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Hamburg: Polizeiaktion gegen Betäubungsmittelkriminalität

400 Polizeikräfte durchsuchten 40 Objekte in Kiel Gaarden wegen Drogenverkauf. Strukturen der organisierten Kriminalität sollen aufgedeckt werden.

Foto: Depositphotos

Kiel (ost)

Gemeinsame Bekanntmachung von Staatsanwaltschaft Kiel und Polizeidirektion Kiel

Seit 6:00 Uhr haben rund 400 Polizeibeamte und zehn Staatsanwälte im Stadtteil Gaarden mehr als 40 Durchsuchungsobjekte in über 30 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Betäubungsmitteldelikten durchsucht. Mit dieser seit mehreren Monaten geplanten Aktion sollen Strukturen der organisierten Betäubungskriminalität aufgedeckt werden.

Aufgrund des konsequenten Vorgehens gegen den Drogenhandel auf der Straße hat sich der Verkauf von der Straße in verschiedene Wohnungen verlagert, insbesondere im Stadtteil Kiel Gaarden. Täglich werden aus den bekannten Wohnungen der Szene Betäubungsmittel an Konsumenten verkauft. Allerdings werden in den Wohnungen aufgrund des Risikos der Entdeckung nur geringe Mengen an Drogen gelagert. Durch Durchsuchungen und Festnahmen der Verkäufer war es bisher nicht möglich, den Handel nachhaltig zu stoppen.

Die Einsatzkräfte der Bezirkskriminalinspektion Kiel und der Staatsanwaltschaft Kiel haben sich daher entschieden, einen aufwändigen Ermittlungsansatz zu testen. Ziel ist es, die Täter daran zu hindern, auf Durchsuchungen einzelner Objekte rechtzeitig zu reagieren und versteckte Drogen oder andere Beweismittel zu beseitigen.

Durch umfangreiche verdeckte Ermittlungsmaßnahmen wurden in den letzten Monaten verschiedene Personen identifiziert, die mutmaßlich am organisierten Drogenhandel beteiligt sind, sowie relevante Orte (Verkaufswohnungen und Verstecke).

Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen mehr als 30 Verdächtige. Gegen sie wurden Durchsuchungsbeschlüsse für etwa 40 Objekte vom Amtsgericht Kiel erlassen, die gleichzeitig vollstreckt werden. Aufgrund der Anzahl der Durchsuchungsobjekte sind erhebliche Polizeikräfte erforderlich, um sie gleichzeitig zu sichern.

Neben Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei aus Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern sind Spezialkräfte aus Schleswig-Holstein und Hamburg unterstützend im Einsatz. Etwa zehn Staatsanwälte der Staatsanwaltschaft Kiel nehmen an verschiedenen Durchsuchungsobjekten teil, um schnell strafrechtliche Maßnahmen zu beantragen.

Während der Durchsuchungen haben die Polizeikräfte verschiedene Beweismittel wie Mobiltelefone, Bargeld und andere relevante Gegenstände sichergestellt. Aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens werden keine weiteren detaillierten Informationen bekannt gegeben.

Einzelne Maßnahmen dauern noch an und können bis in den frühen Nachmittag andauern.

Im Rahmen der Durchsuchungen wurden drei männliche Personen vorläufig festgenommen. Es handelt sich um zwei 24-jährige und einen 34-jährigen Iraker sowie einen 33-jährigen Syrer. Sie sollen im Laufe des Tages auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel einem Haftrichter beim Amtsgericht Kiel vorgeführt werden.

Der Gesamteinsatzleiter Kriminaloberrat Alexander Beckmann dankt allen Einsatzkräften und Beteiligten für die professionelle und reibungslose Durchführung des Einsatzes und ihr engagiertes Auftreten.

Stephanie Lage, Pressesprecherin der Polizeidirektion Kiel

Michael Bimler, Staatsanwaltschaft Kiel

Quelle: Presseportal

Statistiken zur Drogenkriminalität in Schleswig-Holstein für 2022/2023

Die Drogenraten in Schleswig-Holstein zwischen 2022 und 2023 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2022 wurden 10.944 Fälle erfasst, während es im Jahr 2023 10.838 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle sank von 9.931 auf 9.644. Die Anzahl der Verdächtigen ging von 8.645 auf 8.326 zurück. Darunter waren 7.470 männliche Verdächtige und 1.175 weibliche Verdächtige. Die Anzahl der nicht-deutschen Verdächtigen stieg von 1.664 auf 1.795. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 die höchste Anzahl an Drogenfällen in Deutschland mit 73.917 Fällen.

2022 2023
Anzahl erfasste Fälle 10.944 10.838
Anzahl der aufgeklärten Fälle 9.931 9.644
Anzahl der Verdächtigen 8.645 8.326
Anzahl der männlichen Verdächtigen 7.470 7.225
Anzahl der weiblichen Verdächtigen 1.175 1.101
Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen 1.664 1.795

Quelle: Bundeskriminalamt

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