Betrüger erbeuten Schmuck durch falschen Krankenhausnotfall. Polizei sucht nach verdächtigem Boten, Hinweise erbeten.
Gelsenkirchen: Warnung vor Schockanrufen

Gelsenkirchen (ost)
Am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, wurde eine 91-jährige Frau aus Gelsenkirchen durch einen Schockanruf von Betrügern um ihre Wertgegenstände gebracht. Während des Mittagessens klingelte das Telefon der älteren Dame im Stadtteil Horst. Eine Frauenstimme meldete sich am anderen Ende der Leitung und gab vor, die Tochter der 91-jährigen Frau zu sein. Als die Gelsenkirchenerin erklärte, dass sie keinen Sohn, sondern eine Tochter habe, korrigierte die Anruferin sich und gab sich nun als Schwiegertochter aus. Sie erzählte der älteren Dame, dass ihr Sohn schwer krank im Krankenhaus liege und dringend eine Infusion im Wert von 30.000 Euro benötige. Da die Frau angab, nicht über so viel Bargeld zu verfügen, drängte die Anruferin sie dazu, Wertgegenstände zu suchen und an einen Boten zu übergeben. Die 91-Jährige tat dies und warf gegen 15.30 Uhr einen Beutel mit Schmuck über die Balkonbrüstung. Ein unbekannter Mann fing den Beutel unten auf und verschwand mit der Beute über die Sandstraße. Erst später wurde der Betrug entdeckt und die ältere Dame erstattete Anzeige bei der Polizei.
Die Polizei bittet nun um Zeugenhinweise: Der Bote ist etwa 35 bis 50 Jahre alt, ungefähr 1,75 Meter groß, hat eine kräftige, korpulente Figur und einen dunklen Vollbart. Zur Tatzeit trug er ein kurzärmeliges, weißes Hemd, eine schwarze Hose mit weißen Streifen an der Seite und Sneaker. Zeugen, die im Bereich der Sandstraße, Heinrich-Brandhoff-Straße, Laurentiusstraße oder Zum Bauverein verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zu dem Boten oder einem genutzten Fahrzeug machen können, werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat 21 unter der Telefonnummer 0209 365 8120 oder bei der Kriminalwache unter 0209 365 8240 zu melden.
Die Polizei warnt aus gegebenem Anlass noch einmal eindringlich: Seien Sie vorsichtig, wenn jemand am Telefon Geld oder Wertgegenstände von Ihnen verlangt und versucht, Sie unter Druck zu setzen. Überprüfen Sie die Geschichte durch einen Rückruf bei der Ihnen bekannten und bisher verwendeten Nummer des betroffenen Familienmitglieds. Wenn Sie bei einem solchen Anruf unsicher sind und das Familienmitglied möglicherweise nicht erreichen können, zögern Sie nicht, sofort die Notrufnummer 110 anzurufen. Geben Sie auch am Telefon keine Informationen über familiäre oder finanzielle Verhältnisse preis. Um weitere Betrügereien zu verhindern, bittet die Polizei darum, gezielt mit Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunden über diese oder ähnliche Betrugsmaschen zu sprechen und sie für diese zu sensibilisieren.
Quelle: Presseportal








