Seit Herbst 2020 wurden CBD-reiche Betäubungsmittel mit synthetischen Cannabinoiden versetzt. Polizei warnt vor Mischintoxikationen und tödlichen Folgen durch den Konsum verschiedener Drogen.
Herford, Hiddenhausen, Bünde, Löhne, Kirchlengern, Enger, Spenge, Vlotho, Rödinghausen: Drogenkriminalität bekämpfen, Polizei warnt vor neuen Substanzen

Herford, Hiddenhausen, Bünde, Löhne, Kirchlengern, Enger, Spenge, Vlotho, Rödinghausen (ost)
Seit Herbst 2020 wurden vereinzelt Betäubungsmittel entdeckt, die CBD-reiches Pflanzenmaterial (Blüten oder Harz) mit hochpotenten synthetischen Cannabinoiden vermischt enthalten. Diese Mischung ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Die Polizei warnt außerdem vor Mischintoxikationen und dem Konsum verschiedener Drogen sowie Tabletten. Es gibt Berichte über ähnliche Vorfälle aus verschiedenen Bundesländern. Auf europäischer Ebene wurde durch eine Warnung der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA – EU-EWS-RCS-AD-2020-0003, 22.12.2020) auf Vorfälle in der Schweiz, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Österreich hingewiesen. Darunter sind auch Fälle, bei denen es nach dem Konsum entsprechender Substanzen zu akuten Vergiftungen kam.
Diese künstlichen Cannabinoide werden als reine Substanzen erworben und auf das Pflanzenmaterial aufgetragen. Abhängig vom Typ des aufgebrachten Wirkstoffs handelt es sich um Substanzen, die unter das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) oder das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) fallen. Dieses Phänomen wurde in NRW bisher nur bei „lose“ verkauftem Material festgestellt, also nicht bei CBD-reichen Produkten, die beispielsweise in Kiosken unter entsprechender Werbung angeboten werden.
Weitere allgemeine Informationen zu den neuen synthetischen Cannabinoiden finden Sie im neuen Präventionsportal der Polizei NRW unter https://praevention.polizei.nrw/meldungen/synthetische-cannabinoide-auf-cannabidiol-hanf. Die Polizei warnt außerdem ausdrücklich vor dem Konsum von Tabletten in Verbindung mit anderen Drogen oder Substanzen. In solchen Fällen kann es zu lebensbedrohlichen Mischintoxikationen kommen. Die Wechselwirkung dieser Substanzen kann tödlich enden.
Quelle: Presseportal
Statistiken zur Drogenkriminalität in Nordrhein-Westfalen für 2022/2023
Die Drogenraten in Nordrhein-Westfalen zwischen 2022 und 2023 sind angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 70.510 Fälle von Drogenkriminalität erfasst, wovon 63.352 Fälle gelöst wurden. Es gab insgesamt 56.367 Verdächtige, darunter 49.610 Männer, 6.757 Frauen und 16.655 nicht-deutsche Verdächtige. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 73.917, wobei 65.532 Fälle gelöst wurden. Es gab insgesamt 57.879 Verdächtige, darunter 51.099 Männer, 6.780 Frauen und 18.722 nicht-deutsche Verdächtige. Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an aufgezeichneten Drogenfällen mit 73.917 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 70.510 | 73.917 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 63.352 | 65.532 |
| Anzahl der Verdächtigen | 56.367 | 57.879 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 49.610 | 51.099 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 6.757 | 6.780 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 16.655 | 18.722 |
Quelle: Bundeskriminalamt








