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Witten: Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität in Bochum 2025

Die politisch motivierten Straftaten in Bochum sind um 47,5% gestiegen, während die Gewaltdelikte um 33,3% gesunken sind.

Foto: unsplash

Bochum, Herne, Witten (ost)

Das Polizeipräsidium Bochum hat die Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK) veröffentlicht. Die Daten finden Sie in den Anhängen.

Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

Allgemeines

Die Gesamtzahl der politisch motivierten Straftaten in Bochum, Herne und Witten ist im Jahr 2025 um 47,5 Prozent auf 674 Straftaten gestiegen (2024: 457). Die Anzahl der Gewaltdelikte ist gleichzeitig um 33,3 Prozent auf 16 Fälle gesunken (2024: 24). Diese umfassen ausschließlich Körperverletzungsdelikte. Die Aufklärungsquote bei politisch motivierten Gewaltdelikten beträgt 56,3 Prozent (2024: 62,5 Prozent).

Wie in den Vorjahren entfallen mit 344 Straftaten die meisten auf das rechte Spektrum (PMK Rechts) (2024: 269 Taten). Der größte Anstieg ist bei linksextremistisch motivierten Straftaten zu verzeichnen (+204,9 Prozent) und folgt damit dem landesweiten Anstieg in diesem Phänomenbereich. Dieser Anstieg steht insbesondere im Zusammenhang mit der Bundestagswahl und der Kommunalwahl.

Des Weiteren gab es einen Anstieg im Bereich der sonstigen Zuordnung von 82 Fällen im Jahr 2024 auf 168 Fälle im Jahr 2025. Darunter fallen Delikte, bei denen eine politische Motivation nicht eindeutig einem Phänomenbereich zugeordnet werden konnte. Dazu gehören beispielsweise Straftaten mit Bezug zur Energiepolitik oder zum Tierschutz.

PMK Rechts

Die rechtsextremistisch motivierten Straftaten sind im PP Bochum um 27,9 Prozent gestiegen (2024: 269; 2025: 344 Straftaten). Der Anstieg betrifft hauptsächlich Sachbeschädigungen und Propagandadelikte.

Die Anzahl der Gewaltdelikte in diesem Bereich ist gesunken (2024: 12; 2025: 9 Straftaten) und erreicht somit den niedrigsten Wert seit 2021.

Die Polizei hat 43,9 Prozent der rechtsextremistisch motivierten Straftaten aufgeklärt. Bei sechs der neun registrierten Gewalttaten konnten die Täter ermittelt werden. Die gestiegenen Fallzahlen sind unter anderem auf ein erhöhtes Anzeigeverhalten von Geschädigten in sozialen Medien sowie die polizeiliche Auswertung von Chatverläufen in beschlagnahmten Mobilgeräten zurückzuführen, sowie auf Straftaten im Zusammenhang mit den Wahlen. Von den 344 Delikten sind 69,5 Prozent Propagandadelikte.

Weiterhin ist festzuhalten, dass es bisher weder Kleingruppen noch Einzelpersonen gelungen ist, in Bochum, Herne und Witten eine organisierte oder in Ansätzen strukturierte rechtsextreme Szene zu etablieren oder zu manifestieren.

PMK Links

Die Anzahl der politisch links motivierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen (2024: 41; 2025: 125) und folgt damit dem landesweiten Anstieg in diesem Phänomenbereich.

Die Anzahl der Gewalttaten ist jedoch von fünf Körperverletzungsdelikten auf drei Delikte gesunken. Insgesamt wurden 37 Straftaten im Bereich der PMK Links aufgeklärt.

Der Anstieg steht insbesondere im Zusammenhang mit der Bundestagswahl und der Kommunalwahl. Es handelt sich hauptsächlich um Sachbeschädigungen (u.a. von Wahlplakaten) und typische Versammlungsstraftaten. Von 125 Delikten handelt es sich allein bei 61 um Sachbeschädigungen.

PMK Sonstige und Reichsbürger

Im Bereich der sonstigen Zuordnung gab es einen Anstieg um insgesamt 95,3 Prozent auf insgesamt 168 Fälle (2024: 86 Fälle). Hierunter fallen Delikte, bei denen allein aufgrund der Begehungsweise keine eindeutige politische Motivation einem Phänomenbereich zugeordnet werden kann. Dazu gehören beispielsweise Straftaten mit Bezug zur Energiepolitik oder zum Tierschutz. Viele der Delikte stehen im Zusammenhang mit den Wahlen (insbesondere Beschädigungen von Wahlplakaten).

Weiterhin liegen im Bereich des PP Bochum derzeit keine Hinweise auf eine strukturierte und organisierte Szene aus dem Bereich der sogenannten „Reichsbürger und Selbstverwalter“ vor.

PMK-Ausländische Ideologie

Die Fallzahlen der Delikte politisch motivierter Kriminalität, die aufgrund einer ausländischen Ideologie begangen wurden, sind um 47,9 Prozent gesunken (2024: 48 Fälle; 2025: 25 Fälle). Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Straftaten, bei denen Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine aus dem Ausland stammende nichtreligiöse Ideologie entscheidend für die Tatbegehung war. PMK-Religiöse Ideologie (z. B. Islamismus / Salafismus) Die Fallzahlen im Bereich Religiöse Ideologie (PMK-RI) blieben nahezu konstant (2024: 13 Fälle; 2025: 12 Fälle). Aus den festgestellten Delikten lässt sich kein örtlicher Schwerpunkt im Phänomenbereich der PMK-RI ableiten.

Zusammenfassung

Die Polizei Bochum konzentriert sich weiterhin konsequent auf alle Formen politisch motivierter Kriminalität. In enger Zusammenarbeit mit den Städten sowie weiteren Ordnungs- und Netzwerkpartnern setzen die Einsatzkräfte auf ein breites Maßnahmenpaket aus Prävention und konsequenter Strafverfolgung. Das Ziel ist es, Straftaten und eine mögliche Etablierung krimineller Szenen frühzeitig zu bekämpfen und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Bochum, Herne und Witten nachhaltig zu gewährleisten.

Quelle: Presseportal

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