Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Nettetal: Fahrräder, Pfefferspray und schwache Ausreden

Ein geplanter Rollerdiebstahl endete in einem Chaos, bei dem Täter und Opfer verschwammen. Polizei ermittelt gegen alle Beteiligten.

Foto: Depositphotos

Nettetal-Breyell (ost)

Am frühen Sonntagmorgen führte ein geplanter Diebstahl eines Rollers zu einer Abfolge von Ereignissen, bei denen die Linie zwischen Tätern und Opfern schnell verschwamm. Am Ende ermittelt die Polizei gegen fast alle Beteiligten.

Der Ursprung lag im Plan von zwei Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren aus Nettetal: Die beiden hatten beschlossen, einen Roller zu stehlen und hatten sich entsprechend mit dem passenden Werkzeug im Rucksack ausgerüstet. Auf der Suche nach einem geeigneten Objekt entwendeten sie spontan zwei unverschlossene Fahrräder, die sie später in einem Gebüsch ablegten.

Als die beiden Teenager versuchten, den auf der Straße Berg in Breyell geparkten Roller zu stehlen, wurden sie jedoch von dem mutmaßlichen Besitzer (20) und seinen beiden Begleitern (17 und 27 Jahre alt), alle aus Nettetal, auf frischer Tat ertappt. Es kam zu einer Verfolgung, bei der das Trio die fliehenden Jugendlichen stellen konnte. Da einer der Teenager einen Schraubendreher in der Hand hielt, griff der 20-Jährige kurzerhand zu Pfefferspray und setzte die beiden mutmaßlichen Diebe außer Gefecht.

Daraufhin übernahm der 27-jährige Begleiter die Rolle des Ermittlers: Er durchsuchte den Rucksack der Jugendlichen – angeblich um ihre Identität festzustellen. Doch mittendrin überfiel ihn plötzlich ein Gefühl der Verantwortung. Ihm wurde klar, dass er dringend nach Hause musste, um sich um seine Mutter zu kümmern. Dass er dabei die Geldbörse eines anderen eingesteckt hatte, hatte er angeblich schlicht vergessen.

Bei Ankunft der Polizei wurden direkt nach der Aufnahme des Sachverhalts mehrere Verfahren eingeleitet:

Die beiden Jugendlichen erwarten Strafverfahren wegen des versuchten Diebstahls des Rollers und des Mitnehmens der Fahrräder. Gegen den 20-jährigen Rollerbesitzer wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Zudem konnte er bisher keinen Eigentumsnachweis für das Zweirad erbringen. Er behauptete, das Fahrzeug vor einigen Tagen von einem Bekannten gekauft zu haben. Auch der 27-Jährige, dem die pflegebedürftige Mutter einfiel, muss sich nun wegen des Verdachts des Diebstahls verantworten. /xx (601)

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Motorraddiebstählen in Nordrhein-Westfalen für 2022/2023

Die Motorraddiebstahlraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2022 und 2023 deutlich an. Im Jahr 2022 wurden 6872 Fälle von Motorraddiebstahl gemeldet, während es im Jahr 2023 bereits 8791 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 1083 im Jahr 2022 auf 1408 im Jahr 2023. Die Anzahl der Verdächtigen stieg von 1136 im Jahr 2022 auf 1422 im Jahr 2023. Von den Verdächtigen waren im Jahr 2023 1366 männlich, 56 weiblich und 388 nicht-deutsch. Im Jahr 2023 verzeichnete Nordrhein-Westfalen die höchste Anzahl an gemeldeten Motorraddiebstählen in Deutschland mit insgesamt 8791 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 6.872 8.791
Anzahl der aufgeklärten Fälle 1.083 1.408
Anzahl der Verdächtigen 1.136 1.422
Anzahl der männlichen Verdächtigen 1.087 1.366
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 49 56
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 261 388

Quelle: Bundeskriminalamt

Karte für diesen Artikel

nf24