Die Bundesanwaltschaft hat heute einen deutschen und ruandischen Staatsangehörigen wegen mutmaßlichem Völkermord und 25-fachem Mord festnehmen lassen.
Karlsruhe: Verhaftung wegen Völkermord und 25-fachem Mord in Ruanda

Karlsruhe (ost)
Am 1. Juli 2026 hat die Bundesanwaltschaft in Hessen (Main-Kinzig-Kreis) den deutschen und ruandischen Staatsangehörigen Innocent S. gemäß einem Haftbefehl des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 17. Juni 2026 festnehmen lassen.
Der Verdächtige wird beschuldigt, als Mittäter in fünfundzwanzig Fällen des Völkermordes und Mordes dringend verdächtig zu sein (§ 220a Abs. 1 Nr. 1 StGB a.F., § 211 Abs. 2, § 25 Abs. 2 StGB).
Im Haftbefehl wird ihm im Wesentlichen folgender Sachverhalt zur Last gelegt: Zwischen Anfang April und Anfang Juli 1994 wurden in Ruanda flächendeckend Tutsi von Hutu getötet, wobei schätzungsweise zwischen 500.000 und 1.000.000 Menschen starben. Der Völkermord wurde von Personen orchestriert, die verschiedenen Institutionen in Ruanda angehörten, darunter dem damaligen Regierungsapparat, der Armee, der Nationalpolizei und der Verwaltung.
Zu dieser Zeit war Innocent S. Assistent des Bürgermeisters von Kayove, einer Kommune in der Präfektur Gisenyi im Nordwesten Ruandas. Er ordnete die Ermordung von insgesamt 25 Tutsi in fünf verschiedenen Fällen an und stachelte bereits zuvor zur Vernichtung von Tutsi in seiner Gemeinde an. Zudem ließ er entsprechende Todeslisten erstellen. In einem Fall beteiligte er sich persönlich an der Ermordung eines Mannes, dem er mit einem Messer in die Brust schnitt.
Heute wird der Beschuldigte dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnen und über die Untersuchungshaft entscheiden wird.
Quelle: Presseportal








