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Rätsel um 42 tote Frauen: Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung

Europäische Polizeibehörden suchen mit der Kampagne “Identify Me” nach Hinweisen auf 42 identitätslose Frauen, die teils brutal ermordet wurden. In Deutschland sind neun Fälle besonders dringlich, während eine erfolgreiche Identifizierung in Frankreich Hoffnung auf weitere Fortschritte gibt.

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42 tote Frauen - Polizei steht vor Rätsel und erbittet Hilfe
Bildquelle: (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

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Mit der Kampagne “Identify Me” sind europäische Polizeibehörden auf der Suche nach Hinweisen zu zahlreichen unbekannten Frauen, die zum Teil auf grausame Weise ums Leben kamen. In Deutschland stehen neun Verbrechensopfer zur Identifizierung an.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat einen bedeutenden Fortschritt vermeldet, der von französischen Sicherheitsbehörden erzielt wurde. Nach 21 Jahren konnte die Identität einer grausam ermordeten Frau geklärt werden: Hakima Boukerouis.

Am 7. Januar 2005 entdeckten Ermittler die verstümmelte Leiche in einer Regentonne im französischen Dorf Saint-Quirin. Das Opfer war in schwarze Müllsäcke gewickelt und mit Seilen verschnürt. Die Ermittler vermuteten, dass die Frau im Herbst 2004 qualvoll gestorben war.

Identifizierung nach über zwei Jahrzehnten

Über zwei Jahrzehnte blieb die Identität der Frau unbekannt. Ein entscheidender Hinweis war eine Besonderheit ihres Gebisses: Sie trug eine sogenannte “Richmond-Zahnkrone”. Der Durchbruch gelang nun durch einen DNA-Abgleich mit Familienangehörigen des Opfers.

Doch es blieb nicht bei der Identifizierung. Die zuständige Kriminalpolizei in Metz bestätigte inzwischen auch die Festnahme eines Verdächtigen im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod von Hakima Boukerouis.

Die Aufklärung dieses Falls, bei dem die Ermittlungen weiterhin andauern und ein Gerichtsverfahren bevorsteht, stellt den fünften Erfolg der internationalen Fahndungskampagne “Identify Me” dar.

Sechs europäische Länder starten Fahndungskampagne

Im Jahr 2024 haben sechs europäische Länder (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande und Spanien) die Aktion ins Leben gerufen. Ziel war es, die Identität von 47 toten Frauen zu klären. Aktuell stehen noch 42 Fälle aus.

“Die meisten der Frauen wurden entweder auf brutale Art und Weise getötet oder sind unter zweifelhaften oder ungeklärten Umständen gestorben”, erklärte das BKA an diesem Donnerstag. Dies gilt auch für neun unbekannte tote Frauen in Deutschland.

Ungeklärte Fälle in Deutschland

Hier werden drei Fälle vorgestellt, in denen trotz intensiver Ermittlungen die Identität der getöteten Frauen unbekannt ist.

Fall 1: Frauenleiche in Hannover mit Shirt “Little Italy – New York City”

Am 20. August 1994 wurde auf dem Bundeswehrgelände Hannover-Bothfeld eine skelettierte weibliche Leiche entdeckt. Untersuchungen ergaben, dass die Frau zwischen 1989 und 1992 getötet wurde. Ihr Leichnam war in einem etwa 1,10 Meter tiefen Erdloch vergraben, ihre Hände waren mit Handschellen gefesselt.

Die Frau war ungefähr 30 bis 55 Jahre alt und wurde demnach zwischen 1934 und 1957 geboren. Sie trug eine 78 Zentimeter lange Panzerkette aus dünner Goldlegierung um den Hals sowie ein mehrfarbiges Shirt mit der Aufschrift “Little Italy – New York City” und ein dunkelfarbenes Herren-Sweatshirt der Marke Adidas.

Beschreibung der Frau:

  • Haarfarbe: rötlich-braun
  • zierliche Gestalt
  • Konfektionsgröße: 36 bis 38
  • teilweise abgebröckelte und verfaulte Zähne
  • stark zerstörter Schneidezahnbereich, kosmetisch durch Verblendkronen behandelt
  • vermutliche Schuhgröße: 36 bis 39
  • BH mit Spitzeneinsätzen in Größe 75A bis 70B

Fall 2: Zuvor gefoltert: Totes Mädchen im Main bei Frankfurt-Nied

Am 31. Juli 2001 gegen 14.50 Uhr wurde im Main bei Frankfurt-Nied die verpackte und durch einen Sonnenschirmständer beschwerte Leiche eines 13 bis 16 Jahre alten Mädchens entdeckt. Der Körper war in einen bräunlichen Bettbezug mit Leopardenmuster und ein Frotteebetttuch eingewickelt. Die Beine des Mädchens waren angewinkelt und an die Brust gepresst, die Arme eng am Körper angelegt.

In dieser Hockstellung war der Leichnam des Mädchens mit bis zu 10 Zentimeter breiten Textilbändern umwickelt und verknotet. Der verpackte Leichnam war mit einem weißen Textilband zusammengeschnürt und an einen Sonnenschirmständer gebunden. Die verwendeten Textilbänder sind sogenannte Nalas, die in Pakistan, Afghanistan und teilweise in Indien als Gürtel für Pluderhosen genutzt werden.

Beschreibung des Opfers:

  • Alter: zwischen 13 und 16 Jahren
  • Größe: 157 Zentimeter
  • zierliche, mädchenhafte Statur
  • Gewicht: 38,5 Kilogramm
  • ca. 30 Zentimeter lange, dunkelbraune Haare
  • durchstochene Ohrläppchen
  • linkes Ohr: durch Gewalteinwirkung deformiert
  • Zahnstatus: lückenloses Gebiss, kein Hinweis auf Zahnbehandlungen

Fall 3: Tote im Lahn-Dill-Kreis mit Abfall und Erde bedeckt

Am 8. Februar 1989 wurde in einem stillgelegten Steinbruch im hessischen Lahn-Dill-Kreis die Leiche einer unbekannten Frau gefunden. Die Leiche war teilweise mit Abfall, Ästen und Erde bedeckt. Der Todeszeitpunkt wird auf einen Zeitraum zwischen dem 8. Oktober 1988 und dem 25. Januar 1989 geschätzt. Die Behörden vermuten, dass die Frau aus Thailand stammt.

Beschreibung der Frau:

  • Größe: 162 Zentimeter
  • Haare: schwarz, bis zu 11 Zentimeter lang, kraus
  • dunkle Hautfarbe
  • auffällig abgekauter Zahnschmelz im Bereich der Schneidezähne
  • 5 Zentimeter lange und 0,5 Zentimeter breite Narbe am Bauch, vermutlich von einer Blinddarm-Operation
  • mindestens eine Geburt
  • kräftiges Gesäß und kräftige Oberschenkel
  • Schuhgröße 33/34

Zu diesen und den sechs weiteren Fällen aus Deutschland bittet die Polizei weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Die zentrale Frage lautet: “Erinnern Sie sich an ein Familienmitglied, eine Bekannte, Freundin oder Kollegin, die plötzlich verschwunden ist?” Tippgeber werden “dringend gebeten, sich zu melden” (www.bka.de/identifyme).

Bildquelle: Bildquelle: (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

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TS