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Kreis Pinneberg: Zahlreiche Verkehrsverstöße mit E-Scootern

Am Wochenende wurden mehrere Verkehrsverstöße mit E-Scootern festgestellt, hauptsächlich durch Kinder und Jugendliche. Eltern sollten sich vor der Teilnahme am Straßenverkehr über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren.

Foto: Depositphotos

Kreis Segeberg / Kreis Pinneberg (ost)

Am Samstag und Sonntag wurden von Polizeistreifen mehrere Verkehrsverstöße mit E-Scootern festgestellt, hauptsächlich begangen von Kindern und Jugendlichen. Die Polizei fordert Eltern nachdrücklich auf, sich gemeinsam mit ihren Kindern vor der Teilnahme am Straßenverkehr über die gesetzlichen Bestimmungen zu informieren und Unterstützung zu erhalten.

Kreis Pinneberg

Halstenbek – Am Sonntagmittag kollidierte ein 13-jähriger Hamburger mit seinem E-Scooter mit einem vor der Autowaschanlage im Gewerbering wartenden Auto und entfernte sich zunächst. Der E-Scooter wurde ihm von seinem Vater zur Verfügung gestellt, ohne dass dieser das Mindestalter von 14 Jahren kannte.

Pinneberg – Bei der Schulwegsicherung am Freitagmorgen um 08:00 Uhr stoppten Polizeibeamte einen 20-jährigen Pinneberger mit einem abgelaufenen Versicherungskennzeichen aus dem Jahr 2024 in der Rübekampstraße. Der junge Mann (mazedonisch) gab an, dass er das Elektrokleinstfahrzeug bereits mit diesem Kennzeichen gekauft hatte und sich keine weiteren Gedanken darüber gemacht hatte.

Am frühen Sonntagnachmittag hielt eine Streife einen 20-jährigen Prisdorfer (deutsch) mit seinem E-Scooter in der Straße An der Mühlenau an, da sein Versicherungskennzeichen abgelaufen war. Der junge Mann hatte den Roller zum Geburtstag geschenkt bekommen und war bereits über die verschiedenen Farben der Versicherungsplaketten verwundert. Ihm droht ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Barmstedt – Am Freitagabend kontrollierten Beamte einen 17-jährigen Jugendlichen, der zwar nicht auf einem E-Scooter, sondern auf einem Leichtkraftrad in der Marktstraße unterwegs war. Das Versicherungskennzeichen war abgelaufen und nicht für das Fahrzeug ausgegeben. Der Jugendliche hatte auch keinen Führerschein.

Quickborn – In der Torfstraße ignorierte eine 14-jährige Jugendliche um kurz nach 23:00 Uhr die Aufforderung der Einsatzkräfte anzuhalten, wurde aber kurz darauf gestoppt. Sie war mit mehr als 20 km/h auf dem Gehweg unterwegs und ohne Licht. Bei der Kontrolle hatte die Quickbornerin 1,35 Promille Alkohol im Blut. Außerdem war der E-Scooter auf 45 km/h getunt, was eine Fahrerlaubnis erforderte, über die die 14-Jährige nicht verfügte. Ihr droht ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr und Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Schenefeld – Am Freitag kurz vor 18:00 Uhr stoppte eine Streife einen 39-jährigen Schenefelder (deutsch) mit seinem E-Scooter, da er auf dem Gehweg in der Borgfeldestraße fuhr. Die Polizisten stellten fest, dass kein Versicherungskennzeichen angebracht war. Der Mann gab an, dass er den E-Scooter erst kürzlich gekauft hatte und nicht wusste, dass eine Versicherungspflicht bestand. Auch ihm droht ein Strafverfahren.

Wedel – Um 18:32 Uhr am Sonntag wollten Polizeibeamte einen E-Scooter in der Rissener Straße anhalten, da er unerlaubt auf dem Gehweg fuhr. Der 15-jährige Hamburger flüchtete zunächst mit seinem E-Scooter vor dem Streifenwagen und versuchte dann vergeblich zu entkommen. Auch hier war kein Versicherungskennzeichen angebracht. Der Tacho zeigte zudem eine Höchstgeschwindigkeit von 89 km/h an. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Itzehoe wurde der Roller sichergestellt und der Jugendliche seinen Eltern übergeben. Ihm droht ein Strafverfahren unter anderem wegen verbotenem Kraftfahrzeugrennen, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich gegen 20:45 Uhr am Sonntagabend im Moorweg. Ein 14-jähriger Wedeler stürzte bei regennasser Straße mit seinem E-Scooter, als er sich wegen des einsetzenden Regens eine Kapuze aufsetzen wollte. Er erlitt schwere Verletzungen und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Kreis Segeberg

Norderstedt – Am Freitagmorgen kurz vor 09:00 Uhr bemerkten Einsatzkräfte einen E-Scooter in der Ulzburger Straße, der offensichtlich viel schneller als die erlaubten 20 km/h unterwegs war. Der Tacho des Streifenwagens zeigte beim Nebenherfahren 50 km/h an. Als die Beamten Anhaltesignale gaben, floh der 22-jährige Fahrer und stürzte beim Überfahren eines Bordsteins. Der Norderstedter gab an, den Scooter erst vor wenigen Tagen gebraucht gekauft zu haben und besaß keinen Führerschein. Das ursprünglich grüne Versicherungskennzeichen war mit schwarzer Farbe übermalt. Auch hier droht ein Strafverfahren.

