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DNA-Reihenuntersuchung in Mettenhof nach versuchtem Mord

Einsatzkräfte vollstreckten richterlichen Beschluss zur DNA-Reihenuntersuchung nach Steinwurf auf Polizeiwagen. Mehr als 80% der Betroffenen willigten ein.

Foto: Depositphotos

Kiel (ost)

Gemeinsame Bekanntmachung von Staatsanwaltschaft Kiel und Polizeidirektion Kiel

Seit dem frühen Morgen um 6 Uhr haben Einsatzkräfte der Bezirkskriminalinspektion Kiel mit Unterstützung der Bereitschaftspolizeiabteilung aus Eutin den gerichtlichen Beschluss zur Durchführung einer DNA-Reihenuntersuchung vollstreckt, nachdem es in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni gegen 0:45 Uhr zu einem Pflastersteinwurf auf einen Streifenwagen kam, der aus einem Wohnhaus erfolgte.

Der Stein durchbrach die Windschutzscheibe und traf die 25-jährige Polizeibeamtin, die sich auf dem Beifahrersitz befand, an der Hand und am Knöchel. Ihr 59-jähriger Kollege blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft Kiel betrachtet den Steinwurf als versuchtes Tötungsdelikt. DNA-Spuren konnten am sichergestellten Pflasterstein gefunden werden.

Die betroffenen Personen der heutigen DNA-Reihenuntersuchung waren alle Bewohner, die im Mehrfamilienhaus am Kurt-Schumacher-Platz 1 gemeldet sind oder tatsächlich dort wohnen und zum Zeitpunkt des Vorfalls das 14. Lebensjahr erreicht haben. Die DNA-Proben wurden freiwillig abgegeben und sind nur für dieses Verfahren bestimmt. Nach dem Abgleich werden die Proben vernichtet.

Nach vorläufigen Angaben haben mehr als 80 Prozent der Personen, die im Wohnhaus angetroffen wurden, einer DNA-Entnahme zugestimmt. Viele begrüßten die Maßnahme ebenfalls. Ein besonderer Dank gilt allen Personen, die dem Aufruf zur Abgabe einer Speichelprobe gefolgt sind und somit zur Aufklärung beigetragen haben, ebenso wie den zahlreichen Hinweisgebern.

Stephanie Lage, Pressesprecherin der Polizeidirektion Kiel

Hanna Borgwardt, Staatsanwaltschaft Kiel

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Schleswig-Holstein für 2022/2023

Die Mordraten in Schleswig-Holstein zwischen 2022 und 2023 sind leicht angestiegen. Im Jahr 2022 wurden 70 Fälle registriert, wovon 55 aufgeklärt wurden. Es gab insgesamt 62 Verdächtige, davon 56 männliche und 6 weibliche Verdächtige. 29 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der Mordfälle auf 74, wobei 66 Fälle gelöst wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 77, wovon 67 männliche und 10 weibliche Verdächtige waren. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen sank auf 28. Im Vergleich dazu hatte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an registrierten Mordfällen in Deutschland mit 470 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 70 74
Anzahl der aufgeklärten Fälle 55 66
Anzahl der Verdächtigen 62 77
Anzahl der männlichen Verdächtigen 56 67
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 6 10
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 29 28

Quelle: Bundeskriminalamt

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