Deutsche und niederländische Feuerwehren vertiefen Zusammenarbeit bei Vegetationsbrandbekämpfung. Verbesserung der Kommunikation und Standards für effektive Einsätze.
Kleve: Grenzüberschreitende Feuerwehrzusammenarbeit

Kranenburg (ost)
Wie kooperieren deutsche und niederländische Feuerwehren bei einem Vegetationsbrand? Welche Ausrüstung wird verwendet, welche Strategien sind unterschiedlich – und wie erfolgt die Kommunikation über Sprach- und Organisationsgrenzen hinweg? Diese Fragen wurden kürzlich von Einsatzkräften aus Deutschland und den Niederlanden bei einer gemeinsamen Schulungs- und Austauschveranstaltung im Reichswald bei Kranenburg untersucht.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des europäischen Interreg-Projekts „Natu(u)rbrandmanagement“ organisiert, das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Natur- und Vegetationsbränden nachhaltig verbessern soll. Ziel des Projekts ist es, Einsatzkräfte beider Länder frühzeitig zu vernetzen, gemeinsame Standards zu entwickeln und voneinander zu lernen.
Im Gegensatz zu einer klassischen Übung stand diesmal nicht die Simulation eines realistischen Waldbrandes im Mittelpunkt. Vielmehr lag der Fokus auf dem fachlichen Austausch. Einsatzkräfte der Brandweerposten Gennep und Mook, der Feuerwehren Kranenburg, Kleve und Goch, des Technischen Hilfswerks Ortsverband Kleve sowie Vertreter von Wald und Holz NRW nutzten die Gelegenheit, um ihre Fahrzeuge, Ausrüstung und Einsatzkonzepte vorzustellen und miteinander zu diskutieren.
In gemischten deutsch-niederländischen Gruppen erläuterten die Einsatzkräfte die Besonderheiten ihrer Fahrzeuge und Löschtechnik. Gleichzeitig tauschten die Führungskräfte Informationen über Führungsstrukturen, Kommunikationswege und taktische Vorgehensweisen bei Vegetationsbränden aus. Zusammen wurde ein Einsatzkonzept für ein simuliertes Waldbrandszenario entwickelt, das unter anderem eine 1.500 Meter lange Wasserversorgung umfasste. Erst danach wurde dieser gemeinsam erarbeitete Plan praktisch umgesetzt.
Vor allem bei Vegetations- und Waldbränden wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit immer wichtiger. Große Schadensereignisse machen nicht an nationalen Grenzen halt. Daher ist es entscheidend, dass Einsatzkräfte die Arbeitsweise ihrer Kollegen kennen und bereits vor gemeinsamen Einsätzen persönliche Kontakte geknüpft haben. Dieses gegenseitige Verständnis war der Kern der Veranstaltung.
Auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei Fahrzeugkonzepten, Löschtechniken und Führungsstrukturen standen im Mittelpunkt. Fragen zur Funkkommunikation, taktischen Kennzeichnung und technischen Kompatibilität der Ausrüstung wurden intensiv diskutiert. Die Teilnehmer erhielten dabei Einblicke in die nationalen Vorgehensweisen und identifizierten Ansätze, die auch in ihren eigenen Organisationen berücksichtigt werden können.
Die Veranstaltung endete mit einer gemeinsamen Auswertung. Dabei wurden positive Erfahrungen ebenso angesprochen wie Potenziale zur Verbesserung für zukünftige grenzüberschreitende Einsätze. Der intensive Austausch bestätigte das Ziel der Organisatoren: Vertrauen aufbauen, voneinander lernen und die Zusammenarbeit im Alltag stärken – damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert.
Quelle: Presseportal







