260 Arbeitnehmer kontrolliert, Verdacht auf Mindestlohnunterschreitung und illegale Beschäftigung. Bundesweite Schwerpunktprüfung gegen Schwarzarbeit und Leistungsmissbrauch.
Saarbrücken: ZOLL kontrolliert Paketdienstleister

Saarbrücken (ost)
Der ZOLL in Saarbrücken kontrollierte am letzten Mittwoch (06.05.2026) insgesamt 260 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Kurier-, Express- und Paketbranche im Saarland und im südwestlichen Rheinland-Pfalz. Der Grund dafür war eine bundesweite Schwerpunktprüfung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS).
Die Überprüfungen wurden durch Befragungen von Personen und die Prüfung von Geschäftsunterlagen durchgeführt. „Wir stellen immer wieder fest, dass Arbeitszeiten nicht vollständig oder gar nicht vergütet werden.“, erklärt Maike Ames, die Pressesprecherin des Hauptzollamts Saarbrücken. „Häufig werden dabei Überstunden oder beispielsweise Zeiten für das Beladen der Fahrzeuge nicht entlohnt.“ Die fehlende Entlohnung führt dazu, dass der aktuell gesetzlich festgelegte Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde nicht eingehalten wird. Aber auch der Einsatz von Subunternehmern hat oft das Ziel, Sozialversicherungsbeiträge zu umgehen und Steuern zu hinterziehen.
Die Bilanz der Prüfung am letzten Mittwoch sieht wie folgt aus: – 15 Fälle von Verdacht auf Nichtbeachtung des Mindestlohns – 9 Fälle von Verdacht auf Leistungsmissbrauch – 1 Fall von Verdacht auf Schwarzarbeit – 17 eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen fehlender Ausweispapiere – 2 eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen mangelnder Kooperation bei der Prüfung
Nun folgen umfangreiche Nachprüfungen, bei denen die vor Ort gesammelten Daten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der Lohn- und Finanzbuchhaltung der Unternehmen abgeglichen und weitere Geschäftsunterlagen überprüft werden.
Zusatzinformation:
Der Zoll trägt durch umfangreiche Prüf- und Ermittlungsverfahren zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung entscheidend zur Sicherung der Sozialsysteme und Staatseinnahmen bei und schafft so faire Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen. Die Prüfungen der FKS erfolgen ohne konkreten Verdacht und risikoorientiert. Dabei führen die Mitarbeiter des Zolls sowohl stichprobenartige Prüfungen als auch vollständige Prüfungen aller Beschäftigten eines Arbeitgebers durch. In Branchen, die besonders von Schwarzarbeit betroffen sind, führt die FKS das ganze Jahr über regelmäßig bundesweite, aber auch regionale Schwerpunktprüfungen mit einem erhöhten Personaleinsatz durch und sorgt so für eine besonders hohe Anzahl an Prüfungen in der jeweiligen Branche.
Quelle: Presseportal








