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Trend steigt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2023 in Dortmund

Kriminalität steigt um knapp 12 Prozent – Landestrend geht auch an Dortmund nicht vorbei.

Foto: Depositphotos

Dortmund (ost)

Lfd. Nr.: 0352

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange hat am heutigen Vormittag (3. April) gemeinsam mit dem Leiter der Direktion Kriminalität, Jörg Ziegler, die Polizeiliche Kriminalstatistik 2023 für Dortmund und Lünen vorgestellt. Der landes- und bundesweite Trend für das vergangene Jahr geht dabei auch an Dortmund nicht vorbei. Im Vergleich zum Jahr 2022 ist die Gesamtkriminalität in der Stadt um knapp 12 Prozent von 62.761 auf 70.241 angezeigte Straftaten gestiegen.

Von diesen Straftaten konnten die Beamtinnen und Beamten auch im vergangenen Jahr wieder mehr als die Hälfte aufklären: Mit einer Aufklärungsquote von 57,14 Prozent liegt die Polizei Dortmund nicht nur mehr als 2 Prozentpunkte über 2022, sondern auch vor allen anderen vergleichbaren NRW-Großstädten.

Die Zahlenentwicklung hatte sich für die Behörde bereits in den ersten Monaten des vergangenen Jahres abgezeichnet: „Früh haben wir schon einen signifikanten Anstieg der Kriminalität festgestellt“, erklärt Gregor Lange. „Eine Entwicklung, die wir als Polizei und somit als Garant für die Sicherheit in dieser Stadt so natürlich nicht hinnehmen können. Aus diesem Grund haben wir bereits im Laufe des Jahres begonnen gegenzusteuern. Als Polizei haben wir dafür nicht nur die Man Power, sondern auch die unterschiedlichsten Instrumente und Maßnahmen zur Verfügung. Dass wir diese immer wieder überprüfen und flexibel einsetzen, haben wir bereits in der Vergangenheit bewiesen und haben dies auch 2023 getan.“

So bündelte die Behörde Mitte des Jahres Personal sowie Kontroll- und Präsenzmaßnahmen in der Innenstadt und der Nordstadt, um hier das Sicherheitsgefühl von Anwohnerschaft, Gewerbetreibenden sowie Besucherinnen und Besuchern zu stärken – auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund. Zu diesem Zwecke wurde ein gemeinsamer Sonderstab ins Leben gerufen. Zudem machte die Polizei mehrfach Gebrauch vom Instrument der Strategischen Fahndung, setzte auf Schwerpunkteinsätze zum Beispiel zur Bekämpfungd der Straßen- und Jugendkriminalität und auch auf Videobeobachtung – mit dem neuen Standort im Dietrich-Keuning-Park.

Die größten Sorgen bereiten dem Polizeipräsidenten die Zahlen der Gewaltkriminalität: Hier weist die Statistik 3.423 Taten aus – und damit ein Plus von 17,55 Prozent im Vergleich zu 2022 (2.912 Taten). Mit dieser Zahl ist der Höchststand der letzten 10 Jahre erreicht. Ebenso wie bei den Straftaten gegen das Leben, die zwar mit einem Anteil von 0,05 Prozent nur einen geringfügigen Anteil der Gesamtkriminalität darstellen, deren Anzahl aber von 25 auf 37 angezeigte Taten stieg.

Gregor Lange sagte dazu: „Ich bin ehrlich: Diese Entwicklung kann einen Polizeipräsidenten nicht zufrieden stellen. Und sie bestätigt ein Gefühl, das wir als Polizei schon länger haben. Das Gefühl, dass die Pandemie offenbar die Verrohung unserer Gesellschaft noch weiter vorangetrieben hat. Gerade auch in der jüngeren Generation. Waren Normüberschreitungen in Zeiten der Corona-bedingten Einschränkungen kaum möglich, sind sie mittlerweile an der Tagesordnung. Konflikte werden immer häufiger nicht mehr nur mit Worten, ja teilweise nicht mal mehr mit Fäusten, sondern mit Waffen wie Messern, aber auch Schusswaffen ausgetragen. Die Hemmschwellen sind gesunken.“ Froh ist der Behördenleiter, dass die Aufklärungsquote bei diesen Delikten mit 65,26 Prozent nicht nur in etwa auf dem Vorjahresniveau (66,47 Prozent) liegt. Sondern sie bedeutet auch, dass rund zwei Drittel dieser Straftaten im vergangenen Jahr geklärt werden konnten.

