Polizei durchsucht Objekte und sichert Beweismaterial. Fünf Beschuldigte sollen durch Phishing und Anrufe Bankdaten gestohlen haben.
Kreis Ostholstein: Betrugsermittlungen in Lübeck und Timmendorfer Strand

Lübeck (ost)
Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Lübeck und der Polizeidirektion Lübeck
Früh am Morgen des 23.07.2024 wurden mehrere Standorte in Lübeck und Timmendorfer Strand von Polizeibeamten durchsucht. Das Kommissariat 14 der Bezirkskriminalinspektion Lübeck und die Staatsanwaltschaft Lübeck ermitteln gegen fünf Verdächtige wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Bandenbetrug. Während dieses Verfahrens wurden an sechs Adressen Durchsuchungsbeschlüsse der Polizeidirektion Lübeck vollstreckt, wobei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt wurde.
Die fünf Verdächtigen im Alter von 23 bis 30 Jahren werden beschuldigt, zwischen September 2022 und Januar 2023 durch Phishing und Anrufe als falsche Bankmitarbeiter die Kontodaten von mindestens 98 Sparkassenkunden bundesweit abgefangen zu haben. Mit diesen Daten sollen sie über Apple Pay virtuelle Debitkarten erstellt haben, um hochwertige Elektronikartikel und Bargeld im sechsstelligen Bereich zu stehlen. Die Ermittlungen gegen die Verdächtigen dauern an.
In diesem Kontext warnt die Polizei: Die Betrüger verwenden äußerst professionelle Phishing-Mails, die oft der Einstieg für Cyberkriminalität sind, wie im aktuellen Fall. Die E-Mails waren kaum als gefälscht zu erkennen, was dazu führte, dass viele Opfer die Fälschung für eine echte Nachricht ihrer Bank hielten und dadurch hohe Schäden entstanden. Bankkunden sollten niemals auf Links oder Datei-Anhänge in vermeintlichen E-Mails ihrer Bank klicken. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie persönlich Ihren Bankberater oder besuchen Sie die Website Ihrer Bank.
Wenn die Cyberkriminellen über die Phishing-Mails die Daten erhalten haben, folgt in der Regel ein Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters, um unter einem Vorwand die TAN abzufragen. Die Täter verfügen zu diesem Zeitpunkt bereits über umfangreiche Informationen über die Person, das Konto und die Bank des Opfers, einschließlich des Namens des Bankberaters. Dadurch gelingt es den Tätern oft, die Opfer glauben zu machen, dass sie tatsächlich mit ihrem echten Bankberater sprechen, um sie zur Herausgabe der TAN zu bewegen. Bankkunden sollten niemals ihre TAN am Telefon preisgeben, auch wenn sie glauben, mit ihrem echten Bankberater zu sprechen. Ihre Bank würde Sie niemals am Telefon nach Ihrer TAN fragen.
Falls Sie dennoch Opfer einer Straftat werden, erstatten Sie sofort Anzeige bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle.
Quelle: Presseportal
Cybercrime-Statistiken in Schleswig-Holstein für 2021/2022
Die Cyberkriminalitätsraten in Schleswig-Holstein zwischen 2021 und 2022 zeigen einen leichten Rückgang. Im Jahr 2021 wurden 3035 Fälle registriert, während es im Jahr 2022 nur noch 2966 Fälle waren. Die Anzahl der gelösten Fälle ist ebenfalls von 940 auf 815 gesunken. Die Anzahl der Verdächtigen ist von 787 auf 693 gesunken, wobei 475 männliche und 218 weibliche Verdächtige verzeichnet wurden. Insgesamt wurden 137 nicht-deutsche Verdächtige identifiziert. Im Vergleich dazu verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Jahr 2022 die höchste Anzahl von Cyberkriminalitätsfällen in Deutschland mit 29667 Fällen.
| 2021 | 2022 | |
|---|---|---|
| Anzahl erfasste Fälle | 3.035 | 2.966 |
| Anzahl der aufgeklärten Fälle | 940 | 815 |
| Anzahl der Verdächtigen | 787 | 693 |
| Anzahl der männlichen Verdächtigen | 544 | 475 |
| Anzahl der weiblichen Verdächtigen | 243 | 218 |
| Anzahl der nichtdeutschen Verdächtigen | 127 | 137 |
Quelle: Bundeskriminalamt








