Rund 75 Einsatzkräfte übten in einer Produktionshalle die Rettung von Vermissten und die Zusammenarbeit der Einheiten. Eine Übungspuppe kam bei einem eingeklemmten Mitarbeiter unter einem Gabelstapler zum Einsatz.
Kranenburg – Nütterden: Feuerwehr probt Menschenrettung in Nütterden

Kranenburg – Nütterden (ost)
Personen, die vermisst werden, in einer verrauchten Produktionshalle, ein Mitarbeiter, der unter einem Gabelstapler eingeklemmt ist, und die drohende Ausbreitung eines Brandes: Die Jahresübung der Freiwilligen Feuerwehr Kranenburg stellte die Einsatzkräfte am Freitagabend, 9. Oktober 2026, vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Etwa 75 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst übten auf dem Gelände der Firma Messebau Tünnissen in Nütterden. Im Fokus standen die Rettung von Personen und die Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten.
Das Szenario führte die Einsatzkräfte in einen Betrieb, der Holz verarbeitet. Es wurde angenommen, dass es während der Mittagspause zu einer Verpuffung im Spänebunker kam. Rauch breitete sich in der Produktionshalle aus, und mehrere Personen wurden im Gebäude vermisst. Mitarbeiter, die sich im Sozialraum aufhielten, verloren auf dem Weg nach draußen die Orientierung.
Die Feuerwehrkräfte gingen unter Atemschutz in die vernebelten Hallen. Zwischen Maschinen, Werkbänken und Regalen suchten sie nach den vermissten Personen. Taschenlampen durchdrangen den Übungsrauch, während draußen die Versorgung der geretteten Personen vorbereitet wurde. Insgesamt 15 Mitglieder der Jugendfeuerwehr übernahmen als Darsteller die Rollen der Betroffenen und trugen zur realistischen Darstellung bei.
Vor der Halle wartete eine zusätzliche Herausforderung: Nach dem Übungsszenario hatte ein Mitarbeiter versucht, einen Gabelstapler aus dem Gefahrenbereich zu fahren. Dabei erfasste er in der Hektik einen Kollegen, der unter dem Fahrzeug eingeklemmt wurde. Für diese Situation wurde eine Übungspuppe eingesetzt. Die Feuerwehr nutzte Hebekissen zur technischen Rettung. Dabei mussten die Maßnahmen zur Befreiung und zur medizinischen Versorgung koordiniert werden.
Auszubildende des Rettungsdienstes des Kreises Kleve nutzten die Gelegenheit, die Versorgung der dargestellten Verletzten und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr unter realistischen Bedingungen zu üben. Neben der Rettung von Personen galt es auch, eine weitere Ausbreitung des angenommenen Brandes zu verhindern. Zum Szenario gehörte auch die Bedrohung eines benachbarten Palettenlagers.
Zur Jahresübung waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Ratsfraktionen eingeladen. Sie konnten vor Ort sehen, welche Anforderungen ein solches Schadensereignis an Personal, Ausrüstung und Einsatzführung stellt.
Wehrleiter Andreas Thelosen betonte in seiner anschließenden Rede den Wert dieses praktischen Einblicks. Die Übung verdeutlichte die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr und zeigte, wie Ausrüstung und Einsatzkräfte zusammenarbeiten. Gleichzeitig dankte er der Politik für ihre Unterstützung und für kürzlich getroffene Entscheidungen zugunsten der Feuerwehr.
Bürgermeister Martin Kepser lobte das Zusammenspiel der Beteiligten und das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute. Die praxisnahe Übung zeigte anschaulich, wie viele Abläufe bei einer Rettung ineinandergreifen müssen. Mit Blick auf den Einsatz der Ehrenamtlichen betonte er: “Wir als Bürgerinnen und Bürger fühlen uns dadurch natürlich extrem sicher.” Sein Dank galt den Einsatzkräften: “Vielen, vielen Dank für euren Einsatz.”
Quelle: Presseportal








