Die Polizei Coesfeld führt Geschwindigkeitskontrollen durch, um die Wildunfallzahlen zu senken. Im Jahr 2025 gab es 18 Unfälle, in diesem Jahr bisher acht.
Kreis Coesfeld: Geschwindigkeitskontrollen zur Wildunfallbekämpfung

Coesfeld (ost)
Zur Senkung der Wildunfallzahlen hat die Polizei Coesfeld erneut Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Am Mittwochmorgen (22.07.26) befand sich die Messstelle an der B474 am Brink. 2025 ereigneten sich dort 18 Unfälle, in diesem Jahr waren es bisher acht.
Thomas Eder ist Abteilungsleiter der Kreispolizeibehörde und somit ranghöchster Polizist im Kreis. Die Senkung der Unfallzahlen ist ihm ein großes Anliegen. „Im Kreis Coesfeld ereignen sich zu viele Verkehrsunfälle mit Wildtieren. Im Jahr 2025 haben wir 1540 registriert. Damit liegen wir zwar unter dem Höchstwert von 1704 Unfällen im Jahr 2023, aber liegen immer noch zu hoch.“ Wie er weiter ausführt, erlitt im vergangenen Jahr ein Mensch schwere Verletzungen, fünf weitere wurden leicht verletzt.
Eder weist auf den Faktor Geschwindigkeit hin, der den Unterschied machen kann: „Nur wer mit angemessener Geschwindigkeit fährt, hat eine Chance, einen Wildunfall zu vermeiden.“ Dass Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit unterschätzen, zeigt das Ergebnis der Messungen am Brink.
Von 104 gemessenen Fahrzeugen waren 15 Fahrer so schnell, dass sie eine Ordnungswidrigkeitenanzeige erhalten. Darunter zu finden ist einer, der mit Tempo 104 bei erlaubten 70 km/h durch die Messstelle gefahren ist. 89 weitere Personen mussten ein Verwarngeld zahlen. Das Risiko, dass Wild auf die Straße tritt, steigt aktuell wieder, wie Eder sagt: „Im Moment ist es besonders gefährlich, weil die Tiere in der Brunft sind. An der Messstelle ist auch Damwild unterwegs, das durchaus auch 90 Kilo wiegen kann.“
Sollte es zu der Situation kommen, rät der Abteilungsleiter stark zu bremsen, das Lenkrad festzuhalten und wegen der Gefahren möglichst nicht auszuweichen. „Nach einem Unfall ist es wichtig, die Unfallstelle abzusichern und die Polizei oder den Jagdausübungsberechtigten zu informieren. Wenn es Verletzte gibt, muss man Erste Hilfe leisten und Rettungskräfte verständigen.“
Auf großes Interesse stieß die Kontrolle beim Wild selber. Einige Rehe beobachteten das Treiben aus etwas Distanz und entschieden sich, nicht auf die Straße zu treten. So wirkten die Geschwindigkeitsmessungen letztlich auch beiderseits präventiv.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen für 2023
Im Jahr 2023 gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 637.365 Verkehrsunfälle. Davon waren 63.250 Unfälle mit Personenschaden, was 9,92% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 13.559 Fälle aus, was 2,13% der Gesamtzahl entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 3.764 Fällen registriert, was 0,59% ausmacht. Die übrigen Sachschadensunfälle belaufen sich auf 556.792 Fälle, was 87,36% entspricht. Von den Verkehrsunfällen fanden 55.296 innerorts statt (8,68%), 17.437 außerorts (2,74%) und 6.889 auf Autobahnen (1,08%). Insgesamt gab es 450 Getötete, 11.172 Schwerverletzte und 68.000 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 637.365 |
| Unfälle mit Personenschaden | 63.250 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 13.559 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 3.764 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 556.792 |
| Ortslage – innerorts | 55.296 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 17.437 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 6.889 |
| Getötete | 450 |
| Schwerverletzte | 11.172 |
| Leichtverletzte | 68.000 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








