Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

DNA-Reihenuntersuchung in Mettenhof nach versuchtem Mord

Eine Polizeibeamtin wurde durch einen Pflastersteinwurf verletzt. Eine DNA-Reihenuntersuchung betrifft über 250 Personen im Wohnhaus.

Foto: Depositphotos

Kiel (ost)

Gemeinsame Bekanntmachung der Staatsanwaltschaft Kiel und des Polizeipräsidiums Kiel

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli ereignete sich gegen 0:45 Uhr ein Vorfall, bei dem aus einem Wohnhaus ein Pflasterstein auf ein Polizeiauto geworfen wurde. Der Stein traf die Frontscheibe. Die 25-jährige Polizistin auf dem Beifahrersitz wurde an der Hand und am Knöchel getroffen. Sie ist nicht mehr arbeitsfähig. Ihr 59-jähriger Kollege blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft Kiel betrachtet den Steinwurf als versuchtes Tötungsdelikt.

An dem sichergestellten Pflasterstein konnten DNA-Spuren gefunden werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel ordnete das Amtsgericht Kiel daher die Durchführung einer DNA-Massenuntersuchung an. Betroffen sind alle Personen, die offiziell im Mehrfamilienhaus am Kurt-Schumacher-Platz 1 gemeldet sind oder tatsächlich dort wohnen und zum Zeitpunkt des Vorfalls mindestens 14 Jahre alt waren.

Seit heute Morgen um 6 Uhr vollstrecken die Einsatzkräfte der Bezirkskriminalinspektion Kiel mit Unterstützung der Bereitschaftspolizeiabteilung aus Eutin den gerichtlichen Beschluss. Die Maßnahmen finden in dem 25-stöckigen Gebäude statt, in dem über 250 Personen leben.

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Kiel steht für Anfragen von Medienvertretern vor Ort am Kurt-Schumacher-Platz sowie unter den bekannten Telefonnummern zur Verfügung.

Stephanie Lage, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Kiel Hanna Borgwardt, Staatsanwaltschaft Kiel

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Mord, Totschlag und Tötungsdelikten in Schleswig-Holstein für 2022/2023

Die Mordraten in Schleswig-Holstein zwischen 2022 und 2023 sind im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland vergleichsweise niedrig. Im Jahr 2022 wurden 70 Fälle von Mord registriert, wovon 55 aufgeklärt wurden. Es gab insgesamt 62 Verdächtige, davon waren 56 männlich und 6 weiblich. 29 der Verdächtigen waren nicht-deutscher Herkunft. Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 74, wovon 66 aufgeklärt wurden. Die Anzahl der Verdächtigen erhöhte sich auf 77, davon waren 67 männlich und 10 weiblich. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen blieb mit 28 konstant. Im Vergleich dazu wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die meisten Mordfälle in Deutschland registriert – insgesamt 470.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 70 74
Anzahl der aufgeklärten Fälle 55 66
Anzahl der Verdächtigen 62 77
Anzahl der männlichen Verdächtigen 56 67
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 6 10
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 29 28

Quelle: Bundeskriminalamt

Karte für diesen Artikel

nf24