Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Elmshorn: Landespolizei Schleswig-Holstein zieht Bilanz

Die Roadpol-Kontrollwoche „2Wheelers“ fokussierte auf falsche Straßenbenutzung bei E-Scootern und Fahrrädern. Kontrollierte Scooter: 2.023, davon 1.366 E-Scooter. 202 Fälle von falscher Straßenbenutzung festgestellt.

Foto: Depositphotos

Kiel (ost)

Im Rahmen der europaweiten Roadpol-Kontrollwoche „2Wheelers“ hat die Landespolizei Schleswig-Holstein eine Woche lang landesweit Zweiräder und Elektrokleinstfahrzeuge kontrolliert. Die Bilanz für den Zeitraum 01.06. – 07.06.2026 zeigt: Die falsche Nutzung von Straßenteilen, insbesondere durch E-Scooter, Fahrräder und Pedelecs, ist der häufigste Verstoß gewesen.

Bei den kontrollierten Scootern wurden insgesamt 2.023 Fahrzeuge überprüft. Circa zwei Drittel davon waren E-Scooter (1.366). In 202 Fällen mussten die kontrollierenden Beamtinnen und Beamten dabei feststellen, dass eine falsche Straßenbenutzung vorlag. Zudem wurden 21 Fahrende unter unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss festgestellt. „Im Verkehrssicherheitsbericht 2025 haben wir genau diese beiden Aspekte -falsche Straßenbenutzung und den Einfluss berauschender Mittel- als Hauptunfallursache bei E-Scooter-Unfällen ausgewertet.“, erläutert Marco Herrndorff aus dem verkehrspolizeilichen Aufgabenvollzug des Landespolizeiamtes, und folgert: „Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen wie diese Aktionswoche bleiben unbenommen wichtig.“

Auch bei Fahrrädern einschließlich Pedelecs und E-Bikes lag der Schwerpunkt der festgestellten Verstöße bei der falschen Straßenbenutzung. Bei 1.749 kontrollierten Fahrrädern fielen 229 auf, welche beispielsweise auf der falschen Straßenseite oder auf dem Gehweg fuhren. „Die Unfallgefahr aller Beteiligten steigt merkbar, wenn Fahrräder oder E-Scooter sich nicht an die Vorgaben zur Straßennutzung halten. Auf dem Gehweg ist man viel schneller als zu Fuß gehende; kommt man von der falschen Seite, kann man schnell übersehen werden.“, erläutert Herrndorff die Gefahrenpotenziale.

Positiv aufgefallen ist, dass sowohl bei den Fahrrädern, als auch bei Scootern die Anzahl der festgestellten technischen Mängel im Vergleich zur Kontrollwoche aus dem Jahr 2025 deutlich gesunken sind und das trotz einer höheren Anzahl an kontrollierten Fahrzeugen. 46 Fahrräder und 63 Scooter wiesen dieses Jahr technische Mängel auf (2025: 180 bzw. 111).

Im negativen Sinne hervorstechend war die Feststellung von Einsatzkräften des Polizeiautobahn- und Bezirksreviers Elmshorn. Diesen fiel ein Kind (13 Jahre) auf, welches auf einem zu schnellen E-Scooter fuhr. Bei der Kontrolle wurde festgestellt, dass der E-Scooter eine Höchstgeschwindigkeit von 61 km/h erreichte. Geprüft werden nun u.a. Verstöße gegen das Mindestalter zum Führen von E-Scootern sowie wegen des Fahrens ohne Versicherungsschutz und ohne Fahrerlaubnis, da die erhöhte Geschwindigkeit dazu führen könnte, dass der E-Scooter als Kleinkraftrad einzustufen sei. Auf Grund des Alters des Fahrers müssen sich zunächst die Erziehungsberechtigten verantworten. Der E-Scooter wurde sichergestellt.

Die Ergebnisse der Kontrollwoche unterstreichen einmal mehr, dass Kontrollen und Prävention Hand in Hand gehen müssen. Geschwindigkeit, Gewicht und Bremsweg werden häufig unterschätzt. Die Landespolizei Schleswig-Holstein nutzt die Roadpol-Kontrollwochen daher stets auch dazu, um Gespräche mit Verkehrsteilnehmenden zu führen und Verständnis und Einsicht zu fördern. Die Landespolizei Schleswig-Holstein wird die Verkehrssicherheitsarbeit im Bereich der Zweiräder und Elektrokleinstfahrzeuge weiter konsequent fortsetzen – im Rahmen von Kontrollwochen, wie im täglichen Dienst.

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein für 2023

Die Verkehrsunfallstatistik für Schleswig-Holstein im Jahr 2023 zeigt insgesamt 32.794 Unfälle. Davon waren 3.356 Unfälle mit Personenschaden, was 10,23% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 1.230 Fälle aus, was 3,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 292 Fällen registriert, was 0,89% entspricht. Die übrigen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 27.916 Fälle, was 85,13% entspricht. Innerorts ereigneten sich 2.829 Unfälle (8,63%), außerorts (ohne Autobahnen) 1.003 Unfälle (3,06%) und auf Autobahnen 400 Unfälle (1,22%). Insgesamt gab es 34 Getötete, 611 Schwerverletzte und 3.587 Leichtverletzte.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 32.794
Unfälle mit Personenschaden 3.356
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 1.230
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 292
Übrige Sachschadensunfälle 27.916
Ortslage – innerorts 2.829
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 1.003
Ortslage – auf Autobahnen 400
Getötete 34
Schwerverletzte 611
Leichtverletzte 3.587

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Karte für diesen Artikel

nf24