Warum die Polizei erst spät mit Fotos nach einem Täter fahndet und welche Vorgehensweise dabei verfolgt wird.
Krefeld: Polizei fahndet spät mit Fotos

Krefeld (ost)
Erst nach einiger Zeit nach einem Verbrechen beginnen wir plötzlich mit der Veröffentlichung von Fotos des Täters. Warum zeigen wir sie nicht schon früher?
Das ist gesetzlich nicht erlaubt. Bevor wir öffentlich nach einer Person mit Fotos suchen können, müssen alle anderen Möglichkeiten erfolglos versucht worden sein. Viele Gesuchte sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Täter identifiziert, sondern nur als Verdächtige – und möglicherweise unschuldig. Bevor wir also jemanden öffentlich bloßstellen, setzen wir zunächst andere Methoden ein, um ihn zu finden.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir die Fotos in der Zwischenzeit nicht verwenden. Zuerst prüfen die Ermittler des Kriminaldienstes, ob sie die Person erkennen. Wenn dies nicht der Fall ist, starten wir eine interne Fahndung: Alle unsere Kollegen erhalten das Foto des Verdächtigen und suchen nach ihm. Erst wenn alle diese Maßnahmen erfolglos bleiben, erlaubt uns das Gesetz, das Foto öffentlich zu zeigen. Dafür benötigen wir dann eine richterliche Anordnung: Bei schweren Verbrechen wie Mord geht dies natürlich besonders schnell.
Häufig ist diese Vorgehensweise auch in unserem eigenen Interesse: Manchmal ist es einfacher, an den Täter heranzukommen, wenn er nicht weiß, dass wir sein Aussehen kennen. Oder dass wir überhaupt nach ihm suchen. Wenn wir jedoch eine öffentliche Fahndung starten, informieren wir nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch den Täter selbst.
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Quelle: Presseportal








