Eine 92-jährige Frau wurde durch einen Anruf um Schmuck im fünfstelligen Wert betrogen. Am nächsten Tag fiel auch eine 90-jährige Frau auf denselben Trick herein.
Oberhausen: Senioren durch Schockanrufe um Schmuck gebracht

Oberhausen (ost)
Am Montag (14.09.) wurde eine 92-jährige Oberhausenerin Opfer eines Schockanrufs. Die Täter setzten die Seniorin gezielt unter emotionalen Druck und zwangen sie, Schmuck an einen unbekannten Mann zu übergeben.
Um 12:00 Uhr erhielt die Seniorin einen Anruf. Eine weibliche Stimme gab vor, ihre Tochter zu sein und behauptete, sich in einem Krankenhaus zu befinden. Dann übergab die Anruferin das Telefon an einen Mann, der behauptete, ein Arzt zu sein. Dieser erklärte der 92-Jährigen, dass ihre Tochter dringend medizinische Hilfe benötige. Um dies zu ermöglichen, musste die Seniorin zunächst finanziell einspringen. Kurz darauf erschien ein unbekannter Mann an der Wohnadresse der 92-Jährigen. Im Glauben, ihrer Tochter in einer Notlage zu helfen, übergab sie dem Mann wertvollen Schmuck. Der Verdächtige verschwand dann in unbekannte Richtung. Erst als die Seniorin ihre Enkelkinder kontaktierte, wurde ihr klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden war. Aufgrund einer Augenerkrankung konnte die 92-Jährige den Verdächtigen nur eingeschränkt sehen. Sie beschrieb ihn als etwa 170 cm groß und von kräftiger Statur.
Am nächsten Tag (15.09.) wurde eine 90-jährige Oberhausenerin ebenfalls Opfer eines Schockanrufs. In diesem Fall gab sich eine unbekannte Person am Telefon als ihr Enkel aus der Schweiz aus. Der Anrufer behauptete, schwer krank zu sein und dringend ein teures Medikament aus den USA zu benötigen. Das Telefonat setzte die Seniorin offensichtlich stark unter Druck. Während des Gesprächs sammelte sie verschiedene Schmuckstücke in ihrer Wohnung. Kurz darauf erschien erneut ein unbekannter Mann an ihrer Wohnadresse und nahm den Schmuck entgegen. Die 90-Jährige beschrieb den Verdächtigen als etwa 170 cm groß und korpulent.
Mit sogenannten Schockanrufen versuchen Betrüger, ihre Opfer gezielt zu verunsichern und unter Zeitdruck zu setzen. Dabei nutzen sie die Sorge um Familienangehörige aus und erfinden beispielsweise schwere Unfälle, Krankheiten oder andere vermeintliche Notlagen. Ihr Ziel ist es, die Betroffenen dazu zu bringen, schnell Geld oder Wertgegenstände zu übergeben.
Die Polizei appelliert insbesondere an ältere Menschen: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und nehmen Sie sich die Zeit, die Situation zu überprüfen.
Wer einen solchen Anruf erhält oder unsicher ist, sollte das Gespräch beenden und die Polizei informieren. Bei einem akuten Betrugsversuch oder wenn bereits eine Übergabe stattgefunden hat, wählen Sie den Polizeinotruf 110.
Und: Wer Opfer eines Betrugs geworden ist, muss sich nicht schämen. Die Täter gehen oft äußerst geschickt und professionell vor und nutzen gezielt die Hilfsbereitschaft und die Sorge ihrer Opfer aus. Es ist wichtig, den Vorfall so schnell wie möglich der Polizei zu melden.
Quelle: Presseportal








