Erste Bilder der Lage vor Eintreffen der Einsatzkräfte – Test mit Vorauserkundungsdrohne für dreimonatige Testphase gestartet.
Essen, 16. September 2026: Feuerwehr Essen startet Drohnentestphase

Essen, 16. September 2026 (ost)
Die Feuerwehr Essen startet heute, am Mittwoch, 16. September 2026, eine dreimonatige Testphase mit einer Vorauserkundungsdrohne.
Ziel des Projektes ist es herauszufinden, welchen einsatztaktischen Mehrwert eine automatisiert startende Drohne liefern kann, wenn sie bereits vor den ersten Einsatzkräften an einer Einsatzstelle eintrifft und der Leitstelle sowie der Einsatzleitung erste Bilder der Lage liefert. Die Drohne ist auf dem Dach der Hauptfeuerwache der Feuerwehr Essen an der Eisernen Hand stationiert.
Bei ausgewählten Einsatzmeldungen wird sie automatisch aktiviert, startet selbstständig und fliegt zur gemeldeten Einsatzstelle. Dabei bewegt sie sich in der Regel in einer Höhe von etwa 100 bis 120 Metern und verfügt über eine Reichweite von etwa 12 bis 15 Kilometern. Der gesamte Flug wird permanent durch einen Operator überwacht. Im Bereich der Einsatzstelle kann die Drohne die Lage aus der Luft erkunden und erste Bilder in Echtzeit an die Leitstelle und die anfahrende Einsatzleitung übertragen.
“Gerade die ersten Minuten eines Einsatzes sind für uns von besonderer Bedeutung. Je früher wir ein belastbares Bild von der Lage bekommen, desto früher können wir die richtigen Entscheidungen treffen”, erklärt der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Essen, Sascha Keil. “Wenn wir beispielsweise schon auf der Anfahrt erkennen können, wie groß ein Brandereignis tatsächlich ist, ob Menschen gefährdet sind oder welche Zufahrts- und Aufstellmöglichkeiten bestehen, können wir unsere Maßnahmen noch früher an die tatsächliche Lage anpassen.”
Neben einer normalen Kamera verfügt die Drohne über eine Wärmebildkamera. Dadurch können je nach Einsatzlage zusätzliche Informationen gewonnen werden. Die Vorauserkundung kann unter anderem bei Bränden, technischen Hilfeleistungen, Einsätzen mit Gefahrstoffen und bei Umweltgefahren, Wasserrettungseinsätzen oder größeren Schadenslagen eingesetzt werden.
Die mögliche Flugzeit beträgt rund 45 Minuten. Während der Testphase steht das System montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr zur Verfügung. Wetter, Entfernung, technische Einschränkungen oder ein bereits laufender Drohneneinsatz können dazu führen, dass die Drohne nicht bei jedem grundsätzlich geeigneten Einsatz eingesetzt werden kann.
Entscheidend ist dabei: Die Drohne soll die Einsatzkräfte nicht ersetzen. Ihr wesentlicher Auftrag ist die Vorauserkundung, bevor die ersten Kräfte vor Ort eintreffen. Die frühzeitig gewonnenen Informationen sollen dabei helfen, den Einsatz von Personal und Fahrzeugen möglichst früh an die tatsächliche Lage anzupassen. Sobald Feuerwehrkräfte die Einsatzstelle erreichen, erfolgt die reguläre Erkundung weiterhin durch die Einsatzleitung und die eingesetzten Einheiten.
Während der dreimonatigen Testphase wird jeder Einsatz der Drohne ausgewertet. Die Feuerwehr Essen untersucht insbesondere, wie groß der tatsächliche Zeit- und Informationsgewinn ist und ob aufgrund der zusätzlichen Lageinformationen beispielsweise Einsatzkräfte und Fahrzeuge früher nachgefordert oder nicht benötigte Einheiten reduziert werden können. Anschließend wird bewertet, ob und in welcher Form eine solche Vorauserkundungsdrohne künftig dauerhaft in die Einsatz- und Führungsstrukturen der Feuerwehr Essen integriert werden kann.
Begleitend zur Testphase hat die Stadt Essen eine eigene Informationsseite eingerichtet. Dort finden Bürger*innen weiterführende Informationen zum Projekt und Antworten auf häufig gestellte Fragen. Zudem kann auf einer interaktiven Karte nachvollzogen werden, wann und in welchen Bereichen des Stadtgebietes die Drohne im Rahmen der Testphase eingesetzt wurde und welche Flugroute sie dabei genommen hat.
Weitere Informationen: www.essen.de/einsatzdrohne
Wichtiger Hinweis für Bürger*innen:
Wer in den kommenden Monaten eine Drohne der Feuerwehr über dem Stadtgebiet wahrnimmt, muss nicht zwangsläufig von einer außergewöhnlich großen Einsatzlage ausgehen. Im Rahmen der Testphase wird das System bewusst bei unterschiedlichen Einsatzarten erprobt, um ausreichend Erfahrungen zu sammeln und den tatsächlichen Nutzen anschließend bewerten zu können.
Quelle: Presseportal








