vor den Streifenwagen, um die weitere Verfolgung des flüchtenden Fahrzeugs zu verhindern.
Der Fahrer setzte seine Flucht daraufhin mit überhöhter Geschwindigkeit ohne den 20-Jährigen fort. Während der Fahrt nutzte er unter anderem einen Gehweg als Straße. Ein Fußgänger, der sich dort befand, wurde nach bisherigen Erkenntnissen nicht gefährdet.
Während der Fahrt verringerte der Fahrer kurzzeitig seine Geschwindigkeit. Daraufhin sprang ein 21-jähriger Beifahrer aus Euskirchen während der Fahrt aus dem Auto und entfernte sich von der Örtlichkeit.
Kurz vor der Ortslage Euskirchen-Rheder gelang es den Beamten schließlich, das Auto anzuhalten und den Fahrer zu überprüfen.
Bei dem 21-jährigen Fahrer nahmen die Beamten sowohl bei ihm als auch im Fahrzeuginnenraum starken Cannabisgeruch wahr. Nach erfolgter Belehrung gab der Mann an, zuvor Cannabis und Kokain konsumiert zu haben.
Der 21-Jährige wurde vorläufig festgenommen und zur Polizeiwache Euskirchen gebracht. Dort wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Zudem stellte sich heraus, dass er nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war.
Im Auto fanden die Beamten eine Reizstoffwaffe sowie eine bereits abgefeuerte Patronenhülse. Für die weitere Durchsuchung wurde der Rauschgiftspürhund „Balou“ eingesetzt. Dabei konnten Betäubungsmittel gefunden werden.
Im Kofferraum des Autos entdeckten die Beamten zudem eine Tüte mit insgesamt 37 Brillen im mittleren vierstelligen Euro-Bereich. Außerdem wurden drei weitere Kennzeichen gefunden.
Die Ermittlungen ergaben, dass alle Kennzeichen im Zeitraum vom 31. Mai bis zum 6. Juni 2026 in Rheinbach, Erftstadt und Euskirchen gestohlen worden waren.
Das Auto wurde beschlagnahmt.
Da sich im Verlauf der Ermittlungen der Verdacht des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln bzw. Cannabis ergab, suchten Beamte die Wohnanschrift des 21-jährigen Beifahrers auf. Der Mann war den Beamten bereits aus früheren Einsätzen bekannt, sodass seine Wohnanschrift bekannt war. Dort konnten sowohl er als auch der zuvor ausgestiegene 20-Jährige angetroffen werden.
Beide Männer aus Euskirchen wurden ebenfalls vorläufig festgenommen und zur Polizeiwache Euskirchen gebracht.
Anschließend durchsuchten die Beamten die Wohnung unter Einsatz des Rauschgiftspürhundes. Dabei wurde eine weitere geringe Menge Betäubungsmittel gefunden.
Alle drei Männer sind bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.
Die Ermittlungen dauern an.
Gegen den 21-jährigen Fahrer wurde unter anderem Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis erstattet. Außerdem wurden Anzeigen unter anderem wegen Urkundenfälschung, Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, gewerbsmäßigem Umgang mit Cannabis außerhalb des erlaubten Erwerbs und Besitzes sowie wegen Hehlerei erstattet.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Nordrhein-Westfalen für 2022/2023
Die Drogenraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 70.510 Fälle von Drogenkriminalität registriert, während es im Jahr 2023 bereits 73.917 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 63.352 im Jahr 2022 auf 65.532 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen sank jedoch von 56.367 im Jahr 2022 auf 57.879 im Jahr 2023. Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland, die die höchste Anzahl von Drogenfällen verzeichneten, bleibt Nordrhein-Westfalen mit 73.917 Fällen im Jahr 2023 jedoch eine der am stärksten betroffenen Regionen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 70.510 | 73.917 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 63.352 | 65.532 |
| Anzahl der Verdächtigen | 56.367 | 57.879 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 49.610 | 51.099 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 6.757 | 6.780 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 16.655 | 18.722 |
Quelle: Bundeskriminalamt
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen für 2023
Im Jahr 2023 gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 637.365 Verkehrsunfälle. Davon waren 63.250 Unfälle mit Personenschaden, was 9,92% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 13.559 Fälle aus, was 2,13% aller Unfälle entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 3.764 Fällen registriert, was 0,59% aller Unfälle ausmacht. Die meisten Unfälle (87,36%) waren Übrige Sachschadensunfälle. Innerorts ereigneten sich 55.296 Unfälle (8,68%), außerorts (ohne Autobahnen) 17.437 Unfälle (2,74%) und auf Autobahnen 6.889 Unfälle (1,08%). Insgesamt gab es 450 Getötete, 11.172 Schwerverletzte und 68.000 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 637.365 |
| Unfälle mit Personenschaden | 63.250 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 13.559 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 3.764 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 556.792 |
| Ortslage – innerorts | 55.296 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 17.437 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 6.889 |
| Getötete | 450 |
| Schwerverletzte | 11.172 |
| Leichtverletzte | 68.000 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








