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Neu-Isenburg: Weitere Festnahmen nach Entführung eines Musikmanagers

Nach Verurteilung im Herbst 2023 wurden zwei Männer wegen Rauschgifthandels festgenommen. Einer in Griechenland, der andere in Dillingen/Saar.

Foto: Depositphotos

Saarbrücken (ost)

Nachdem im Herbst 2023 vier Personen wegen der Entführung eines Musikmanagers aus Frankfurt am Main zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, führten Kriminalbeamte des Landespolizeipräsidiums weitere Ermittlungen aufgrund von Hinweisen auf weitere Straftaten durch. Diese haben nun zur Festnahme von zwei weiteren Männern geführt.

Ein 41-jähriges Mitglied der rockerähnlichen Gruppierung „BAHOZ“ wird verdächtigt, einen organisierten Rauschgifthandel betrieben zu haben, wie die aktuellen Ermittlungen des Dezernats für organisierte Kriminalität zeigen. Gemeinsam mit einem 39-jährigen Mann, der ebenfalls aus der Türkei stammt und am vergangenen Freitag (26.07.2024) in Dillingen/Saar festgenommen wurde, soll er einem der bereits verurteilten Entführer mehrere Kilogramm Kokain übergeben haben, um es weiterzuverkaufen.

Aufgrund eines europäischen Haftbefehls, der gegen den 41-jährigen türkischen Staatsangehörigen vorlag, wurde er bei der Einreise auf eine griechische Insel am 26.04.2024 festgenommen. Er war zu einer Feierlichkeit eingeladen, als die griechischen Behörden ihn in Gewahrsam nahmen. Letzte Woche wurde er ins Saarland überführt, wo ein Richter den Haftbefehl vollstreckte.

Auch der in Dillingen festgenommene 39-jährige türkische Staatsangehörige wurde am vergangenen Freitag in Haft genommen, nachdem der Ermittlungsrichter den Haftbefehl vollstreckt hatte. Beide Männer befinden sich nun in der JVA und warten auf den Beginn ihres Prozesses.

Zum Hintergrund:

Im Januar 2023 wurde ein 43-jähriger Mann aus Saarbrücken, der in Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main lebte, von mehreren Männern entführt und nach Saarbrücken gebracht. Unter Anwendung von massiver Gewalt forderten sie von ihm die Herausgabe eines sechsstelligen Euro-Betrages. Im November 2023 wurden die vier Männer im Alter von 40, 45 und 46 Jahren vom Landgericht Saarbrücken zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Das Entführungsopfer wurde selbst wegen Drogendelikten zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Beamten des Landespolizeipräsidiums führten daraufhin weitere intensive Ermittlungen durch, die nun zu den beiden beschriebenen Festnahmen führten.

Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: Presseportal

Statistiken zur Drogenkriminalität in Saarland für 2021/2022

Die Drogenraten in Saarland zwischen 2021 und 2022 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2021 wurden 3070 Fälle erfasst, während es im Jahr 2022 nur noch 2983 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle blieb jedoch relativ konstant, mit 2815 gelösten Fällen im Jahr 2021 und 2811 im Jahr 2022. Die Anzahl der Verdächtigen sank ebenfalls von 2558 im Jahr 2021 auf 2538 im Jahr 2022. Die Anzahl der männlichen Verdächtigen ging von 2157 auf 2133 zurück, während die Anzahl der weiblichen Verdächtigen von 401 auf 405 stieg. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 449 im Jahr 2021 auf 564 im Jahr 2022. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen mit 70510 die meisten erfassten Drogenfälle in Deutschland im Jahr 2022.

2021 2022
Anzahl erfasste Fälle 3.070 2.983
Anzahl der aufgeklärten Fälle 2.815 2.811
Anzahl der Verdächtigen 2.558 2.538
Anzahl der männlichen Verdächtigen 2.157 2.133
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 401 405
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 449 564

Quelle: Bundeskriminalamt

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