Ein 33-jähriger Mann verlor die Orientierung, erzählte von Sprengstoff und tanzte, bevor ein Drogentest positiv ausfiel.
Euskirchen: Autofahrt mit Irritationen

Euskirchen (ost)
Wenn das Fahrzeug plötzlich eigenständig fährt, der Fahrer die Orientierung verliert und von explosiven Stoffen spricht, ist es definitiv kein gewöhnlicher Donnerstagabend.
In der Nacht zum heutigen Tag (28. August) meldete ein Zeuge gegen 0.14 Uhr ein auffälliges Auto. Das Auto sollte mitten auf einer Kreuzung am Pützbergring stehen – und ein Mann darin oder daneben soll lautstark auf sich aufmerksam gemacht haben.
Als die Polizei am Ort eintraf, war von der beschriebenen Szene jedoch nichts mehr zu sehen. Der Fall schien zunächst verschwunden zu sein. Doch im Rahmen der Nahbereichsfahndung kam dann der nächste Hinweis: Auf dem Keltenring meldete sich ein Zeuge bei einem Streifenwagen und berichtete von einem Fahrzeug, das mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit einen Fußgängerweg befahren habe. Anschließend sei das Auto vor der Erft zum Stillstand gekommen.
Die Polizei fand schließlich das Auto auf einem Grünstreifen – mit laufendem Motor. Der Fahrer war jedoch nicht mehr am Lenkrad, sondern befand sich einige Meter entfernt und führte offensichtlich ein Selbstgespräch.
Dabei machte der 33-jährige Euskirchener einen deutlich desorientierten und verwirrten Eindruck. Besonders ungewöhnlich: Er erklärte den Beamten, er habe Sprengstoff an seinem Auto angebracht. Außerdem könne er sich nicht daran erinnern, wie er überhaupt an diesen Ort gekommen sei. Zwischendurch tanzte er und lachte lautstark.
Bei aller Kuriosität verstanden die Einsatzkräfte bei der Sprengstoff-Äußerung selbstverständlich keinen Spaß: Das Auto wurde entsprechend überprüft. Hinweise auf tatsächlich angebrachten Sprengstoff fanden die Polizisten jedoch nicht.
Für die nächste ernste Wendung sorgte anschließend ein freiwilliger Drogenvortest. Dieser reagierte positiv auf Amphetamine und Cannabis.
Der Mann wurde daraufhin zur Polizeiwache Euskirchen gebracht, wo eine Blutprobe entnommen wurde. Sein Führerschein wurde sichergestellt.
Was auf den ersten Blick wie eine ziemlich skurrile nächtliche Episode klingt, hatte also einen ernsten Hintergrund: Wer unter dem Einfluss von Drogen die Orientierung verliert, mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs ist und dabei sogar einen Fußgängerweg befährt, bringt nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger in erhebliche Gefahr.
Kurz gesagt: Tanzen ist völlig in Ordnung – Autofahren unter Drogeneinfluss eher nicht.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Nordrhein-Westfalen für 2022/2023
Die Drogenraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 70510 Fälle von Drogenkriminalität registriert, während es im Jahr 2023 bereits 73917 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 63352 auf 65532. Die Anzahl der Verdächtigen betrug 2022 56367 und stieg im Jahr 2023 auf 57879. Unter den Verdächtigen waren 2022 49610 Männer und 6757 Frauen, während es im Jahr 2023 51099 Männer und 6780 Frauen waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 16655 im Jahr 2022 auf 18722 im Jahr 2023. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die meisten registrierten Drogenfälle in Deutschland mit 73917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 70.510 | 73.917 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 63.352 | 65.532 |
| Anzahl der Verdächtigen | 56.367 | 57.879 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 49.610 | 51.099 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 6.757 | 6.780 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 16.655 | 18.722 |
Quelle: Bundeskriminalamt








