Die Bundespolizei hat ein Hawala-Banking-Netzwerk zerschlagen. Ein 45-jähriger syrischer Staatsangehöriger wurde in Hagen festgenommen, mit Haftbefehl wegen verschiedener Delikte.
Potsdam: Zerschlagung Hawala-Banking-Netzwerk

Potsdam (ost)
Am 27. Juni 2026 wurde in Hagen ein 45-jähriger syrischer Staatsbürger festgenommen, nachdem das Bundespolizeipräsidium unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Hagen intensive Ermittlungen durchgeführt hatte. Das Amtsgericht Hagen hatte zuvor einen Haftbefehl gegen ihn erlassen, der den Verdacht des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, der Bildung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und anderer Straftaten umfasste. Der Beschuldigte war als sogenannter Hawaladar in Hagen und Umgebung tätig. Er und seine Mitbeschuldigten waren unter anderem dafür verantwortlich, Schleusergebühren zu kassieren und diese außerhalb des Bankensystems am Finanzamt vorbei an andere Hawaladare im europäischen und außereuropäischen Ausland zu überweisen. Die Festnahme des mutmaßlichen Haupttäters erfolgte, als er Bargeld bei einer Scheinfirma abgeben wollte. Von dort aus sollte das Geld weitergeleitet werden.
Zusätzlich wurden insgesamt neun Durchsuchungsbeschlüsse in Hagen, Stadtlohn, Steinheim und Gescher mit Unterstützung benachbarter Behörden vollstreckt. Dabei wurden neben Bargeld in Höhe von 13.300 Euro insbesondere Datenträger und Mobiltelefone sichergestellt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hagen und des Bundespolizeipräsidiums dauern an.
Hintergrund:
Die Ursache für die laufenden Ermittlungen war ein vorheriges Verfahren, das ebenfalls von der Bundespolizei geführt wurde. Der 33-jährige Beschuldigte, der derzeit vor Gericht steht, führte seine Schleusergeschäfte über den heute Verhafteten durch.
Das Hawala-System ist ein jahrhundertealtes Transaktionssystem, das auf Vertrauen basiert und seinen Ursprung im arabischen Raum hat. Bei einer Transaktion wird Geld über Hawala-Agenten, sogenannte Hawaladare, transferiert, die die Geldbeträge entgegennehmen und andere Hawala-Banker anweisen, das Geld an den Empfänger zu zahlen. Das moderne Hawala-Banking zeichnet sich durch die Zusammenarbeit von Hunderten von Anbietern solcher Finanztransfers (Hawaladare) in netzwerkähnlichen Strukturen aus, die in einer Vielzahl von Ländern in ganz Europa und insbesondere im arabischen Raum tätig sind. Dadurch können Hawala-Kunden in nahezu allen europäischen und arabischen Ländern Geldtransfers beauftragen oder empfangen.
Dieser Umstand, sowie die bewusste Entscheidung, auf eine umfassende Kundenidentifizierung zu verzichten und die Bereitschaft, strafrechtlich relevante Geldbeträge zu transferieren, haben dazu geführt, dass das Hawala-Banking zu einem unverzichtbaren Bestandteil der internationalen (Schleusungs-) Kriminalität geworden ist.
Quelle: Presseportal








