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Erlangen: Warnung vor Spoofing im Online-Banking

Die Polizei warnt vor Betrug durch falsche Bankmitarbeiter. Opfer sollten TANs nur selbst eingeben und bei Zweifeln die Bank kontaktieren.

Foto: unsplash

Ratzeburg (ost)

26. Juni 2024 | Kreis Herzogtum Lauenburg – 25.06.2024 – Ratzeburg

Die Polizeidirektion Ratzeburg warnt vor der Betrugsmasche des „Falschen Bankmitarbeiters“ im Online-Banking.

Beim Betrug durch „Falsche Bankmitarbeiter“ handelt es sich um ein schon länger bekanntes Kriminalitätsphänomen, ähnlich des Enkeltricks oder des Schockanrufs sowie des falschen Microsoft-Mitarbeitenden.

Betrüger schaffen es durch manipulative Gesprächsführung am Telefon Zugang zu den Konten ihrer Opfer zu erlangen. Die Täter rufen unter Vortäuschung der Telefonnummer der örtlichen Hausbank die Opfer an und geben beispielsweise vor, dass vermeintliche Unregelmäßigkeiten im Banking aufgetreten sind. Um einen „Betrug“ entgehen zu können und die Unregelmäßigkeiten zu beheben, ist eine aktive Mitarbeit der Opfer erforderlich.

Mit Hilfe einer extra vom Opfer herunterzuladenden Remote-Software übernehmen angebliche IT-Spezialisten der Bank im Hintergrund die Ausführungen.

Den Opfern wird vorgegaukelt, dass verdächtige Transaktionen gestoppt werden müssen. Dabei erscheinen echte Auslandsüberweisungen auf den Bildschirmen der Geschädigten, die dann durch die gezielte Gesprächsführung des „falschen Bankmitarbeiters“ dazu gebracht werden, die Transaktionen aktiv zu bestätigen und auszuführen.

Zu solch einem Vorgehen wurde erst gestern eine Seniorin aus dem Ratzeburger Umland aufgefordert. Auch sie erhielt einen Anruf ihre Hausbank, die richtige Telefonnummer der Hausbank wurde dabei auch in ihrem Anrufdisplay angezeigt. Die Rede war hier von verdächtigen Auslandsüberweisungen, so dass eine aktive Überprüfung notwendig sei. Nachdem die Seniorin die Remote-Software heruntergeladen und die Freigabe zur Fernübernahme bestätigte, übernahmen die Betrüger die Ausführungen auf ihren Konten im Hintergrund. Sie wurde während dessen so gezielt in der Gesprächsführung bearbeitet, dass sie die nun freizugegebenen Auslandsüberweisungen auch aktiv bestätigte.

So gelang es den Tätern einen hohen fünfstelligen Betrag abzubuchen.

Als der Geschädigten im Nachhinein Zweifel an der Geschichte aufkamen, rief sie die in ihrem Display angezeigte Telefonnummer zurück und landete so tatsächlich bei ihrer Hausbank. Aber von dort hatte sie niemand kontaktiert. Eine Überprüfung dort zeigte schnell, dass reale Überweisungen ausgeführt wurden. Nun realisierte die Seniorin, dass sie einer Betrügerbande ins Netz gegangen ist und erstattete Anzeige.

Um sie vor dieser Masche zu schützen, möchten wir Ihnen einige Sicherheitshinweise geben: 1. Führen Sie TAN-Eingaben nur für Transaktionen und Aktionen im Onlinebanking durch, die Sie selbst ausgelöst haben. Handeln Sie nie auf Aufforderung Dritter. 2. Beachten Sie, dass ein Bankmitarbeiter nie nach einer TAN, einem Passwort oder einer PIN für Ihre Konten und Karten fragen wird. 3. Sollten Sie Zweifel haben, dass ein echter Bankmitarbeiter mit Ihnen spricht, rufen Sie die Nummer zurück oder kontaktieren Sie Ihre Bank über eine Rufnummer, die Sie selbst unabhängig recherchiert haben. 4. Sollte Sie dennoch sensible Zahlungsdaten preisgegeben oder Eingaben getätigt haben, nehmen Sie sofort Kontakt zu Ihrer Hausbank und zur Polizei auf. 5. Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Seien Sie schnell und schlafen Sie keine Nacht darüber. Für Ihr Erspartes könnte es bereits nach einer Stunde schon zu spät sein!

Quelle: Presseportal

Cybercrime-Statistiken in Schleswig-Holstein für 2021/2022

Die Cyberkriminalitätsraten in Schleswig-Holstein zwischen 2021 und 2022 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2021 wurden 3035 Fälle registriert, während es im Jahr 2022 nur noch 2966 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ging ebenfalls von 940 auf 815 zurück. Die Anzahl der Verdächtigen sank von 787 auf 693, wobei die Anzahl der männlichen Verdächtigen mit 475 höher war als die der weiblichen Verdächtigen mit 218. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 127 auf 137. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2022 die höchste Anzahl an registrierten Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 29667 Fällen.

2021 2022
Anzahl erfasste Fälle 3.035 2.966
Anzahl der aufgeklärten Fälle 940 815
Anzahl der Verdächtigen 787 693
Anzahl der männlichen Verdächtigen 544 475
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 243 218
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 127 137

Quelle: Bundeskriminalamt

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