Viele Verstöße geahndet. Einsatzkräfte kontrollierten Fußgängerzonen, erhoben Verwarngelder und erstatteten Anzeigen. Auch Drogenkonsum und Manipulation der E-Scooter festgestellt.
Polizei Gelsenkirchen kontrolliert E-Scooterfahrende

Gelsenkirchen (ost)
Polizeibeamte in Gelsenkirchen waren am Mittwoch, dem 12. August 2026, in der gesamten Stadt im Einsatz und überprüften E-Scooter-Fahrer. Zwischen 10 und 18 Uhr konzentrierten sie sich insbesondere auf die beiden Fußgängerzonen im Norden und Süden der Stadt und waren zu Fuß, aber auch auf dem Fahrrad und dem Motorrad für die Bürger ansprechbar. In den Fußgängerzonen wurden 39 Verwarnungen ausgesprochen und vier Ordnungswidrigkeiten festgestellt, darunter das Fahren mit einem Elektrokleinstfahrzeug in der Fußgängerzone, das Benutzen eines Mobiltelefons während der Fahrt oder technische Mängel am E-Scooter. Darüber hinaus wurden 13 weitere Verstöße geahndet, darunter das Fahren auf dem Gehweg mit einem E-Scooter und die Nutzung des Fahrzeugs mit mehr als einer Person.
Um 11.20 Uhr fiel einem Polizeibeamten ein 35-jähriger Gelsenkirchener auf, der mit seinem E-Scooter auf der Plutostraße unterwegs war. Der Fahrer konnte keine gültige Versicherung nachweisen. Bei einer Verkehrskontrolle ergaben sich auch Hinweise darauf, dass der Mann unter dem Einfluss von Drogen stehen könnte. Er wurde zur Polizeiwache gebracht, wo ihm von einem Arzt eine Blutprobe entnommen wurde. Ihn erwartet ein Strafverfahren.
Ein Polizist kontrollierte gegen 14.30 Uhr zwei E-Scooter-Fahrer im Alter von 17 und 19 Jahren aus Bochum auf der Ostpreußenstraße, in der Nähe der Exterbruchstraße. Bei der Überprüfung der Fahrzeuge stellte der Beamte fest, dass beide Fahrzeuge aufgrund ihrer Bauart in der Lage sind, eine Geschwindigkeit von etwa 100 km/h zu erreichen. Die beiden Bochumer gaben an, dass die Roller so manipuliert werden können, dass die maximale Höchstgeschwindigkeit aktiviert oder deaktiviert wird. Beide müssen sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten. Da es beim 17-Jährigen auch Hinweise auf den Konsum von Betäubungsmitteln vor Fahrtantritt gab, wurde ihm auf der Polizeiwache von einem Arzt eine Blutprobe entnommen.
Gegen 17.10 Uhr entdeckten Beamte auf der Bahnhofstraße einen E-Scooter ohne gültiges Versicherungskennzeichen und planten, den Fahrer zu kontrollieren. Der 24-jährige Gelsenkirchener ignorierte jedoch die Anhaltezeichen und flüchtete in Richtung Heinrich-König-Platz. An der Ahstraße konnte er von weiteren Kräften gestoppt werden. Auch er schien unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln zu stehen. Ihn erwartet ein Strafverfahren.
Die Polizei Gelsenkirchen appelliert: E-Scooter sind praktisch, schnell und machen Spaß. Dennoch kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. Daher gilt: E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Alkohol und andere berauschende Mittel sind tabu. Nutzen Sie Radwege oder, falls nicht vorhanden, die Straße. Das Tragen eines Helms kann im Ernstfall Ihr Leben retten, auch wenn es keine Pflicht dazu gibt.
Der Leiter der Verkehrsdirektion, POR Andreas Kluth, sagte: „Das Verhalten vieler E-Scooter-Fahrer ist inakzeptabel, wie auch die Verkehrsunfallstatistik zeigt. Ich war überrascht, dass die Einsatzkräfte so viele schwerwiegende Verstöße feststellen mussten. Ich werde dies zum Anlass nehmen, in den kommenden Wochen und Monaten weitere ähnliche Einsätze durchzuführen, und dränge darauf, die Vorschriften ernst zu nehmen.“
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen für 2023
Die Verkehrsunfallstatistik für Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 zeigt insgesamt 637.365 Unfälle. Davon entfallen 63.250 Unfälle auf Personen, was 9,92% aller Unfälle ausmacht. Schwerwiegende Unfälle mit reinem Sachschaden machen 13.559 Fälle aus, was 2,13% entspricht. Unfälle, bei denen berauschende Mittel im Spiel waren, belaufen sich auf 3.764 Fälle, was 0,59% aller Unfälle ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle machen den Großteil aus mit 556.792 Fällen, was 87,36% entspricht. Innerorts ereigneten sich 55.296 Unfälle (8,68%), außerorts (ohne Autobahnen) 17.437 Unfälle (2,74%) und auf Autobahnen 6.889 Unfälle (1,08%). Die Anzahl der Getöteten beläuft sich auf 450, Schwerverletzte auf 11.172 und Leichtverletzte auf 68.000.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 637.365 |
| Unfälle mit Personenschaden | 63.250 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 13.559 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 3.764 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 556.792 |
| Ortslage – innerorts | 55.296 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 17.437 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 6.889 |
| Getötete | 450 |
| Schwerverletzte | 11.172 |
| Leichtverletzte | 68.000 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








