Die Feuerwehr Herdecke beendete nach 21 Stunden den umfangreichen Einsatz bei einem Großbrand in einem Recyclingbetrieb im Gewerbegebiet Loerfeld. Einsatzkräfte waren intensiv mit Lösch- und Kontrollmaßnahmen beschäftigt.
Halle: Brand in Recyclingbetrieb beendet

Herdecke (ost)
Die Feuerwehr Herdecke beendete den umfangreichen Einsatz bei einem Recyclingbetrieb im Gewerbegebiet Loerfeld an der Nierfeldstraße nach intensiven Löscharbeiten und Kontrollmaßnahmen. Über 21 Stunden lang waren die Einsatzkräfte der Feuerwehr Herdecke seit 0:28 Uhr zusammen mit zahlreichen überörtlichen Kräften im Einsatz.
Das Feuer hatte sich vor allem auf das in einer Halle gelagerte Material ausgebreitet. Insgesamt waren etwa 900 Quadratmeter Hallenfläche von dem Brand betroffen. Beim Eintreffen stand das Feuer in voller Ausdehnung. Zweimal drohte sogar eine Rauchgasdurchzündung. Nach den ersten Löscharbeiten stellte sich heraus, dass die weitere Brandbekämpfung und das Freilegen von Glutnestern zeitaufwändig und personalintensiv waren. Das Brandgut musste mit Baggern freigelegt, kontrolliert aus der Halle gefahren und dann gezielt mit Wasser und Schaum gelöscht werden. Dabei unterstützten Mitarbeiter des Unternehmens die Einsatzkräfte aktiv.
Um das Feuer zu bekämpfen, wurden Strahlrohre und Wasserwerfer eingesetzt. Zudem kamen unter anderem zwei Hochleistungslüfter des Ennepe-Ruhr-Kreises zum Einsatz. Der vorhandene Rauch- und Wärmeabzug der Halle wurde frühzeitig aktiviert, um den Rauch kontrolliert abzuleiten. Außerdem wurde eine Drohne mit Wärmebildkamera eingesetzt, um Glut- und Brandherde gezielt zu lokalisieren.
Umfassende Unterstützung von außerhalb
Insgesamt waren sieben Feuerwehren aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sowie die Feuerwehren aus Hagen und Dortmund an dem Einsatz beteiligt. Zu Spitzenzeiten waren etwa 170 Einsatzkräfte gleichzeitig vor Ort.
Die Einsatzleitung wurde über den Einsatzleitwagen 2 des Ennepe-Ruhr-Kreises geführt. Aufgrund der langen Dauer des Einsatzes wurde die Einsatzleitung im Schichtbetrieb besetzt. Jan Möller, diensthabender Einsatzführungsdienst und stellvertretender Leiter der Feuerwehr, übergab am frühen Morgen die Einsatzleitung an den stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Herdecke, Christian Arndt, bis zum Mittag. Danach übernahm der Leiter der Feuerwehr Herdecke, Michael Tillmanns, bevor am Abend Brandoberinspektor Fabian Westerhoff die Einsatzleitung abschließend übernahm.
Kreisbrandmeister Martin Weber unterstützte die Einsatzmaßnahmen über einen längeren Zeitraum bis in den Tagesverlauf hinein. Um den Grundschutz für das Stadtgebiet sicherzustellen, wurden während des laufenden Einsatzes Kräfte der Feuerwehren Sprockhövel und Witten an der Feuerwache Herdecke eingesetzt. Tagsüber unterstützte der Tagesdienst der Feuerwehr Herdecke.
Unterstützung durch THW, Hilfsorganisationen und Stadt
Auch das Technische Hilfswerk unterstützte die Einsatzleitung. Ein Baufachberater des THW beriet die Einsatzleitung bezüglich der statischen Situation der durch den Brand erheblich beschädigten Halle. Während der Nacht wurde die Einsatzstelle zudem durch das THW umfangreich beleuchtet.
Der nahe Betriebshof der Stadt Herdecke fungierte als Logistik- und Versorgungsstützpunkt. Die Johanniter-Unfall-Hilfe versorgte die Einsatzkräfte vor Ort mit Getränken und warmen Speisen. Mitarbeiter des Betriebshofes unterstützten die Feuerwehr während des gesamten Einsatzes.
Das Ordnungsamt sperrte die Nierfeldstraße und die angrenzenden Verkehrsbereiche großräumig ab. Leider mussten die Einsatzkräfte feststellen, dass einige Verkehrsteilnehmer die Absperrungen ignorierten und trotz der laufenden Einsatzmaßnahmen den Recyclinghof ansteuern wollten.
Wasserversorgung als besondere Herausforderung
Vor allem nachts stellte die Löschwasserversorgung eine besondere Herausforderung dar. Dafür wurde ein eigener Einsatzabschnitt eingerichtet. Nach Absprache mit dem Energieversorger konnte die Wasserversorgung zusätzlich über den Bereich der Dortmunder Landstraße sichergestellt werden.
