Zoll findet abgeschobenen Arbeitnehmer mit gefälschten Ausweispapieren bei Kontrolle in Kellerräumen versteckt
Kiel: Illegale Beschäftigung bei Lebensmittelgroßhändler aufgedeckt

Kiel, Schleswig-Holstein (ost)
Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Kiel überprüften am 21. Mai 2026 einen Lebensmittelgroßhändler im Stadtgebiet Kiel.
Prüfungsgegenstand waren insbesondere die ordnungsgemäße Anmeldung zur Sozialversicherung, die Einhaltung des Mindestlohns sowie die Frage, ob ausländische Arbeitnehmer über die erforderlichen Aufenthaltstitel und Arbeitsgenehmigungen verfügten. Die 34 Zöllnerinnen und Zöllner befragten 39 Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsverhältnissen. Unterstützt wurden sie durch Kräfte der Landespolizei, des staatlichen Arbeitsschutzes sowie des Bundesamts für Logistik und Mobilität (BALM).
Zwei Personen versuchten sich der Kontrolle zu entziehen, indem sie sich in Kellerräumen des Lagers versteckten. Gegen den türkischen und den nigerianischen Staatsangehörigen wurden Strafverfahren wegen des unerlaubten Aufenthalts eingeleitet. Der türkische Staatsangehörige war bereits in der Vergangenheit aus Deutschland abgeschoben worden und offenbar erneut mit gefälschten bulgarischen Ausweispapieren illegal eingereist. Er wurde in Gewahrsam genommen und einem Haftrichter vorgeführt.
„Dass ein bereits abgeschobener Mann mit gefälschten Ausweispapieren erneut illegal einreist und sich anschließend vor einer Kontrolle in Kellerräumen versteckt, zeigt sehr deutlich, mit welcher kriminellen Energie teilweise versucht wird, illegale Beschäftigung zu verschleiern“, so Gabriele Oder, Sprecherin des Hauptzollamts Kiel.
Darüber hinaus ergaben sich bei vier weiteren Beschäftigten Hinweise auf Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Meldepflichten.
Gegen einen syrischen Staatsangehörigen leiteten die Einsatzkräfte ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen der unerlaubten Ausübung einer Beschäftigung ein. Seine Duldung und damit auch die Arbeitserlaubnis waren bereits abgelaufen.
Mehrere Arbeitnehmer gaben an, in Räumlichkeiten auf dem Betriebsgelände zu übernachten. Bei der anschließenden Besichtigung durch die staatliche Arbeitsschutzbehörde wurden Stundenzettel und weitere Geschäftsunterlagen festgestellt. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Kiel ordnete das Amtsgericht Kiel daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss für die mutmaßlichen Arbeitnehmerunterkünfte an. Im Zuge der Durchsuchung stellten Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Geschäftsunterlagen und Datenträger sicher.
„Wenn Arbeitnehmer offenbar direkt auf dem Betriebsgelände untergebracht werden und sich gleichzeitig Hinweise auf illegale Beschäftigung ergeben, geht es nicht mehr nur um einzelne Beschäftigungsverhältnisse. Dann prüfen wir die gesamten Strukturen dahinter“, so Oder weiter.
Gegen Verantwortliche des Unternehmens wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie der Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt eingeleitet.
Die sichergestellten Unterlagen und Datenträger werden nun ausgewertet. Die weiteren Geschäftsunterlagenprüfungen dauern an.
Zusatzinformation:
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls prüft bundesweit Arbeitgeber und Beschäftigte verschiedener Branchen risikoorientiert auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Im Fokus stehen insbesondere Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Pflichten, Mindestlohnverstöße sowie der illegale Einsatz ausländischer Arbeitnehmer.
Quelle: Presseportal








