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Andernach: Ein besonderer Besuch

Ein geistig und körperlich eingeschränkter Bewohner erlebt die Polizei hautnah und strahlt vor Freude.

Herr Müller im Einsatz
Foto: Presseportal.de

Kettig (ost)

Gelegentlich sind es nicht die großen Aktionen, die besonders im Gedächtnis bleiben. Manchmal ist kein Blaulicht auf dem Weg zu einem dringenden Einsatz erforderlich, keine komplizierte Situation und keine lange Vorbereitung. Manchmal braucht es einfach ein wenig Zeit – und Menschen, die sie sich nehmen.

Das war auch bei einem speziellen Besuch der Polizeibeamtinnen PK’in Hannah Berenz und PHK’in Bianca Schmitz von der Polizeiinspektion Andernach am 18.08.2026 der Fall. Die beiden Beamtinnen besuchten die Förder- und Wohnstätten GmbH in Kettig. Der Hintergrund war der Wunsch eines geistig und körperlich eingeschränkten Bewohners, Herrn Müller, die Polizei live zu erleben.

Herr Müller ist ein großer Polizeifan. Streifenwagen, Uniformen, Blaulicht – all das fasziniert ihn. Und so sollte ihm ein Wunsch erfüllt werden: die Polizei nicht nur aus der Ferne zu sehen, sondern für einen Moment selbst ganz nah dabei zu sein. Die Polizei Andernach nahm sich für diesen besonderen Wunsch Zeit. Schon die Ankunft der Polizeibeamtinnen brachte große Freude. Doch dann gab es eine besondere Überraschung: Über den Polizeifunk wurde er persönlich begrüßt. Für einen kurzen Moment war er damit selbst ein kleines bisschen Teil des Polizeialltags.

Natürlich durfte auch nicht fehlen, was einen echten Streifenwagen für einen Polizeifan so besonders macht. Das Blaulicht wurde eingeschaltet – und die Begeisterung war ihm deutlich anzusehen. Dann durfte er dort Platz nehmen, wo normalerweise die Polizeibeamtinnen und -beamten auf dem Weg zu ihren Einsätzen sitzen: im Streifenwagen. Türen zu, anschnallen – und los ging es zu einer kleinen Runde um den Block. Nur wenige Minuten Fahrt. Für die beiden Kolleginnen eine kleine Runde. Für ihren Fahrgast ein ganz großes Erlebnis.

Zum Abschied gab es schließlich noch etwas, das ihn künftig an diesen besonderen Tag erinnern soll: eine Mini-Anhaltekelle. Ein kleines Stück “Polizei” zum Mitnehmen, das stolz entgegengenommen wurde. Was von diesem Besuch bleibt, lässt sich allerdings nicht in gefahrenen Metern oder der Dauer des blinkenden Blaulichtes messen. Es ist die sichtbare Freude eines Menschen, dem mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein außergewöhnlicher Moment geschenkt werden konnte.

Auch für die Polizei war diese Begegnung deshalb mehr als nur ein kurzer Termin. “Polizeiarbeit lebt von der Nähe zu den Menschen. Und manchmal sind es gerade die Begegnungen abseits unserer alltäglichen Einsätze, die uns daran erinnern, wie viel wir mit einer kleinen Geste bewirken können. Die Freude, die wir an diesem Tag schenken konnten, kam unmittelbar zurück – auch für unsere Kolleginnen war das ein ganz besonderer Moment”, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Andernach.

Denn Polizeiarbeit bedeutet nicht nur, Gefahren abzuwehren, Straftaten zu verfolgen oder für Sicherheit zu sorgen. Sie bedeutet auch, Menschen zu begegnen, hinzusehen und sich Zeit zu nehmen. Für die beiden Kolleginnen war es ein ungewöhnlicher und schöner “Einsatz”. Für einen großen Polizeifan war es ein Tag, den er vermutlich noch lange in Erinnerung behalten wird.

Und sein Lächeln am Ende zeigte vielleicht am besten, worum es bei dieser Begegnung ging: Manchmal braucht es gar nicht viel, um für einen Menschen etwas ganz Großes zu sein.

Quelle: Presseportal

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