Insgesamt wurden vier Einsatzabschnitte mit entsprechenden Unterabschnitten gebildet. In regelmäßigen Lagebesprechungen wurden die Abschnittsleitungen und weiteren Verantwortlichen kontinuierlich über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert.
Schadstoffmessungen ohne auffällige Belastungen
Während der Nacht und im weiteren Tagesverlauf wurden aufgrund der Rauchentwicklung umfangreiche Schadstoffmessungen im Stadtgebiet durchgeführt. Dazu gehörten Messfahrzeuge des Ennepe-Ruhr-Kreises, der Feuerwehr Hagen und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUV NRW). Die Einsatzkräfte gingen auch gezielt Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Nach den vorliegenden Messergebnissen konnten keine auffälligen Schadstoffbelastungen in der Umgebungsluft festgestellt werden.
Aufgrund der anfänglichen Rauchentwicklung wurde bereits nachts frühzeitig eine Warnung über NINA veröffentlicht. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten.
Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurden auch vorsorgliche Maßnahmen für Einrichtungen im Stadtgebiet getroffen. Zwei Kindertagesstätten konnten aufgrund der Einsatzlage nicht betrieben werden. Die Grundschule Schraberg wurde vorsorglich überprüft. Nach der Überprüfung konnte der Unterricht innerhalb des Gebäudes stattfinden.
Behörden eng eingebunden
Vertreter der Unteren Wasserbehörde und der Bezirksregierung Arnsberg verschafften sich vor Ort einen Überblick über die Einsatzmaßnahmen und die Situation an der Einsatzstelle.
Auch die Stadtverwaltung war eng in die Lagebewertung eingebunden. Bürgermeisterin Iris Stalzer informierte sich bereits während der Nacht und am Abend persönlich an der Einsatzstelle über die Situation. Sie dankte den überwiegend ehrenamtlichen Kräften für ihre unermüdliche Arbeit. Im weiteren Verlauf waren auch die Leitung des Ordnungsamtes sowie Rechtsdezernent Dr. Lars Heismann vor Ort.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Angaben zur Brandursache können derzeit seitens der Feuerwehr nicht gemacht werden. Eine Bewertung des entstandenen Sachschadens ist ebenfalls nicht möglich.
Erheblicher Schaden und statische Gefahren an der Halle
Durch den Großbrand wurde die rund 900 Quadratmeter große betroffene Halle insbesondere im Dachbereich erheblich beschädigt. Aufgrund der Schäden bestand in Teilbereichen der Halle Einsturzgefahr. Der Gefahrenbereich wurde deshalb großräumig abgesperrt und durfte nicht betreten werden. Vorsorglich musste am Abend auch die Loerfeldstraße gesperrt werden, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Teile der beschädigten Dachkonstruktion auf die Straße fallen könnten. Ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks unterstützte die Einsatzleitung bei der Beurteilung der statischen Situation.
Durch das konsequente Freilegen und Herausfahren des Brandguts konnten die Einsatzkräfte die Brand- und Glutbereiche nach und nach gezielt bearbeiten. Die enge Zusammenarbeit mit dem Betreiber und den Mitarbeitern des Unternehmens unterstützte diesen Prozess maßgeblich.
Einsatz erfolgreich abgeschlossen
Der Einsatz konnte trotz der erheblichen Ausdehnung des Brandes, der langen Einsatzdauer und der besonderen Anforderungen an die Brandbekämpfung routiniert und effektiv abgeschlossen werden. Die Leitung der Feuerwehr Herdecke bedankt sich ausdrücklich bei allen eingesetzten Feuerwehren und den überörtlichen Einsatzkräften, dem Ennepe-Ruhr-Kreis, der Feuerwehr Hagen und der Feuerwehr Dortmund sowie dem Technischen Hilfswerk, der Hilfsorganisation Johanniter, der Kreisfeuerwehrzentrale, der Leitstelle, den beteiligten Behörden und den Mitarbeitern der Stadt Herdecke für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.
Besonders lobenswert war auch die Zusammenarbeit mit dem betroffenen Unternehmen AHE. Ein besonderer Dank gilt auch Geschäftsführer Herrn Einig für die stets konstruktive und tatkräftige Unterstützung der Einsatzmaßnahmen. Das Unternehmen stellt für die Nacht vorsorglich eine Brandwache.
Das gute Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Großbrand nach und nach unter Kontrolle gebracht und der Einsatz erfolgreich beendet werden konnte.
Der Einsatz wurde um 21:45 Uhr beendet.
Eine Kameradin wurde ambulant vom Rettungsdienst an der Einsatzstelle behandelt und konnte den Einsatz nicht fortsetzen. Ansonsten wurde niemand verletzt.
Quelle: Presseportal








