Die Polizei Hagen hat ein Projekt zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Polizei ins Leben gerufen. Minderjährige sind überproportional unter den polizeilich registrierten Tatverdächtigen.
Hohenlimburg: Polizei Hagen stellt neues Projekt vor

Hagen (ost)
Durch die Ausrichtung an aktuellen Kriminalitätsentwicklungen hat die Polizei Hagen ein Projekt ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Polizei zu stärken. Kinder und Jugendliche sind übermäßig unter den polizeilich registrierten Tatverdächtigen vertreten, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil.
In Nordrhein-Westfalen stellen Minderjährige etwa 18 Prozent der Gesamtbevölkerung dar. Ihr Anteil an den polizeilich erfassten Tatverdächtigen liegt jedoch seit Jahren bei etwa 25 Prozent und ist damit deutlich höher als ihr Bevölkerungsanteil. Auch in Hagen zeigt sich ein ähnliches Bild. Im Jahr 2024 betrug der Anteil minderjähriger Tatverdächtiger etwa 24 Prozent, im Jahr 2023 lag er bei 25 Prozent und erreichte damit den bisherigen Höchststand. Die „Tatort Schule“ spielt dabei eine wichtige Rolle.
Die Polizei Hagen setzt sich seit vielen Jahren für eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulformen ein. Dabei werden die Fachkenntnisse verschiedener polizeilicher Bereiche in die Maßnahmen an den Schulen integriert. Durch eine verstärkte Kommunikation soll die Zusammenarbeit verbessert werden, um die objektive und subjektive Sicherheit an Schulen zu erhöhen. Darüber hinaus soll durch regelmäßige Präsenz und intensiven Austausch das Vertrauen zwischen Polizei, Schülern und Lehrern gestärkt werden.
Das neue Projekt berücksichtigt alle weiterführenden Schulformen in Hagen und ist vorerst auf fünf Schulen begrenzt, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Diese Schulen sind die Ernst-Eversbusch-Schule (Hauptschule), die Realschule Hohenlimburg, die Liselotte-Funcke-Schule (Sekundarschule), die Fritz-Steinhoff-Gesamtschule und das Theodor-Heuss-Gymnasium. Die Maßnahmen begannen im Februar dieses Jahres und sind zunächst auf eineinhalb Jahre ausgelegt, um ein vollständiges Schuljahr (2026/27) abzudecken. Das Projekt kann anschließend verlängert oder erweitert werden.
Verschiedene Polizeidienststellen sind an dem Projekt beteiligt. Die Polizistinnen und Polizisten des Bezirksdienstes führen monatlich Schulhofstreifen durch. Die Verkehrssicherheitsberaterinnen und -berater der Polizei organisieren Aktionstage, um Gewalt im Straßenverkehr vorzubeugen und für eine deeskalierende und rücksichtsvolle Fahrweise zu sensibilisieren. Zudem stehen die Jugendkontaktbeamtinnen und -beamten, die „JuCops“, Experten aus dem Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz, dem Staatsschutz und dem Kontaktbeamten für interkulturelle und religiöse Angelegenheiten für einen intensiveren Austausch zur Verfügung. Die Polizei Hagen freut sich auf die Zusammenarbeit. (rst)
Quelle: Presseportal








