Auffindung einer unbekannten Leiche im Jahr 2001 bei Höxter. Polizei sucht öffentlich nach Hinweisen zur Identität der Frau.
Kaltfall: Neue Erkenntnisse im Fall der unbekannten Toten im Godelheimer See

Bielefeld (ost)
Bielefeld – Die Ermittlungsgruppe Cold Case der Bielefelder Polizei wendet sich mit neuen Erkenntnissen in diesem Fall an die Öffentlichkeit und bittet um Mithilfe. „Wir haben alle möglichen und derzeit zulässigen Maßnahmen zur Identifizierung des weiblichen Leichnams ausgeschöpft“, teilt der Leiter der Ermittlungsgruppe, Erster Kriminalhauptkommissar Markus Mertens, mit. „Bis heute ist es uns nicht gelungen, die sterblichen Überreste aus dem Godelheimer See einer konkreten Person zuzuordnen. Aus diesem Grund fahnden wir jetzt noch einmal öffentlich nach Hinweisen, die Aufschluss über die Identität und das Schicksal der Frau geben könnten.“
Auffindung eines weiblichen Leichnams im Jahr 2001
Ausbildungstaucher entdeckten im Mai 2001 am Grund des Godelheimer Sees zufällig Teile eines stark verwesten, weiblichen Leichnams. Trotz umfangreicher Suchmaßnahmen konnten Spezialtaucher der Polizei nur Becken- und Beinknochen in einem fortgeschrittenen Zersetzungszustand auffinden. Der Kopf und der Oberkörper blieben verschwunden. Bereits drei Jahre zuvor will eine Sporttaucherin im Wasser des Sees eine Leiche treiben gesehen haben. Eine aufwändige Suchaktion im Jahr 1998 blieb jedoch zunächst erfolglos.
Die Ermittlungen ab 2001
Im Rahmen der Obduktion wurde festgestellt, dass der Leichnam im Bereich der Knie bzw. Oberschenkel mit einer beigefarbenen Paketschnur aus Polypropylen gefesselt war. Daher gingen die Ermittler auch damals schon von einem Verbrechen aus und schlossen einen Suizid oder ein Unfallgeschehen eher aus.
Unklar ist bis heute, wann der Leichnam in das Gewässer eingebracht worden ist. Die Rechtsmedizin teilte hierzu mit, dass die Liegezeit mindestens ein Jahr betragen hat, möglicherweise aber auch deutlich darüber liegen könnte.
Aus den sterblichen Überresten konnte seinerzeit das DNA-Profil gewonnen und durch aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zwischenzeitlich auftypisiert werden, sodass vage Aussagen zum Erscheinungsbild der Getöteten gemacht werden können: „Mit großer Wahrscheinlichkeit hatte sie blaue Augen, helles Haar und einen blassen bis mittleren Hauttyp. Zum Todeszeitpunkt dürfte das Opfer etwa 18 bis 30 Jahre alt gewesen sein. Die Größe von etwa 160 bis etwa 169 cm können wir aus den Obduktionsergebnissen ableiten“, fasst der Chefermittler die Ergebnisse zusammen.
Durch ein Isotopengutachten konnte zudem festgestellt werden, dass die Getötete wohl noch nicht lange in Deutschland gelebt haben dürfte und möglicherweise aus Südosteuropa (Slowakei, Südpolen, Rumänien, Bulgarien) stammen könnte.
Ein Abgleich der DNA der Toten mit der DNA-Analyse-Datei und Vermisstendatenbanken, der zwischenzeitlich unter Beteiligung des BKA und Interpol auch über die Grenzen Europas hinaus erfolgt ist, erbrachte nach wie vor keine Hinweise auf die Identität der Toten.
Auch mehreren konkreten Hinweisen aus der Bevölkerung auf die Identität der Leiche gingen die Ermittler damals nach. DNA-Abgleiche mit Genmaterial der möglichen Angehörigen schufen Gewissheit, dass kein Zusammenhang mit dem Leichenfund im Godelheimer See bestand.
Erstmals veröffentlicht die Polizei nun auch zwei Fotos des Fesselungsmaterials, wobei es sich bei der Schnur zweifelsfrei um ein Massenprodukt handelt.
Den Fahndern stellen sich noch immer viele Fragen:
Wer kann Angaben zu einer weiblichen Person machen, die sich Mitte der 1990er Jahre kurz im Raum Höxter aufgehalten hat und dann plötzlich verschwand? Stammte die Frau tatsächlich aus Südosteuropa? Warum hat sie bisher niemand vermisst gemeldet? Vielleicht haben der oder die Täter über die Jahre mit anderen Personen über die Tat gesprochen. Wer kann dazu Angaben machen?
Für Hinweise melden Sie sich bitte:
Polizeipräsidium Bielefeld / Ermittlungsgruppe Cold Cases / 0521/545-0
Quelle: Presseportal








