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Sundern: Schwerpunktkontrollen am Sorpesee

Polizei setzt klare Linie im Motorradverkehr. Gezielte Verkehrsüberwachung mit Fokus auf Motorrädern. Null-Toleranz bei gefährlichen Verstößen.

Direktion Verkehr - KPB HSK
Foto: Presseportal.de

Sundern (ost)

Am Sonntag, dem 19. April 2026, führte die Polizei gezielte Verkehrsüberwachungsmaßnahmen rund um den Sorpesee durch. Tagsüber lag der Fokus vor allem auf dem Motorradverkehr, einem Bereich, der in der Vergangenheit wiederholt Beschwerden und sicherheitsrelevante Hinweise hervorgerufen hatte.

Der Einsatz wurde von spezialisierten Polizeimotorradfahrern der Kreispolizeibehörde unterstützt. Die Kontrollstelle befand sich entlang der stark befahrenen L 687 am Sorpesee.

Hohe Verkehrsdichte – zahlreiche Verstöße festgestellt

Insgesamt passierten 1.487 Fahrzeuge die Kontrollstelle, darunter 127 Motorradfahrer. Die Einsatzkräfte stellten 94 Verkehrsverstöße fest. In 80 Fällen wurden Verwarnungsgelder verhängt, 14 Verstöße wurden als Ordnungswidrigkeitenanzeigen behandelt. Darüber hinaus fanden viele verkehrsdidaktische Gespräche statt. Besonders auffällig waren vier Motorradfahrer, von denen zwei die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich überschritten – der höchste gemessene Wert lag bei 86 km/h bei erlaubten 50 km/h.

„Gerade an touristisch stark frequentierten Strecken wie dem Sorpesee sehen wir immer wieder, wie schnell aus Fahrspaß ein echtes Sicherheitsrisiko wird – für alle, die hier unterwegs sind“, erklärte Polizeirat Victor Ocansey, Direktionsleiter Verkehr. „Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zählt seit jeher zu den Hauptunfallursachen. Wo langsamer gefahren wird, passieren weniger schwere Unfälle.“

Null-Toleranz bei gefährlichen Verstößen

Die Polizei setzt im Bereich des touristischen Motorradverkehrs konsequent auf eine klare Linie:

„Wir fahren hier eine Null-Toleranz-Strategie – und das ganz bewusst“, sagte Ocansey. „Wer sich nicht an Regeln hält oder sein Motorrad technisch manipuliert, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen.“

Diese reichen – je nach Verstoß – vom Untersagen der Weiterfahrt über das kostenpflichtige Verbringen des Motorrads bis hin zur verpflichtenden Vorführung bei TÜV oder DEKRA sowie entsprechenden Bußgeldern.

„Das wird schnell sehr teuer. Vor allem aber geht es uns nicht ums Sanktionieren um jeden Preis, sondern darum, gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen“, betonte Ocansey.

Technisch manipuliertes Motorrad aus dem Verkehr gezogen

Ein Beispiel für dieses konsequente Einschreiten zeigte sich während der Kontrolle: Ein Motorrad wies erhebliche technische Mängel auf. Neben unzulässigen Veränderungen an Felgen und Bereifung schleifte der Hinterreifen bereits an sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Kette und Bremse. Zudem war ein nicht genehmigter „Rennauspuff“ verbaut. Die Folge: Das Kennzeichen wurde sichergestellt, die Weiterfahrt untersagt.

„Solche Fahrzeuge haben im öffentlichen Straßenverkehr nichts zu suchen. Hier endet der Spaß – und zwar sofort“, so Ocansey.

Warnungen vor Kontrollen gefährden die Sicherheit

Während des Einsatzes kam es mehrfach vor, dass Verkehrsteilnehmende vor der Kontrollstelle gewarnt wurden – unter anderem durch zu Fuß Gehende und Radfahrende.

Die Polizei sieht dieses Verhalten kritisch: „Wer vor Kontrollen warnt, schützt niemanden – im Gegenteil: Er sorgt dafür, dass gefährliches Verhalten unentdeckt bleibt“, erklärte Ocansey. „Damit wird genau das Risiko erhöht, das wir gemeinsam reduzieren wollen.“

Teil eines ganzheitlichen Maßnahmenkonzepts

Die Polizei macht deutlich: Diese Schwerpunktkontrolle ist kein Einzelfall.

„Solche Einsätze sind nur ein Baustein in einer Reihe von kleineren und größeren Sondereinsätzen – ergänzt durch unsere regelmäßigen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen“, erklärte Ocansey. „Mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten arbeiten auf den Straßen tagtäglich für die Sicherheit der Menschen im Hochsauerland.“ Dabei geht es nicht nur um Verkehrssicherheit, sondern auch um die Belastung der Anwohnenden – insbesondere durch „Tuning-Lärm“, denn dieser und andere können krank machen. „Wir schulden es insofern auch den Menschen, die an diesen beliebten Strecken leben“, so Ocansey. „Gerade in der Saison ist es alles andere als ein Vergnügen, an stark frequentierten Motorradstrecken zu wohnen. Tausende Motorräder bedeuten auch eine erhebliche Lärmbelastung – und das nehmen wir Jahr für Jahr ernst.“

Polizei bleibt präsent

Wir werden auch künftig verstärkt in den jeweiligen Bereichen des Kreisgebiets kontrollieren. „Unsere Botschaft ist klar: Wir sind präsent, wir greifen ein und wir bleiben dran“, sagte Ocansey abschließend. „Für mehr Rücksicht, weniger Unfälle und ein sicheres Miteinander – gerade dort, wo viele Menschen ihre Freizeit zurecht genießen.“

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Nordrhein-Westfalen für 2023

Im Jahr 2023 gab es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 637.365 Verkehrsunfälle. Davon waren 63.250 Unfälle mit Personenschaden, was 9,92% aller Unfälle entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 13.559 Fälle aus, was 2,13% aller Unfälle ausmacht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 3.764 Fällen registriert, was 0,59% aller Unfälle entspricht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 556.792 Fälle, was 87,36% aller Unfälle ausmacht. In der Ortslage innerorts ereigneten sich 55.296 Unfälle (8,68%), außerorts (ohne Autobahnen) 17.437 (2,74%) und auf Autobahnen 6.889 (1,08%). Die Anzahl der Getöteten betrug 450, Schwerverletzte 11.172 und Leichtverletzte 68.000.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 637.365
Unfälle mit Personenschaden 63.250
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 13.559
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 3.764
Übrige Sachschadensunfälle 556.792
Ortslage – innerorts 55.296
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 17.437
Ortslage – auf Autobahnen 6.889
Getötete 450
Schwerverletzte 11.172
Leichtverletzte 68.000

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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