Anstiege hat die Polizei Dortmund auch in den Bereichen der Straßenkriminalität, der Raubüberfälle und der Wohnungseinbrüche zu verzeichnen. 15.518 angezeigte Straftaten waren im Jahr 2023 der Straßenkriminalität zuzuordnen – das sind 1.790 Fälle oder rund 13 Prozent mehr als in 2022 (13.728). Vom Höchststand in 2014 mit 23.003 Fällen sind diese Zahlen allerdings noch immer weit entfernt (Rückgang um 32,55 Prozent). Bei den Raubüberfällen gab es einen Anstieg um 39 Taten oder rund 10 Prozent auf 400. Auch hier bleibt die Langzeitentwicklung jedoch ähnlich wie im Bereich der Straßenkriminalität: Seit 2014 steht ein Rückgang um knapp 43 Prozent und damit fast die Hälfte in der Statistik. Mehr als die Hälfte ist es sogar bei den Wohnungseinbrüchen. Denn auch die leicht gestiegene Anzahl von 1.248 Einbrüchen in 2023 (rund 16 Prozent mehr als in 2022) stellt noch immer nur rund ein Drittel der Zahlen aus dem Jahr 2015 (3.357) dar. Dass die präventiven Maßnahmen, die die Polizei im vergangenen Jahr forciert hat, wirken, zeigt die Versuchsquote, die weiterhin mit rund 43 Prozent bei fast der Hälfte der Taten liegt.

In all den vorgenannten Deliktsfeldern ist es der Polizei Dortmund im vergangenen Jahr gelungen die Aufklärungsquote zu verbessern: um 1,24 Prozentpunkte bei der Straßenkriminalität (18,29 Prozent), um fast 4 Prozentpunkte bei den Raubüberfällen (37,5 Prozent) und um 6,3 Prozentpunkte bei den Wohnungseinbrüchen (17,55 Prozent).

Ebenfalls gestiegen ist die Aufklärungsquote bei den Taschendiebstählen. Mit 6,7 Prozent fällt diese allerdings weiterhin gering aus – was in der Natur des Delikts liegt. Denn zumeist bemerken Opfer den Diebstahl erst weit nach der Tat, zeigen diese somit verspätet an und können keine Täterhinweise liefern – nicht selten nicht einmal Hinweise auf den genauen Tatort. Aus diesem Grund ist hier vor allem Prävention wichtig, die Sensibilisierung für einen aufmerksamen Umgang mit den eigenen Wertsachen. Mit zahlreichen Vorträgen und Gesprächen haben die Beamtinnen und Beamten aus der Prävention der Dortmunder Polizei 2023 offenbar genau dies erreicht. Denn die Zahl der Taschendiebstähle ist um knapp 10 Prozent von 1.930 auf 1.747 gesunken. „Nachdem wir im vergangenen Jahr das Gefühl hatten, dass die Menschen nach all den Einschränkungen der Pandemie aus lauter Freude über das wiedererstarkte öffentliche Leben etwas nachlässig geworden waren im Umgang mit ihren Wertsachen, scheint sich hier wieder eine höhere Sensibilität eingestellt zu haben“, erklärt Gregor Lange.

In etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegt sich die Zahl der Sexualdelikte. 1.122 angezeigte Taten in 2023 stehen 1.082 in 2022 gegenüber. Im Bereich der Kinderpornographie wurden 220 Fälle registriert – 26 und damit knapp 11 Prozent weniger als 2023. Aufgrund der intensiven Ermittlungsarbeit der Sonderkommission Kipo liegt die Aufklärungsquote hier bei 92,27 Prozent und damit in etwa auf dem Vorjahresniveau. „Dieser Deliktsbereich ist in jeglicher Hinsicht belastend: für die Opfer, für die Angehörigen – und auch für die ermittelnden Beamtinnen und Beamten. Umso wichtiger ist ihre konsequente Ermittlungsarbeit aber und daher habe ich großen Respekt vor den hier eingesetzten Kolleginnen und Kollegen. Alleine im Jahr 2023 haben die Mitglieder der Soko Kipo 320 Durchsuchungen im gesamten Zuständigkeitsbereich durchgeführt und 124 Terabyte an Daten sichergestellt, die ausgewertet werden müssen“, so der Polizeipräsident. „In dieser Konsequenz werden wir auch 2024 nicht nachlassen.“

Das Handout mit der kompletten Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2023 und detaillierten Ausführungen finden Sie für Dortmund und auch für Lünen auf der Internetseite der Polizei Dortmund unter dem folgenden Link:

https://dortmund.polizei.nrw/polizeiliche-kriminalstatistik-pks-und-kriminalitaetsentwicklung

Kontakt:

Polizei Dortmund
Telefon: 0231/132-1020
E-Mail: poea.dortmund@polizei.nrw.de
https://dortmund.polizei.nrw/

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Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Blaulichtmeldungen des Presseportals und wurde automatisch erstellt.

Einbruchstatistiken in Nordrhein-Westfalen für 2021/2022

Die Einbruchsraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2021 und 2022 signifikant an. Im Jahr 2021 wurden 18576 Fälle von Einbrüchen registriert, während es im Jahr 2022 bereits 23528 Fälle waren. Obwohl die Anzahl der gelösten Fälle ebenfalls zunahm, stieg die Anzahl der Verdächtigen von 2676 im Jahr 2021 auf 2789 im Jahr 2022. Von den Verdächtigen waren 1070 im Jahr 2021 und 1196 im Jahr 2022 nicht-deutscher Herkunft. Im Vergleich dazu gab es im Jahr 2022 in der Region mit den meisten registrierten Einbrüchen in Deutschland insgesamt 23528 Fälle, was zeigt, dass Nordrhein-Westfalen einen beträchtlichen Anteil an den bundesweiten Einbruchsraten ausmacht.

2021 2022
Anzahl erfasste Fälle 18.576 23.528
Anzahl der aufgeklärten Fälle 3.199 3.385
Anzahl der Verdächtigen 2.676 2.789
Anzahl der männlichen Verdächtigen 2.228 2.344
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 448 445
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 1.070 1.196

Quelle: Bundeskriminalamt

Statistiken zu Taschendiebstählen in Nordrhein-Westfalen für 2021/2022

Die Taschendiebstahlraten in Nordrhein-Westfalen stiegen zwischen 2021 und 2022 deutlich an. Im Jahr 2021 wurden 27577 Fälle registriert, während es im Jahr 2022 bereits 37321 Fälle waren. Trotz einer Zunahme der Anzahl der aufgeklärten Fälle von 1315 auf 1980 stieg auch die Anzahl der Verdächtigen von 1145 auf 1633. Besonders auffällig ist der Anstieg der nicht-deutschen Verdächtigen von 907 im Jahr 2021 auf 1284 im Jahr 2022. Im Vergleich dazu gab es in einer anderen Region Deutschlands im Jahr 2022 insgesamt 37321 Taschendiebstähle, was die höchste Anzahl an aufgezeichneten Fällen in Deutschland darstellt.

2021 2022
Anzahl erfasste Fälle 27.577 37.321
Anzahl der aufgeklärten Fälle 1.315 1.980
Anzahl der Verdächtigen 1.145 1.633
Anzahl der männlichen Verdächtigen 697 1.175
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 448 458
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 907 1.284

Quelle: Bundeskriminalamt

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