Neue Ermittlungsansätze im Cold Case der Polizei Mönchengladbach. Täter fesselten, knebelten und erdrosselten die Filialleiterin vor Ort.
Raubmord im Lidl: Wer tötete Sonja K. im Jahr 1995?

Krefeld (ost)
Es gibt neue Ermittlungsansätze in einem Cold Case der Polizei Mönchengladbach.
Was hat sich ereignet? Am Mittwoch, 25. Januar 1995, drangen unbekannte Täter gegen 8.30 Uhr in die Lidl-Filiale an der Hochstraße 33-35 in St. Tönis im Kreis Viersen ein, um dort vermutlich Bargeld zu stehlen. Während sie die Filialleiterin Sonja K. fesselten und knebelten, entnahmen sie mehrere tausend Mark aus dem Tresor. Sonja K. wurde erdrosselt und verstarb vor Ort.
Sonja K. hatte ein Schlüsselbund bei sich, an dem unter anderem Schlüssel zum Haupteingang und zum Tresor des Lidl-Marktes hingen. Dieses Schlüsselbund ist seit der Tat verschwunden.
Was ist über die Täter bekannt? Es wird vermutet, dass mehrere Täter gemeinsam gehandelt haben. Sie kannten die Filiale und hatten Kenntnisse über die internen Abläufe.
Wo kann man Bilder zu dem Fall finden? Heute befindet sich an der Hochstraße 33-35 in St. Tönis kein Lidl mehr, sondern ein Geschäft für Haushaltswaren. Bilder des Opfers und der damaligen Lidl-Filiale sind auf der Internetseite der Polizei Mönchengladbach verfügbar: https://moenchengladbach.polizei.nrw/artikel/raubmord-im-supermarkt-wer-toetete-die-filialleiterin
Wer kann helfen? Jeder Hinweis, egal wie unwichtig er erscheinen mag, kann von Bedeutung sein.
Unsere Anfragen:
Die Polizei hat Hinweise auf zwei Jugendliche erhalten, die sich um 8.05 Uhr vor dem Haupteingang der Lidl-Filiale aufgehalten haben sollen. Einer der Jugendlichen war männlich, etwa 15 bis 17 Jahre alt und ungefähr 1,60 bis 1,65 Meter groß. Er trug dunkle Kleidung und eine Baseballmütze. Auch die zweite Person war dunkel gekleidet.
Die Polizei sucht immer noch nach diesen beiden vermeintlich jugendlichen Zeugen. Wer hat sie gesehen und kann Informationen über sie bereitstellen?
Hinweise werden unter der Telefonnummer 02161-290 oder per E-Mail an mk.lidl.Moenchengladbach@polizei.nrw.de entgegengenommen.
Wer wurde von Sonja K. zurückgelassen? Die Eltern des Opfers sind bereits verstorben, ohne die Identität des Mörders ihrer Tochter zu kennen. Die Brüder des Opfers hoffen darauf, dass der Fall gelöst und die Mörder ihrer Schwester gefunden werden.
Über die Kampagne
Dieser Cold Case ist Teil der Öffentlichkeitskampagne “Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich.” Die Polizei Mönchengladbach hat in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und der Staatsanwaltschaft Krefeld die Ermittlungen zu ungelösten Tötungsdelikten aus vergangenen Jahrzehnten wieder aufgenommen. Die Kampagne wird auch von den Polizeibehörden in Krefeld und im Kreis Viersen unterstützt.
Die Ermittlungsgruppe Cold Case der Polizei Mönchengladbach sucht kontinuierlich nach neuen Möglichkeiten, um alte Kapitalverbrechen aufzuklären, Verdächtige zu identifizieren und den Hinterbliebenen Gewissheit zu verschaffen. Mit dieser Kampagne werden ausgewählte Fälle präsentiert. Die Internetseite zur Öffentlichkeitskampagne: https://moenchengladbach.polizei.nrw/mord-verjaehrt-nicht-der-niederrhein-erinnert-sich (km)
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Nordrhein-Westfalen für 2022/2023
Die Mordraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2022 und 2023 deutlich an. Im Jahr 2022 wurden 380 Fälle von Mord aufgezeichnet, während es im Jahr 2023 bereits 470 waren. Die Anzahl der gelösten Fälle stieg ebenfalls von 357 auf 443. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich von 518 im Jahr 2022 auf 671 im Jahr 2023. Von den Verdächtigen waren 458 männlich, 60 weiblich und 206 nicht-deutsch. Im Vergleich dazu war Nordrhein-Westfalen die Region mit den meisten aufgezeichneten Mordfällen in Deutschland im Jahr 2023 mit insgesamt 470 Fällen.
| 2022 | 2023 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 380 | 470 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 357 | 443 |
| Anzahl der Verdächtigen | 518 | 671 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 458 | 596 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 60 | 75 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 206 | 310 |
Quelle: Bundeskriminalamt








