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Minden-Lübbecke: Polizei warnt vor Schockanrufen und falschen Handwerkern

Kriminelle zielen auf Senioren ab und verursachen finanzielle Schäden. Bevölkerung zur Wachsamkeit aufgerufen, um Betrüger zu stoppen.

Foto: Depositphotos

Minden-Lübbecke (ost)

(DM) Am vergangenen Freitag registrierte die Polizei im Kreis Minden-Lübbecke eine besorgniserregende Zunahme von Straftaten, die gezielt ältere Bürgerinnen und Bürger zum Opfer fielen. Neben zahlreichen versuchten Telefonbetrügereien, bei denen die Angerufenen glücklicherweise besonnen reagierten, die Masche durchschauten und sofort auflegten, gab es mindestens zwei abgeschlossene Taten im Kreisgebiet, bei denen die Opfer erheblichen finanziellen Schaden erlitten. Die Polizei warnt daher erneut vor den hinterhältigen Methoden der Täter und bittet die Bevölkerung um erhöhte Wachsamkeit.

Im Verlauf des Freitags, zwischen 10 und 16 Uhr, geriet zunächst ein 75-jähriger Mann aus dem Stadtgebiet von Bad Oeynhausen ins Visier der Telefonbetrüger. Die Täter setzten das Opfer unter starken psychischen Druck und täuschten dem älteren Herrn vor, dass seine Schwester in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt sei, bei dem jemand ums Leben gekommen sei. Um eine vermeintliche Haftstrafe zu vermeiden, musste sofort eine Kaution im fünfstelligen Bereich hinterlegt werden. Der schockierte Mann glaubte der dramatischen Geschichte und übergab noch am selben Tag eine hohe Geldsumme an einen Komplizen. Dieser hatte sich fälschlicherweise als Polizeibeamter ausgegeben und war direkt an der Wohnadresse des Opfers erschienen. Der Täter wurde als ungefähr 180 cm großer Mann mit offensichtlich osteuropäischer Herkunft beschrieben, der perfekt Deutsch sprach und keine Uniform trug.

Zu einem ähnlichen Vorfall kam es zwischen 14 und 17 Uhr im Ortsteil Rehme, wo Kriminelle ein älteres Ehepaar im Alter von 88 und 83 Jahren kontaktierten. Am Telefon weinte eine weibliche Stimme, die sich als die eigene Tochter ausgab und behauptete, einen tödlichen Unfall verursacht zu haben. Auch hier wurde von einem vermeintlichen Staatsanwalt die sofortige Zahlung einer Kaution gefordert. Der 83-jährige Ehemann glaubte zunächst den Angaben, fuhr zur Bank und holte bereits Goldbarren für die Übergabe. Kurz vor der tatsächlichen Übergabe kamen ihm jedoch glücklicherweise Zweifel. Er wurde im letzten Moment misstrauisch und brach den Kontakt ab, wodurch ein finanzieller Schaden vermieden werden konnte.

Mit einer völlig anderen, jedoch nicht weniger dreisten Methode schlugen Kriminelle gegen 14:30 Uhr im Stadtgebiet von Lübbecke zu. Zwei bislang unbekannte Männer suchten die Wohnung eines Ehepaares im Alter von 82 und 78 Jahren auf. An der Haustür gaben sie sich als Handwerker aus und erlangten so geschickt Zugang zu den Wohnräumen. Während die Senioren in der Wohnung abgelenkt wurden, durchsuchten die Täter nach Wertsachen. Sie stahlen zunächst unbemerkt Bargeld im niedrigen fünfstelligen Bereich und konnten danach entkommen. Laut den Opfern handelte es sich um zwei etwa 20 bis 30 Jahre alte Männer, die komplett dunkel gekleidet waren und jeweils einen dunklen Vollbart trugen. Einer der Verdächtigen war ungefähr 180 cm groß, sein Komplize wurde auf etwa 170 cm geschätzt.

Hinweise nimmt die Polizei Minden-Lübbecke unter der Telefonnummer (0571) 8866-0 entgegen.

Aus gegebenem Anlass rät die Polizei nochmals eindringlich: Beenden Sie verdächtige Anrufe sofort! Weder die Polizei, die Staatsanwaltschaft noch andere Behörden fordern am Telefon jemals die Herausgabe von Bargeld, Gold oder Wertgegenständen oder verlangen Kautionen. Lassen Sie niemals unaufgefordert Handwerker oder Amtspersonen in Ihre Wohnung und verlangen Sie im Zweifelsfall immer einen Dienstausweis. Die Polizei bittet außerdem Angehörige, aktiv ältere Verwandte und Nachbarn über die betrügerischen Tricks der Diebe aufzuklären.

Quelle: Presseportal

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