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Schockanruf: Seniorin übergibt Schmuck

Betrüger schockieren Seniorin mit dramatischem Anruf über kranken Sohn und ergaunern Goldschmuck im Wert von 200.000 Euro. Polizei warnt vor solchen Anrufen und rät, aufzulegen.

Foto: Depositphotos

Altena (ost)

Mit einem Schreckenanruf haben Gauner am Donnerstagnachmittag einer hochbetagten Seniorin ihren Goldschmuck genommen.

Die Diebe schockierten die ältere Dame am Telefon mit der Nachricht, dass ihr Sohn schwer an Krebs erkrankt sei und nun im Klinikum in Potsdam liege. Die erforderliche Chemotherapie koste 200.000 Euro. Während des Gesprächs hörte die Seniorin im Hintergrund einen weinenden Mann, den sie für ihren Sohn hielt. Eine zweite Gesprächspartnerin am Telefon hielt sie für ihre Schwiegertochter. Ein dritter Gesprächspartner gab sich als Professor der Klinik in Hellersen aus. Er betonte erneut die Dramatik und dass es um Leben oder Tod gehe. Insgesamt drei Stunden lang bearbeiteten die Gauner die Seniorin, bis sie bereit war, an der Haustür ihren Goldschmuck abzugeben. Gegen 17 Uhr stand eine angebliche Mitarbeiterin der Kreisklinik an der Haustür und nahm den Schmuck und Münzen entgegen. Die Frau wird auf etwa 30 bis 35 Jahre und eine Größe zwischen 1,55 und 1,60 Metern geschätzt. Sie wirkte südländisch, hatte dunkle Augen und Augenbrauen sowie dunkle Haare, die sie zu einem Zopf gebunden hatte.

Nach der Übergabe rief die Seniorin die Polizei. Sie erklärte den Beamten, dass sie über die Betrugsmasche der Schockanrufe informiert sei. Doch sie konnte einfach nicht mehr klar denken und war fassungslos darüber, welche Informationen die Täter über sie hatten.

Die Polizei warnt immer wieder vor solchen Anrufen und rät: “Legen Sie auf!” Dass es, wie im Fall in Altena, eine informierte Seniorin erwischte, passiert leider immer wieder. Wer sich auf ein Telefonat einlässt, wird von den geschickten und geübten Gaunern gnadenlos überzeugt. Stundenlange Telefonate, manchmal über Tage, wechselnde Gesprächspartner, weinende Angehörige: Die Täter wissen genau, wie sie ihre Opfer manipulieren und ausnehmen können.

Fast täglich erhalten ältere Menschen im Märkischen Kreis solche Anrufe.

Und jeden Monat geben Menschen bestürzt und hilfsbereit all ihre Ersparnisse ab. Oft verstehen sie erst bei einem Gespräch mit dem echten Enkel, der echten Nichte oder dem echten Sohn: “Ich wurde betrogen!”

Die Anrufe kommen aus dem Ausland. Doch die Anrufer sprechen meist akzentfrei Deutsch. Es gibt drei Standard-Lügenmärchen, aber unzählige Varianten.

Schocknachricht 1: Sohn/Tochter oder Freundin liegt im Sterben wegen Corona oder anderer schwerster Erkrankungen. Eine teure medizinische Behandlung ist die einzige Rettung. Doch die kostet mal 50.000, mal 160.000 Euro.

Schocknachricht 2: Sohn/Tochter/Enkel(-in) hat einen schweren Verkehrsunfall verursacht und muss ins Gefängnis. Doch eine Kaution soll ihn oder sie davor bewahren. Auch dafür werden hohe Summen verlangt.

Enkeltrick-Variante, nicht ganz so dramatisch: Der Enkel/die Enkelin kann gerade “supergünstig” eine Eigentumswohnung kaufen. “Das Geld kriegst du bald wieder”, versprechen die Anrufer.

Bei einer Verkehrskontrolle fiel einer Polizeistreife am Donnerstag gegen 14.30 Uhr ein E-Scooter-Fahrer auf der Rahmedestraße auf. Weil ein Atemalkoholtest positiv auf Alkohol ausfiel, wurde der 36-Jährige zur Wache gebracht, um den Test an einem weiteren Gerät zu bestätigen. Die Werte lagen noch im Bereich einer Ordnungswidrigkeitenanzeige. Die Polizeibeamten untersagten die Weiterfahrt bis zur vollständigen Ausnüchterung. (cris)

Quelle: Presseportal

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