Polizei zieht vorläufige Bilanz. Duisburger Polizei beteiligte sich an landesweiter Verkehrssicherheitsaktion „Rot für Raser, Poser und illegales Tuning“.
Oberhausen: Schwerpunktkontrollen an „Car-Freitag“

Duisburg (ost)
Der Karfreitag, auch bekannt als „Car-Friday“, markiert jedes Jahr traditionell den Beginn der Tuning-Saison in der Szene – aber auch im Kalender der Polizei Duisburg. Am Freitag, dem 03.04.2026, beteiligte sich die Polizei Duisburg an der landesweiten Verkehrssicherheitsaktion „Rot für Raser, Poser und illegales Tuning“.
Im Rahmen des koordinierten Einsatzes, an dem auch das Bürger- und Ordnungsamt, die Fahrerlaubnisbehörde und das Amt für Rechnungswesen und Steuern – Abteilung Vollstreckung der Stadt Duisburg beteiligt waren, führten die Ordnungshüter Kontrollen im Stadtgebiet von Duisburg durch. Das gemeinsame Ziel: Die Straßen von Duisburg sicherer machen.
Bis spät in die Nacht hinein stoppten die Ordnungshüter Rasende, überprüften, ob die Fahrer die erforderliche Fahrerlaubnis besaßen, ob ihre Fahrzeuge verkehrstüchtig waren oder ob sie unzulässige Umbauten vorgenommen hatten.
Um 21:40 Uhr ignorierte der Fahrer (41) eines blauen BMW Coupés auf der Wanheimer Straße die Anweisungen eines Polizisten und flüchtete. Ein Motorradpolizist entdeckte den BMW kurz darauf auf einem Hinterhof an der Paul-Esch-Straße geparkt. Der Fahrer und die zuvor am Auto angebrachten Kennzeichen waren zunächst verschwunden.
Die Hartnäckigkeit der Einsatzkräfte zahlte sich aus: Bei der Durchsuchung des Hofs fanden sie die Kennzeichen in einem Versteck, die eigentlich an einem Sportwagen angebracht sein sollten, und stellten sie sicher. Im Zuge der Fahndung entdeckten Beamte in der Paul-Esch-Straße/Gießereistraße einen Mann, auf den die Beschreibung des flüchtigen Fahrers passte. In einer mitgeführten Tasche fanden die Polizisten einen Ausweis sowie einen Autoschlüssel, der zum BMW passte. Ein Drogenvortest und ein Atemalkoholtest verliefen beide negativ. Der 41-Jährige gab schließlich zu, dass er keine gültige Fahrerlaubnis besaß. Er muss sich unter anderem wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Urkundenfälschung und des Diebstahls vor Gericht verantworten.
Vier Fahrzeuge wurden von Polizei und Stadt aus dem Verkehr gezogen, weil sie unzulässig umgebaut waren. Neben den Bußgeldkosten müssen die Fahrer auch die Abschleppkosten und die Gutachterkosten tragen.
Im ersten Fall erwischten die Beamten auf der Wanheimer Straße den Fahrer (42) eines Porsche Panamera 4S. Aufgrund von Unstimmigkeiten bei der Rad-/Reifenkombination und einer Felge mit starken Beschädigungen wurde das Fahrzeug von den Einsatzkräften sicher gestellt, um es einem Gutachter vorzuführen. Der 42-Jährige erwartet ein Ordnungswidrigkeitenverfahren, da die Betriebserlaubnis aufgrund der festgestellten Mängel erloschen ist.
In einem weiteren Fall überprüften die Polizisten gegen 0:30 Uhr auf der Duisburger Straße/Walther-Rathenau-Straße einen blauen Opel Corsa. Aufgrund von Schleifspuren in den Radkästen, die durch den Kontakt der Reifen mit der Karosserie entstanden waren, wurde auch dieses Auto sichergestellt. Auch der Fahrer (24) erwartet ein Ordnungswidrigkeitenverfahren aufgrund des Erlöschens der Betriebserlaubnis.
Kurz darauf weckte ein blaues BMW-Cabrio das Interesse der Beamten, da die Abgasanlage auffallend laut war. Bei der nachfolgenden Überprüfung entdeckten die Polizisten weitere Mängel, darunter ein defektes Zündschloss, scharfe und freiliegende Metallteile in der Fahrertür und Probleme am Fahrwerk. Aufgrund des schlechten Zustands des Fahrzeugs entwerteten Mitarbeiter der Fahrerlaubnisbehörde die Kennzeichen und stellten den Fahrzeugschein sicher.
Im letzten Fall zogen Beamte gegen 2:20 Uhr auf der Duisburger Straße/Walther-Rathenau-Straße einen schwarzen Mercedes S63 AMG eines jungen Mannes (24) aus Oberhausen aus dem Verkehr. Das Auto lag so tief auf der Straße, dass auch hier die Reifen Kontakt zur Karosserie hatten und Schleifspuren in den Radkästen zu sehen waren. Der Oberhausener muss sich mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Erlöschens der Betriebserlaubnis auseinandersetzen.
Die Gesamtbilanz des Einsatzes kann sich sehen lassen: Insgesamt verhängten die Ordnungshüter von Stadt und Polizei 359 Verwarnungen und schrieben 112 Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Darin enthalten sind 317 Verwarnungen und 91 Ordnungswidrigkeitenanzeigen, weil Temposünder die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatten. Spitzenreiter war ein Autofahrer, der statt der erlaubten 30 km/h mit 76 km/h auf der Duisburger Straße unterwegs war. In acht Fällen überprüften Mitarbeiter der Fahrerlaubnisbehörde, ob die angetroffenen Fahrzeugführer im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis waren. In sieben Fällen leiteten Polizisten Strafverfahren ein, weil die Fahrzeugführer nicht über die erforderliche Fahrerlaubnis verfügten, die Fahrzeuge nicht versichert waren oder gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz verstoßen wurde.
Seitens des Amts für Rechnungswesen und Steuern – Abteilung Vollstreckung wurden 47 Personen überprüft. In zwölf Fällen konnten ausstehende Forderungen in einem Gesamtbetrag im vierstelligen Bereich eingezogen werden.
Die Duisburger Polizei und die Stadt Duisburg zeigen rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr gegenüber keine Toleranz und sind nicht nur an Karfreitag aktiv. Das gesamte Jahr über finden Kontrollen und Schwerpunkteinsätze statt, um Rasern, Posern und illegalem Tuning einen Riegel vorzuschieben.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen für 2023
Im Jahr 2023 gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 637.365 Verkehrsunfälle. Davon waren 63.250 Unfälle mit Personenschaden, was 9,92% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 13.559 aus, was 2,13% der Gesamtzahl ausmacht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden 3.764 registriert, was 0,59% der Unfälle entspricht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 556.792, was 87,36% der Gesamtzahl ausmacht. Innerorts gab es 55.296 Unfälle (8,68%), außerorts (ohne Autobahnen) 17.437 (2,74%) und auf Autobahnen 6.889 (1,08%). Die Anzahl der Getöteten betrug 450, Schwerverletzte 11.172 und Leichtverletzte 68.000.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 637.365 |
| Unfälle mit Personenschaden | 63.250 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 13.559 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 3.764 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 556.792 |
| Ortslage – innerorts | 55.296 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 17.437 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 6.889 |
| Getötete | 450 |
| Schwerverletzte | 11.172 |
| Leichtverletzte | 68.000 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








