RKiSH führt Akut-Einsatzfahrzeuge in Heide-Süd, Pinneberg, Kaltenkirchen und Nordoe ein, nach rund 600 Einsätzen im ersten Jahr.
Heide: Ausweitung des AEF-Konzepts in Schleswig-Holstein

Heide (ost)
Die RKiSH gGmbH in Schleswig-Holstein erweitert ihr innovatives Versorgungskonzept für Akut-Einsatzfahrzeuge (AEF). Nach dem erfolgreichen Start des ersten AEF an der Rettungswache Rendsburg im Juli 2025 werden nun vier weitere Fahrzeuge an den Rettungswachen Heide-Süd, Pinneberg, Kaltenkirchen und Nordoe in Betrieb genommen.
Die RKiSH reagiert mit der Erweiterung des Konzepts auf die positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres. Seit dem Start des ersten Akut-Einsatzfahrzeugs in Rendsburg am 1. Juli 2025 wurde das Fahrzeug bereits zu etwa 600 Einsätzen gerufen. Die AEF ergänzen die bestehende Notfallrettung und ermöglichen eine bedarfsgerechte Versorgung von Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden, die zwar eine zeitnahe medizinische Abklärung erfordern, aber nicht unbedingt eine Behandlung in einer Notaufnahme oder einen Transport mit einem Rettungswagen benötigen.
„Die gut 600 Einsätze in der Einführungsphase zeigen, dass das Akut-Einsatzfahrzeug eine wichtige Lücke zwischen klassischer Notfallrettung und ambulanter medizinischer Betreuung schließen kann. Gleichzeitig gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Konzepts. So werden die Prozesse in der Notrufabfrage und Disposition kontinuierlich angepasst und optimiert.“, erklärt Tim Germann, Projektleiter für die Implementierung der Akut-Einsatzfahrzeuge bei der RKiSH. „Durch die gezielte medizinische Einschätzung vor Ort können wir Hilfesuchenden schneller die für sie passende Hilfe vermitteln und gleichzeitig die verfügbaren Rettungsmittel für zeitkritische und lebensbedrohliche Notfälle freihalten.“
„Die Anforderungen an die Notfallversorgung verändern sich spürbar. Immer mehr Menschen suchen Hilfe über die 112, obwohl nicht immer ein klassischer Notfall vorliegt. Als verantwortlicher Rettungsdienstdurchführer in unseren fünf Kreisen müssen wir darauf Antworten finden. Das Akut-Einsatzfahrzeug verbindet medizinische Qualität, Patientenorientierung und einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Dass wir dieses erfolgreiche Modell nun an vier weiteren Standorten etablieren, ist ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung der präklinischen Versorgung in Schleswig-Holstein.“, sagt Sönke Lase, Geschäftsführer der RKiSH.
Die Akut-Einsatzfahrzeuge werden von speziell weiterqualifizierten Akut-Notfallsanitätern besetzt. Diese haben eine zusätzliche 180-stündige Qualifikation, die auf die speziellen Anforderungen der aufsuchenden Akutversorgung ausgerichtet ist. Die Weiterbildung orientiert sich inhaltlich am bereits erfolgreich etablierten Konzept der Gemeindenotfallsanitäter in anderen Bundesländern.
Die Akut-Notfallsanitäter arbeiten eigenständig und alleine auf einem speziell ausgestatteten Einsatzfahrzeug, das bewusst ohne Transportmöglichkeit konzipiert ist. Der Fokus des AEF liegt auf der medizinischen Einschätzung, Beratung und Steuerung der Patienten in die jeweils passende Versorgungsstruktur. Moderne Medizintechnik, digitale Entscheidungshilfen sowie die rund um die Uhr erreichbare Telemedizinzentrale der RKiSH unterstützen die Einsatzkräfte. Zur Ausstattung gehören umfangreiche Diagnostikmöglichkeiten, ein Multifunktionsmonitor mit Defibrillator, ausgewählte Medikamente sowie weiteres Akut- und Notfallequipment.
Das Ziel des Konzepts ist es, Patienten direkt vor Ort medizinisch einzuschätzen, zu beraten und bei Bedarf gezielt in geeignete ambulante Versorgungsstrukturen zu vermitteln. Die insgesamt 37 Akut-Notfallsanitäter der RKiSH fungieren dabei als Lotsen im Gesundheitswesen und helfen dabei, die passende Versorgungsebene für die Betroffenen zu finden. Krankenhauseinweisungen und -transporte werden nur bei medizinischer Notwendigkeit veranlasst. Die Akut-Notfallsanitäter können jederzeit den diensthabenden Telenotarzt der RKiSH zur Beratung hinzuziehen.
Mit der Inbetriebnahme der vier neuen Standorte wird das Versorgungsgebiet der Akut-Einsatzfahrzeuge deutlich erweitert. Die RKiSH setzt damit einen weiteren wichtigen Schritt zur zukunftsfähigen Ausrichtung der Differenzierten Notfallversorgung in Schleswig-Holstein um. Gleichzeitig trägt das Konzept dazu bei, Rettungswagen und Notaufnahmen zu entlasten und die vorhandenen Ressourcen noch gezielter für zeitkritische Notfälle einzusetzen.
Die AEF werden aus der Integrierten Regionalleitstelle Mitte in Kiel für den Kreis Rendsburg-Eckernförde und aus der Kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn für die Kreise Dithmarschen, Pinneberg, Segeberg und Steinburg disponiert.
Hintergrund
Am 1. Juli 2025 nahm das erste Akut-Einsatzfahrzeug der RKiSH an der Rettungswache Rendsburg den Testbetrieb auf. Das Fahrzeug ist mit einem Akut-Notfallsanitäter besetzt, verfügt über umfangreiche medizinische Ausstattung, jedoch über keine Transportmöglichkeit und wird üblicherweise ohne „Blaulicht“ alarmiert. Das AEF wird eingesetzt, wenn sich Hilfeersuchen in der Leitstelle nicht eindeutig als akuter Notfall einordnen lassen, aber dennoch eine medizinische Abklärung erforderlich ist. Die Einführung basiert auf einer Genehmigung des Ministeriums für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2024.
Die neuen Akut-Einsatzfahrzeuge werden an den Rettungswachen Heide-Süd, Pinneberg, Kaltenkirchen und Nordoe stationiert und ergänzen künftig das bestehende Angebot in Rendsburg. Mit insgesamt fünf Standorten etabliert die RKiSH das Akut-Einsatzfahrzeug als festen Bestandteil einer modernen, bedarfsgerechten und patientenorientierten Notfallversorgung in Schleswig-Holstein.
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Quelle: Presseportal








