Aktuell vermehrt falsche Handwerker, Polizeibeamte und Schockanrufe. Letzter Fall: älteres Ehepaar um fünfstellige Summe Bargeld betrogen. Hinweise an Polizei: 0451-1310.
Bad Segeberg: Warnung vor Betrügern

Lübeck (ost)
Derzeit gibt es vermehrt Vorfälle mit falschen Handwerkern oder Polizeibeamten. Auch Enkeltrickversuche sind zu verzeichnen. Handwerker bieten Arbeiten an und behaupten, Schäden gefunden zu haben, die kostengünstig repariert werden können. Falsche Polizisten behaupten, dass in der Nachbarschaft Einbrüche stattgefunden haben und man nun die Wertsachen sicher aufbewahren möchte. Andere Betrüger, die sich als Polizeibeamte oder Staatsanwalt ausgeben, fordern telefonisch eine spätere Kaution, weil ein naher Angehöriger angeblich einen tödlichen Unfall verursacht hat.
Der aktuellste Vorfall ereignete sich gestern Mittag (19.06.2024) zwischen 12:00 und 13:00 Uhr im Lübecker Stadtteil St. Gertrud. Falsche Handwerker für Dacharbeiten gaben sich bei einem älteren Ehepaar aus, um die Dachrinne zu reinigen. Während der angeblichen Reparaturarbeiten stellten die Handwerker behauptete Schäden am Dach fest und gelangten so auch ins Haus.
Um eine schnelle Reparatur durchzuführen, wurde ein reduzierter Preis angeboten, dem die Bewohnerin zustimmte. Während der Mann mit zwei Handwerkern am Haus blieb, fuhr die Frau mit einem der Täter zur Bank, um das Bargeld abzuheben. Als sie die Bank verließ, war der Täter verschwunden. Die Lübeckerin nahm ein Taxi nach Hause und stellte fest, dass die „Handwerker“ verschwunden waren. Zudem fehlten zwei Umschläge mit einer hohen fünfstelligen Bargeldsumme aus dem Haus.
Der Haupttäter wurde als männlich, 1,65-1,75 m groß und kräftig beschrieben. Er sprach fließend Deutsch und trug eine blaue Latzhose sowie ein blaues Shirt mit Aufschrift. Der Mann mit dunklen Haaren soll sehr selbstbewusst gewesen sein. Der zweite Täter war etwas kleiner und schlanker. Auch er trug eine blaue Hose und sprach fließend Deutsch. Der dritte Täter hatte ein knochiges Gesicht, ein ungepflegtes Erscheinungsbild, war schlank, etwa 1,60-1,65m groß, hatte einen 5-Tage-Bart und schlechte Zähne. Die drei waren mit einem weißen Lieferwagen ohne Aufschrift und einem Rendsburger Kennzeichen unterwegs.
Hinweise zu den Tätern nimmt die Polizei in Lübeck unter der Rufnummer 0451-1310 entgegen.
Vor einer Woche gelang es Betrügern mit dem „Enkeltrick“, einem Rentner aus Bad Segeberg in Lübeck einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag abzunehmen. Das Vorgehen ist meist ähnlich. Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und behaupten, dass ein naher Angehöriger (oft die Kinder oder Enkelkinder) einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat. Um eine Haftstrafe zu vermeiden, wird eine Bargeldkaution gefordert, die persönlich übergeben werden soll. Das Telefonat wird dann an einen angeblichen Staatsanwalt weitergeleitet, der die Kautionsforderung bestätigt.
In anderen Fällen behaupten falsche Polizeibeamte, dass in der Nachbarschaft Einbrüche stattgefunden haben und man nun die Wertgegenstände sichern möchte. Oftmals kommt es zur Übergabe von Schmuck und/oder Bargeld.
Falsche Handwerker versuchen, unter einem Vorwand in die Wohnung der Opfer zu gelangen. Sie bieten Arbeiten am Haus an oder wollen Wasserleitungen überprüfen. Dabei fordern sie die Bewohner auf, das Wasser laufen zu lassen und wieder abzudrehen. Dies gibt den Tätern die Möglichkeit, die Räume nach Wertgegenständen zu durchsuchen.
Nur in den letzten 14 Tagen gab es in Lübeck über 40 solcher Vorfälle. Glücklicherweise erkannten die meisten Opfer das Vorgehen und fielen nicht auf die Betrüger herein. Dennoch ist jeder erfolgreiche Betrug einer zu viel. Daher gibt die Polizeidirektion Lübeck folgende Präventionshinweise:
Quelle: Presseportal








