Die Ermittlungen wegen Tierschutzverstößen und illegalen Waffenbesitzes dauern an. Der Park bleibt vorerst unter Auflagen geöffnet.
Kreis Kusel: Durchsuchung von Wildpark und Greifvogelzoo

Kreis Kusel (ost)
Gemeinsame Mitteilung der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern und des Polizeipräsidiums Westpfalz
Nach der Durchsuchung eines Wildparks und Greifvogelzoos im Nordpfälzer Bergland (siehe: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117683/6353482) informieren die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern und das Polizeipräsidium Westpfalz über den aktuellen Stand der Ermittlungen.
Die Kriminaldirektion Kaiserslautern führt seit Juli Ermittlungen gegen den Betreiber der Einrichtung wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Einsatzkräfte durchsuchten am Mittwoch auf Anordnung des Amtsgerichts Kaiserslautern den Wildpark und Greifvogelzoo sowie die Wohn- und Geschäftsräume des Betreibers.
Nach den vorliegenden Erkenntnissen haben sich die Verdachtsmomente teilweise bestätigt, teilweise jedoch nicht.
Gemäß dem Tierschutzgesetz macht sich strafbar, wer Wirbeltiere ohne vernünftigen Grund tötet oder ihnen aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt, beziehungsweise länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt. Bezüglich des regulären Tierbestands des Wildparks und Greifvogelzoos ergaben sich nach den vorliegenden Erkenntnissen keine Anhaltspunkte für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.
Die Polizei und das Veterinäramt stellten jedoch eine Rattenzucht fest. Es handelt sich vermutlich um mehrere tausend Tiere, die als Futter für Greifvögel gehalten werden. Den Betreibern wird vorgeworfen, die Tiere unsachgemäß vor der Verfütterung getötet zu haben, weshalb nun ein Vergehen nach dem Tierschutzgesetz in Betracht kommt. Die Ermittlungen hierzu dauern an.
Bei der Durchsuchung des Wohnanwesens des 60-Jährigen stellte die Polizei eine Pistole und Munition sicher, für die der Mann keine waffenrechtliche Erlaubnis vorweisen konnte. Es handelt sich mutmaßlich um ein Erbstück. Die Beamten ermitteln daher wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Waffenrecht. Im Zusammenhang mit dem Fund stellte die Kreisverwaltung Kusel auch die legal im Besitz des Tierparkbetreibers befindlichen Waffen sicher.
Die Durchsuchung am Mittwoch dauerte etwa zehn Stunden. Beteiligt waren Kräfte des Veterinäramts und des Kommunalen Vollzugsdienstes der Kreisverwaltung Kusel sowie Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz, Logistik und Technik und des Polizeipräsidiums Westpfalz. Zur Unterstützung wurde auch eine Drohne eingesetzt. Der Inhaber und die Mitarbeiter des Parks waren während der Durchsuchung anwesend und arbeiteten gut mit den Behörden zusammen.
Der Wildpark und Greifvogelzoo hat eine Fläche von etwa 30 Hektar, wie öffentlich angegeben. Es werden offiziell rund 800 Tiere auf dem Gelände gehalten. Es wurden keine Tiere beschlagnahmt. Fachkräfte des Veterinäramts begutachteten den Tierbestand. Das schriftliche Ergebnis dieser Begutachtung liegt noch nicht vor.
Nach dem aktuellen Stand bleibt der Park unter Auflagen geöffnet. Wie mit der Rattenzucht weiter verfahren wird, wird derzeit vom Veterinäramt geprüft. |erf
Quelle: Presseportal








