Eine Joggerin entdeckte 2015 ein ausgebranntes Fahrzeug mit menschlichen Überresten. Nach 10 Jahren wird der Cold-Case neu aufgerollt.
Münster: Neue Spuren im Mordfall Suleyman D.

Münster (ost)
Gemeinsame Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Münster und der Polizei Münster.
Am 18.02.2015 fand eine Joggerin am Dortmund-Ems-Kanal in Greven, in der Nähe eines Motocross-Platzes, ein ausgebranntes Auto und informierte die Polizei. Im Auto wurden menschliche Überreste gefunden. Untersuchungen bestätigten, dass es sich bei dem Verstorbenen um den Besitzer des Fahrzeugs handelte, den damals 44-jährigen Suleyman D. aus Greven.
Ein spezielles Ermittlungsteam übernahm den Fall. Zwei Männer aus Lengerich und Münster gerieten schnell ins Visier der Ermittler. Zu der Zeit ging die Polizei von einem Raubmord aus. Die beiden Männer wurden verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Im Juni 2015 hob das Oberlandesgericht Hamm die Haftbefehle auf und entließ die beiden Männer aus der Untersuchungshaft, da es Zweifel an einem dringenden Tatverdacht gab.
Das Ermittlungsteam arbeitete intensiv weiter an dem Fall und im Januar 2017 wurde der Fall bei der TV-Sendung Aktenzeichen XY vorgestellt. Es gingen zahlreiche Hinweise ein, jedoch blieb der erwartete Durchbruch aus. Die Staatsanwaltschaft Münster lobte eine Belohnung von 5.000 Euro für hilfreiche Hinweise aus. Diese Belohnung gilt weiterhin.
Im Jahr 2025 wurde der Fall als sogenannter Cold-Case neu aufgerollt. Eine neue Ermittlungskommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Stefan Roling wurde beim Polizeipräsidium Münster eingesetzt.
Fortschritte in der Technologie, verbesserte Auswertungsmöglichkeiten und neue Erkenntnisse führten zu neuen Spuren. Es besteht die Möglichkeit, dass Zeugen und Informanten aus dem Jahr 2015 nicht die Wahrheit gesagt haben. Diese falschen Aussagen wären mittlerweile strafrechtlich verjährt, falls sie relevant wären.
Die Polizei und die Staatsanwaltschaft hoffen, dass die betroffenen Personen nach mehr als zehn Jahren bereit sind, mit der Polizei zusammenzuarbeiten.
Die Ermittlungskommission ist zuversichtlich, Bewegung in den Fall zu bringen, und stellt daher erneut folgende Fragen an die Öffentlichkeit:
Hinweise nimmt die Polizei Münster unter der Nummer 0251-275-2241 entgegen.
Für Presseanfragen steht Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt unter der Nummer 0172 2913810 zur Verfügung.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Nordrhein-Westfalen für 2022/2023
Die Mordraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2022 und 2023 an. Im Jahr 2022 wurden 380 Fälle registriert, während es im Jahr 2023 bereits 470 waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 357 auf 443. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 518 auf 671, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen von 458 auf 596 und die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 60 auf 75 stieg. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 206 auf 310. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die meisten aufgezeichneten Mordfälle in Deutschland mit 470 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 380 | 470 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 357 | 443 |
| Anzahl der Verdächtigen | 518 | 671 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 458 | 596 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 60 | 75 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 206 | 310 |
Quelle: Bundeskriminalamt








