Die Polizei kontrollierte gestern 400 Fahrzeuge auf Alkohol, Drogen und Medikamente. Einige Fahrer mussten stehen bleiben, darunter auch drei unter Drogeneinfluss.
Hamburg: Großkontrolle auf Parkplatz Neustädter Bucht

Lübeck (ost)
Das Polizeipräsidium Lübeck war gestern Nachmittag (16.12.2024) an der europaweiten ROADPOL-Kontrollwoche beteiligt. An der Autobahn 1 wurde auf dem Rastplatz Neustädter Bucht eine feste Kontrollstation eingerichtet, um den fließenden Verkehr zu überprüfen. Der Fokus lag auf dem Aufspüren von Alkohol, Drogen und Medikamenten im Straßenverkehr. Insgesamt wurden etwa 400 Fahrzeuge kontrolliert, einige mussten anhalten.
Um 14:45 Uhr versammelten sich die Kontrollkräfte auf dem Parkplatz, um nach einer kurzen Begrüßung ihre Posten einzunehmen. Die Kontrolle wurde seit Monaten vom Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Scharbeutz geplant. Am gestrigen Tag erhielten die Beamten tatkräftige Unterstützung von Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Bremen. Auch vor Ort waren Zollbeamte, Bundespolizei und Beamte der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Schengen.
Das Technische Hilfswerk und die Straßenmeisterei Scharbeutz kümmerten sich um die Logistik vor Ort. Um möglichst viele Fahrzeuge zu kontrollieren, wurde der gesamte Verkehr in Richtung Norden von der A1 über den Rastplatz Neustädter Bucht Ost umgeleitet. Dort führten die Beamten erste Sichtkontrollen durch und zogen einige Fahrzeuge in ihre Kontrollbuchten. Um den entstehenden Stau zu begrenzen, wurde die Autobahn stündlich kurzzeitig freigegeben.
Insgesamt wurden zwischen 15:00 und 22:00 Uhr fast 400 Fahrzeuge kontrolliert. Neben 17 Beanstandungen wegen fehlender Papiere oder falscher Ladungssicherung gerieten 15 Fahrer in den Verdacht, unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten gefahren zu sein. Ein Arzt vor Ort entnahm Blutproben. Drei der 15 Fahrer zeigten während der Kontrolle Ausfallerscheinungen, weshalb Strafverfahren nach § 316 StGB eingeleitet wurden. In allen Fällen mussten die Fahrzeuge stehen bleiben und die Weiterfahrt wurde untersagt.
Die Überprüfungen auf Alkoholeinfluss fielen positiv aus. Nur zwei Fahrer hatten bei einem Atemalkoholtest Werte von unter 0,2 Promille, was keine Beeinträchtigung darstellte. Sie durften weiterfahren.
Ein Fahrzeug wurde angezeigt, weil ein Schlagring, ein verbotener Gegenstand, gefunden wurde. Die Beamten behielten das Schlagwerkzeug ein. Ein Fahrer legte einen gefälschten rumänischen Führerschein vor, obwohl er keine gültige Fahrerlaubnis besaß. Ein Mann zeigte einen moldawischen Führerschein vor, der in Deutschland nicht gültig ist. Schließlich stoppten die Kontrollbeamten eine Fahrschülerin, die ihre Fahrprüfung noch nicht abgelegt hatte. Gegen die drei Fahrer wurden Strafverfahren wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Auch sie mussten ihre Autos stehen lassen.
Die Notwendigkeit solcher Kontrollen zeigt sich im Fazit. Obwohl die Unfallzahlen auf einem ähnlichen Niveau bleiben, ist das Ziel, diese Zahlen zu minimieren, noch nicht erreicht. Deshalb beteiligen wir uns weiterhin an verschiedenen Kontrollaktionen. Die Polizei ist jedoch immer im Einsatz und überwacht den Verkehr je nach Bedarf im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Nicht nur zu Weihnachten und Glühweinzeit betrachten wir dies als eine äußerst wichtige Aufgabe. Denn jede Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist eine zu viel.
Quelle: Presseportal
Statistiken zu Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein für 2023
Im Jahr 2023 gab es in Schleswig-Holstein insgesamt 32.794 Verkehrsunfälle. Davon waren 3.356 Unfälle mit Personenschaden, was 10,23% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 1.230 Fälle aus, was 3,75% entspricht. Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel wurden in 292 Fällen registriert, was 0,89% ausmacht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 27.916, was 85,13% entspricht. Von den Unfällen ereigneten sich 2.829 innerorts (8,63%), 1.003 außerorts (3,06%) und 400 auf Autobahnen (1,22%). Insgesamt gab es 34 Getötete, 611 Schwerverletzte und 3.587 Leichtverletzte.
| 2023 | |
|---|---|
| Verkehrsunfälle insgesamt | 32.794 |
| Unfälle mit Personenschaden | 3.356 |
| Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden | 1.230 |
| Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel | 292 |
| Übrige Sachschadensunfälle | 27.916 |
| Ortslage – innerorts | 2.829 |
| Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) | 1.003 |
| Ortslage – auf Autobahnen | 400 |
| Getötete | 34 |
| Schwerverletzte | 611 |
| Leichtverletzte | 3.587 |
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)