Um 13:19 Uhr am selben Tag stoppte eine andere Streife einen 50-jährigen Norderstedter (syrisch) in der Ulzburger Straße, da sein E-Scooter ein grünes Versicherungskennzeichen aus dem Jahr 2025 hatte.

Am Samstagabend um 19:20 Uhr kontrollierte eine Streife in der Europaallee einen 13-jährigen Norderstedter auf seinem E-Scooter, da auch hier das Versicherungskennzeichen fehlte. Die Beamten übergaben den jungen Norderstedter an seine Eltern.

Henstedt-Ulzburg – Am Freitagmorgen um 07:35 Uhr bemerkte eine Streife im Rahmen der Schulwegsicherung zwei Mädchen (8 und 14 Jahre) auf E-Scootern in der Beckersbergstraße. Die Achtjährige erklärte, dass es sich um einen E-Scooter für Kinder handelte, der auf 16 km/h begrenzt war. Sie hatten den Roller in einem Elektrofachgeschäft gekauft und wurden nicht darauf hingewiesen, dass er nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden durfte. Kinderroller dürfen NICHT im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden.

In der Gutenbergstraße stürzte kurz nach 20:00 Uhr ein 13-jähriger Kaltenkirchener mit einem E-Scooter allein auf einem Parkplatz und verletzte sich leicht. Ein Rettungswagen brachte den Jungen in ein Krankenhaus.

Kaltenkirchen – Am Freitag um 18:34 Uhr sprach ein Zeuge einen Jungen auf seinem E-Scooter in der Süderstraße an und informierte die Polizei. Die Beamten stellten fest, dass der Tacho bis zu 58 km/h anzeigte und kein Versicherungskennzeichen angebracht war. Die Polizisten übergaben den 13-Jährigen anschließend seinen Eltern.

Trappenkamp – Am Samstagmittag überholte ein E-Scooter ohne Versicherungskennzeichen einen Streifenwagen in der Gablonzer Straße. Der 23-jährige Fahrer erklärte bei der anschließenden Kontrolle, dass er den Roller erst kürzlich gekauft hatte. Der Trappenkamper hatte sich keine Gedanken über die Notwendigkeit eines Versicherungskennzeichens gemacht und schob sein Gefährt nach Hause.

Laut dem Verkehrssicherheitsbericht für Schleswig-Holstein hat die Anzahl der Elektrokleinstfahrzeuge im Verkehrsbereich bis 2025 stark zugenommen. Während 2020 landesweit 92 Verkehrsunfälle gezählt wurden, waren es 2025 insgesamt 930, die der Polizei bekannt waren. Die Dunkelziffer dürfte erheblich höher sein.

Besonders gefährdet ist bisher die Altersgruppe der 18- bis unter 35-Jährigen. Es muss mittlerweile davon ausgegangen werden, dass sich der Trend zu noch jüngeren Verkehrsteilnehmern verlagert.

Die Polizei empfiehlt dringend das Tragen eines Helms. Helme können Leben retten und schwere Verletzungen verhindern! Schutzkleidung kann auch Hautverletzungen vorbeugen. Fahr- und Sicherheitstrainings können Fahrerinnen und Fahrer auf besondere Situationen im Straßenverkehr vorbereiten.

Die Landespolizei Schleswig-Holstein stellt außerdem einen Flyer mit den wichtigsten Regeln und Hinweisen im Zusammenhang mit E-Scootern zur Verfügung:

https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/POLIZEI/Verkehrssicherheit/Verhaltenstipps/EScooter/flyer_E_Scooter.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Quelle: Presseportal

Statistiken zu Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein für 2023

Im Jahr 2023 gab es in Schleswig-Holstein insgesamt 32.794 Verkehrsunfälle. Davon waren 3.356 Unfälle mit Personenschaden, was 10,23% entspricht. Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden machten 1.230 Fälle aus, was 3,75% aller Unfälle entspricht. Unter dem Einfluss berauschender Mittel ereigneten sich 292 Unfälle, was 0,89% entspricht. Die restlichen Sachschadensunfälle beliefen sich auf 27.916 Fälle, was 85,13% entspricht. Innerorts gab es 2.829 Unfälle (8,63%), außerorts (ohne Autobahnen) 1.003 Unfälle (3,06%) und auf Autobahnen 400 Unfälle (1,22%). Bei den Verkehrsunfällen gab es insgesamt 34 Getötete, 611 Schwerverletzte und 3.587 Leichtverletzte.

2023
Verkehrsunfälle insgesamt 32.794
Unfälle mit Personenschaden 3.356
Schwerwiegende Unfälle mit nur Sachschaden 1.230
Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel 292
Übrige Sachschadensunfälle 27.916
Ortslage – innerorts 2.829
Ortslage – außerorts (ohne Autobahnen) 1.003
Ortslage – auf Autobahnen 400
Getötete 34
Schwerverletzte 611
Leichtverletzte 3.587

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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