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Hagen: Illegaler Drogenlabor-Brand in Halver, Polizei bestätigt Verdacht

Die Ermittlungen bestätigen den Verdacht eines professionellen Drogenlabors. Mehr als 10.000 Liter Syntheseabfälle wurden sicher entsorgt.

Halver Drogenlabor #1 (Foto: Polizei Hagen)
Foto: Presseportal.de

Halver/Hagen (ost)

Nach dem Brand in einem Firmengebäude in der Straße „Vömmelbach“ in Halver (Bezugsmeldung: „Feuerwehr entdeckt bei Brand in Halver mögliche illegale Chemikalien“ vom 04.05.2026; https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/30835/6268061) haben die weiteren Ermittlungen des Kommissariats für Organisierte Kriminalität des Polizeipräsidiums Hagen den Verdacht bestätigt, dass es sich bei den aufgefundenen Räumlichkeiten um ein professionell betriebenes Labor zur Herstellung synthetischer Drogen handelt.

Die mehrtägige Entsorgung der aufgefundenen Chemikalien und Materialien wurde am Montagmittag (11.05.2026) durch einen spezialisierten Entsorgungsbetrieb beendet. Die Einsatzkräfte stellten dabei mehr als 10.000 Liter Syntheseabfälle sicher, die anschließend fachgerecht abtransportiert wurden. Zudem fanden die Ermittler in mehreren Reaktoren Chemikalien vor, aus denen mutmaßlich Amphetamin hergestellt werden sollte. Aufgrund der teilweise hochgiftigen Substanzen waren umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Neben der Polizei waren auch die Feuerwehr sowie Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Für die Bevölkerung bestand nach aktuellem Ermittlungsstand zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr. Der Brand, der letztlich zur Entdeckung des Drogenlabors führte, konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. Dadurch wurde vermutlich ein folgenschwerer Großbrand verhindert.

Im Rahmen der Durchsuchungs- und Ermittlungsmaßnahmen stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweismittel, Produktionsanlagen sowie eine scharfe Schusswaffe sicher. Nach bisherigen Erkenntnissen verfügte das Labor über eine mutmaßliche Produktionskapazität von mehreren Tonnen Amphetamin. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass das Labor bereits über mehrere Monate betrieben wurde und dabei mehrere Tonnen konsumfähigen Amphetamins hergestellt und bereits abtransportiert wurden. Der geschätzte Straßenwert der hergestellten Drogen liegt im siebenstelligen Eurobereich.

Im Zuge der Ermittlungen nahmen Polizeibeamte einen 31-jährigen Tatverdächtigen aus dem Märkischen Kreis vorläufig fest. Der Mann steht im dringenden Verdacht, am Betrieb des mutmaßlichen Drogenlabors beteiligt gewesen zu sein. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hagen am vergangenen Freitag (08.05.2026) einem Haftrichter beim Amtsgericht Hagen vorgeführt. Dieser erließ Untersuchungshaftbefehl.

Die umfangreichen Ermittlungen dauern an. Gegenstand der Ermittlungen sind unter anderem die Ursache des Brandes sowie mögliche weitere Tatbeteiligte und Hintergründe des Betriebs. Hierzu wurde ein Brandsachverständiger eingesetzt. Auch wird derzeit der Verbleib des bereits hergestellten und abtransportierten Amphetamins ermittelt.

Weitergehende Auskünfte können zum jetzigen Zeitpunkt nicht erteilt werden.

Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Objekt gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02331 / 986-2066 bei der Polizei Hagen zu melden. (sch)

Quelle: Presseportal

Statistiken zur Drogenkriminalität in Nordrhein-Westfalen für 2022/2023

Die Drogenraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2022 und 2023 leicht an. Im Jahr 2022 wurden 70.510 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 73.917 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 63.352 im Jahr 2022 auf 65.532 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen betrug 2022 56.367 und stieg auf 57.879 im Jahr 2023. Unter den Verdächtigen waren 49.610 Männer und 6.757 Frauen im Jahr 2022, während es im Jahr 2023 51.099 Männer und 6.780 Frauen waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 16.655 im Jahr 2022 auf 18.722 im Jahr 2023. Im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen, der Region mit den meisten registrierten Drogenfällen in Deutschland im Jahr 2023 mit 73.917 Fällen, liegen die Zahlen für Nordrhein-Westfalen nahe beieinander.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 70.510 73.917
Anzahl der aufgeklärten Fälle 63.352 65.532
Anzahl der Verdächtigen 56.367 57.879
Anzahl der männlichen Verdächtigen 49.610 51.099
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 6.757 6.780
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 16.655 18.722

Quelle: Bundeskriminalamt

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